Rolf-Watter-Meeting litt unter extrem kalten Temperaturen und eisigem Wind

plinkefelix_watter10_lutzfotoRegensburg, 15. Mai 2010 –  Regensburgern ist der Hügel, auf dem das Uni-Stadion steht, hinlänglich als Eisbuckel bekannt. Der machte bei der Saisoneröffnung am Samstagnachmittag seinem Namen alle Ehre und sorgte bei gefühlten Temperaturen nahe des Gefrierpunkts eher für Winterspiele als für eine Bahneröffnung der bayerischen Leichtathletik. Und dennoch – es waren in der Hauptsache die kälteempfindlichen Sprinter, die für die Höhepunkte der Veranstaltung sorgten. Bayernmeisterin Anja Wurm (LG Stadtwerke München) gewann die 100 m in 12,05, Christian Rasp (LG Karlstadt) zog bei seinem Hausrekord von 21,69 mit dem Hofer Jonas Schubert (21,77) und dem Ingolstädter Jugendlichen Alexander Janetscheck (21,93) zwei weitere Kollegen unter die 22 Sekunden, die noch der B-Jugend angehörende Alexandra Burghardt (LAZ Inn) ließ völlig unerwartete 12,14 über die halbe Distanz folgen und Kötztings neues Hürdensternchen Laura Weiß düpierte mit feinen 14,16 die wesentlich höher eingeschätzte Amelie-Sophie Lederer (LG Kreis Ansbach). Für die Regensburger Highlights sorgte 3000 m Sieger Sebastian Zundler (LG Telis Finanz) mit seinem überlegenen Sieg in 8:28,01 und Teamkollegin Michelle Weitzel im Hochsprung mit 1,65. 800 m Watter-Pokal Titelverteidiger Felix Plinke (2./1:55,46 – LG Telis Finanz) ließ sich auf der Zielgeraden von Benedikt Huber (TSV Palling – 1:55,13) überraschen.

Die Veranstaltung lief wie gewohnt wieder mustergültig ab, was einem altgedienten Funktionär zum ganz besonderen Lob hinrieß: „In punkto Ausrichtung kann sich ganz Deutschland von euch eine Scheibe abschneiden.“ Trotzdem hatte das Watter-Meeting am Ende der Veranstaltung Längen, weil einige Disziplinen zwar wie die 400 m der Männer mit Debütant Michael Fischer (48,40 – LG Karlstadt) und Lokalmatador Johannes Graf (LG Telis Finanz – 49,84) Klasse aber absolut zu wenig Masse auf die Bahn brachten. „Zudem hat die neue Null-Toleranz-Fehlstartregelung die Sprintwettbewerbe in der Zeitabfolge stark verkürzt“ stellte ein zufriedener Veranstaltungsleiter Kurt Ring letztendlich fest.

Wenn auch viele seiner Topschützlinge den Saisoneinstieg noch verschoben hatten und dick eingepackt in der Organisation tätig waren, konnten doch einige Jungtalente mit DJM-Qualifikationen überzeugen. Jonas Koller (U18 – LG Telis Finanz) stürzte zwar im 3000 m Lauf bei Streckenhälfte und verlor dabei bis zu zehn Sekunden, konnte aber dennoch die Norm mit immer noch guten 8:58,35 sicher einsacken. Gleiches gelang seinen Mannschaftskollegen Lukas Kellner und Johannes Liedl mit 6:09,22 und 6:12,76 über 2000 m Hindernis eine Klasse höher. Die neu formierte Telis-Jugendstaffel über 4x100 m mit Amelie Garatva, Julia Liedl, Leonie Wagner und Luka Krampert hatte mit ihren 48,60 ebenso wenig Probleme mit der Qualifikationshürde. Sobar einen Dreier-Erfolg schafften die 3000 m Läufer der LG Telis mit Sebastian Zundler und den beiden Junioren Jonas Zweck (8:39,71) und Jonathan Schaible (8:44,32).

fleischmann_watter10_lutzfotoMit 9:54,40 durchbrach Anja Schneider (DJK Weiden) als klare Gewinnerin der 3000 m erstmals die Zehn-Minuten-Grenze und die beiden noch der B-Jugend angehörenden Stabartisten Simon Ziegler (LG Telis Finanz) und Christian Mokross (SWC Regensburg) reüssierten erstmals bei vier Metern, wenn auch hier Sieger Daniel Jeske aus dem fernen Bad Sooden Allendorf mit 4,50 noch weit weg war. Außergewöhnlich bei dieser Kälte war auch jner Weitsprungsatz von Kevin Korona (LAC Quelle Fürth) auf 7,44 und der Passauer Jugendliche Fabian Fleischmann ließ im Hochsprung mit 2,04 ähnliche Qualitäten aufblitzen. Gar nicht ins Springen fand Bayern-Hallen-Stabhochsprungmeister Philipp Sellack (LG Telis Finanz), der, als alle anderen bei 4,50 schon am Ende ihrer Kunst waren, bei seiner Anfangshöhe von 4,60 einen „Salto-Nullo“ produzierte und am Ende das hässliche „o.g.V“ (ohne gültigen Versuch) in den Ergebnislisten hatte.