Am Samstag wollen auch die Lokalmatadoren mitmischen

pflieger4_koblenz_foto-schaakeRegensburg, 2. Juni 2010 (mz/wotruba) - Die Wertigkeit von Leichtathletik-Veranstaltungen zu ermitteln ist nicht die leichteste Übung. Gut, dass sich Diamond League edel anhört (und auch ist) ist – auch mit schwachen Englisch-Kenntnissen – noch leicht übersetzbar, aber sonst? Ein Liga-System, das wär’s, damit ließe sich etwas anfangen. Also wählt Kurt Ring, der Teamchef der LG Telis Finanz Regensburg, eine verständliche Formulierung, wenn er die Entwicklung seines Klubs ausdrückt: „Wir mischen in dieser Liga mit und sind nicht dritt-, sondern erstklassig.“ Diese Liga – das ist die nationale Spitze, die sich am Samstag ab 16 Uhr bei der Sparkassen-Gala zeigt. Und auch wenn der Auftritt des luxemburgischen Neuzugangs David Fiegen verletzungsbedingt ausfällt, ist da eine Handvoll hiesiger Athleten, die im Regensburger Universitäts-Stadion ihre Ansprüche mit Taten untermauern möchten.

Ring wünscht sich zum Beispiel, dass zum Gala-Abschluss um 19.45 Uhr „das Stadion brennt“. Dann läuft Philipp Pflieger knapp 14 Minuten um einen Platz im Nationalteam, um einen Platz bei der Team-Europameisterschaft in Bergen. Pflieger ist aktuell die Nummer eins der Rangliste über 5000 Meter – und fest überzeugt, dass es klappt. „Er ist ein unverbesserlicher Optimist“, sagt Ring über den Schwaben im Oberpfälzer Trikot.

harrercorrina8_dm-ohrdruf-mai10_kiefnerfoto_kopieSchon zwei Stunden eher (17.50 Uhr) hat der Meeting-Direktor Ring sein „aufregendstes Rennen“. Denn da ist „mein kleines Edelsternchen“ am Start. Die U-20-Vize-Europameisterin von Novi Sad über 800 Meter fordert nach ihren absolvierten Abiturprüfungen über die 700 Meter längere Strecke Denise Krebs aus Wattenscheid. „Richtung 4:10 soll es schon gehen“, sagt Kurt Ring. Das Rennen soll auch entscheidende Aufschlüsse geben, ob die Planungen auf die Junioren-WM im kanadischen Moncton (19. bis 25. Juli) hinauslaufen – oder doch gar auf die direkt anschließende Europameisterschaft der „Großen“ in Barcelona. „Vieles ist möglich“, sagt Ring, bittet aber alle Beteiligten um Geduld: „Wir müssen alle sorgsam mit ihr umgehen.“

Sorgsam mit den Ambitionen umgehen sollte man auch mit Weitsprung-Aufsteigerin Michelle Weitzel. Nach ihrem Satz über 6,50 Meter, der bei der Deutschen Hallen-Meisterschaft in Karlsruhe mit Bronze belohnt wurde, gehört sie plötzlich sogar zu den Kandidatinnen für höhere Ziele. Zumal der 22-Jährigen ihr Freiluft-Einstieg gut gelang: 6,42 Meter waren es in Weinheim, fünf Zentimeter weniger am Wochenende in Wesel. „Aber es wird mindestens sechs deutsche Frauen geben, die die EM-Norm von 6,60 schaffen“, sagt Ring. „Und man muss die Norm zweimal leisten und bei der Deutschen Meisterschaft in den Top Drei sein.“ In Regensburg ist der Schützling von Trainerin Steffi Pietsch anders als bei diesen Wettkämpfen die Topspringerin. „Wenn sie aus sich rausgeht und das Publikum hinter ihr steht, wäre so ein großer Satz daheim schon toll.“

Doch da sind noch mehr Lokalheroen. Christiane Danner wollte mit Corinna Harrer über 1500 Meter im Feld stehen. Im letzten Training hat es sie bös erwischt - Muskelfaserriss - aus der Traum! 1500 m Ass Florian Orth will endlich auch zu Hause in Regensburg zeigen, was er drauf hat. 3000-Meter-Hindernisläuferin Susi Lutz will nach hinderlicher Erkältung und deswegen schlechtem Saisoneinstieg in die Spur finden und Hürdensprinterin Pamela Spindler – im Vorjahr knapp an einer DM-Medaille vorbeigelaufen – steigt in die Saison ein. Dreispringer Manuel Ziegler will die volle Tribüne für eine neue Bestleistung im Weitsprung nutzen.

Gala-Plan mit Lokalkolorit

weitzel3_dm-halle10_kiefnerfotoWeitsprung Frauen (16 Uhr): Die Telis-Springerin Michelle Weitzel ist mit 6,50 Meter die Nummer eins der Meldeliste. Ihr Auftritt sollte auch den Männern die Schau stehlen, auch wenn dort mit dem Münchner Oliver König ein Münchner Acht-Meter-Mann antritt.

100 Meter Hürden Frauen (16.10 Uhr)
: In Abwesenheit der deutschen Nummer eins Carolin Nytra trifft Telis-Ass Pamela Spindler (13,34) auf das flotte Duo Nadine Hildebrand (Konwestheim) und Ann-Kathrin Elbe (Leverkusen, beide Bestzeit 13,09). „Das ist wie ein Endlauf bei der Deutschen Meisterschaft“, sagt Meeting-Direktor Ring.

1500 m Männer (16.40 Uhr): Florian Orth, der Mittelstrecken-Newcomer der LG Telis Finanz stellt sich erstmals im heimischen Stadion vor. Die zwei Jahre alte Bestzeit von 3:46,79 steht im Fokus. Wird das Rennen schnell, ist das kein Thema. Im Spurt ist der junge REgensburger immer ein Siegkandidat.

1500 Meter Frauen (17.50 Uhr): Wie behauptet sich Corinna Harrer, das Regensburger Multitalent, in der deutschen Spitze? „Hopp oder topp: Ein bisschen ist es wie bei der U-20-EM in Novi Sad“, sagt Trainer Kurt Ring.

lutzsusi4_dm-ohrdruf-mai10_kiefnerfoto3000 Meter Hindernis Frauen (19.20 Uhr): „Susi Lutz hat mit ihren zwei Bronzemedaillen viel für die Leichtathletik hier getan in den vergangenen fünf Jahren“, sagt Ring. „Wir müssen schauen, dass wir sie nach der schlimmen Erkältung auf Vordermann bringen.“ Die Gala soll ein erster Schritt sein.

5000 Meter Männer (19.45 Uhr): Für Philipp Pflieger soll es „erstmals Richtung 13:40, 13.45 Minuten gehen“ (Ring). Dafür sorgen könnten Helfer wie der südafrikanische Vizemeister Elroy Galant (13:25,88).