Telis-Langstreckler bietet bei der Sparkassen Gala ganz großen Sport an

pfliegerphilipp1_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 6. Juni 2010 (orv) - Wenn Philipp Pflieger mal mehr als zehn Minuten ununterbrochen den Mund hält, ist er tot oder er hat gerade einmal für ihn fast Außerirdisches auf dem Kunstoffoval abgeliefert. Samstag gegen halbzehn Uhr abends war es wieder einmal so weit. Selbst Minuten, nachdem ihm seine bessere Hälfte Susi Lutz nach dem 5000 m Zieleinlauf auf die Beine geholfen hatte, saß er noch immer völlig entkräftet im Rasen und sagte erst mal gar nichts. Völlig ungewöhnlich für den redseligen Schwaben im Telis-Dress. Seine Zeit in 13:52 schaut auf dem Papier nicht spektakulär aus, weil man inzwischen weiß, dass der Telis-Läufer dieses Profil leisten kann. Wie er das Rennen gelaufen ist, fordert jedoch jeglichen Respekt. Gegen zwei Afrikaner der internationalen Klasse lief er auf den ersten zwei Kilometern in Geschwindigkeitsbereiche, in denen dem Regensburger derzeit noch fast schwarz vor den Augen wird. "5:23 - das bin ich einzeln über 2000 m noch nicht gelaufen, echt krass", seine ersten Worte dazu.

Dass dann das berühmte Loch von Kilometer zwei auf vier kam, war vorauszusehen. Doch dann kam Trotz im Regensburger auf. "Von einem Hallmann lass ich mich heute nicht schlagen". Gedacht, getan - und so kam letztendlich für ihn noch die derzeit zweitbeste Zeit eines Deutschen im Jahr 2010 heraus und auch noch ein persönlicher Rekord dazu. Freilich, der mutige Husarenritt am Anfang hat ihn am Ende vielleicht fünf oder sechs Sekunden gekostet. Wo er hin will, weiß der Schlacks im blauen Trikot inzwischen, dass er dort noch nicht angekommen ist, weiß er seit gestern auch. Aber eines wissen wir seit diesen Samstag ebenfalls: Der Philipp Pflieger könnte es packen, er braucht nur noch ein wenig Geduld.

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