Regensburgerin musste bis zu ihrer ersten "Neuner"-Zeit über 3000 m Hindernis einiges mitmachen

lutzsusi3_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 6. Juni 2010 (orv) - Es waren an diesem 5. Juni weiß Gott nicht ihre Bedingungen, die sie zu besonderen Leistungen braucht. Hindernisläuferin Susi Lutz von der LG Telis Finanz Regensburg liebt es eher kühl und das heimische Stadion bei der eigenen Gala war stets eine Plattform der Misserfolge. Dass dies in diesem Jahr anders sein sollte, war im Vorfeld alles andere als klar. Nach deutlichen Verbesserungen im Ausdauerbereich mit einer feinen Steigerung auf 34:11 über 10.000 m packte sie wieder einmal die Seuche eines grippalen Effekts, der in seiner Heftigkeit anfangs unterschätzt wurde.

Die Auswirkungen waren letztendlich gravierende. Einer suboptimalen 5000 m Zeit von Koblenz folgte das Hindernis-Waterloo von Rehlingen, wo die kleine Regensburgerin mit 10:38 geradezu vorgeführt wurde und am liebsten im nächsten Mauseloch verschwunden wäre. Charakter zeigte sie aber dennoch. Aussteigen gibt's bei ihr nicht, tapfer beendete sie ihr Spießrutenrennen im strahlenden Sonnenschein von Rehlingen. Verunsicherung pur machte sich breit - vierzehn Tage waren noch Zeit bis zum nächsten Hindernisrennen, von denen es in ihrer Klasse selbst in Europa absolut wenige gibt.

Die Zehn-Minuten-Barriere hatte sie in den letzten Jahren geradezu bombadiert, gefallen ist sie nie. "Die Susi wird jetzt irgendwann einen gewaltigen Sprung nach unten machen", mutmaßte Bundestrainer Werner Klein schon seit längerem. Nun der Sprung drunter ist mit 9:58,48 noch nicht gigantisch groß ausgefallen, wer aber das Rennen gesehen hat, hat bei der Telis-Läuferin durchaus noch Luft nach oben gesehen. Vielleicht klappt es schon beim nächsten internationalen Rennen in Liège oder Metz Ende Juni, wenn die Regensburgerin dann völlig stressfrei auftreten kann. Am Ende gab's noch ein kleines Bonbon: Als Deutschlands derzeitige Nummer zwei auf der Hindernisdistanz ist sie Ersatzfrau für die Mannschaftseuropameisterschaften am 19./20. Juni in Bergen/Norwegen, wobei keiner im Umfeld der Susi Lutz Verena Dreier, der Siegerin von Regensburg, Böses im Vorfeld wünscht, sondern ultimativ in Regensburg die Daumen gedrückt werden, dass es für die Siegerländerin in Skandinavien unter anderem zur EM-Norm reicht. Es fehlen nur noch etwas mehr als zwei Sekunden.

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