Telis-Mittelstreckler pulverisiert mit 3:40,60 seine alte 1500 m Bestleistung

orthflorian1_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 6. Juni 2010 (orv) - Bundestrainer Henning von Papen bezeichnete den Sparkassen Gala 1500 m Lauf für die deutschen Asse Carsten Schlangen und Moritz Waldmann als zu langsam. Darüber ließe sich bei einer bisherigen deutschen Jahresbestleistung von 3:39,53 (Schlangen) wohl trefflich streiten. Für Lokalmatador Florian Orth war jedenfalls das Regensburger Rennen genau das richtige. Mit einer 3:40,60 verbesserte er seine zwei Jahre alte Bestzeit um über sechs Sekunden und dokumentierte damit deutlich, dass er eben auch zu jener deutschen Spitze gehört, von der der Bundestrainer sprach und seine beiden dritten DM-Plätze vom Cross und von der Halle alles andere als Zufall waren.

In einem von seinem Teamkollegen Christophe Chayriguet prächtig angezogenem Lauf kämpfte der Neu-Regensburger am Ende sogar um den Sieg mit und unterlag dem Kenianer Cornelius Ndiwa nur hauchdünn um vier Hundertstel. Damit verdiente er sich die Nominierung zum U23-Länderkampf Polen-Deutschland, der am nächsten Wochenende in Bydgoszcz stattfindet. Florian Orth, von seinem Heimtrainer Claus Bornmann wieder einmal prächtig vorbereitet, zeigte sich erneut als herausragender Wettkämpfer, der im Spurt so manch höher eingeschätzten Athleten nieder ringen kann.

Eine Eigenschaft, über die der nationale Verband einmal nachdenken sollte. Statt jedes Jahr mit eigenen Normen für die internationalen Meisterschaften stets die Quadratur des Kreises neu zu erfinden, sollten wohl schon im nationalen Ausscheidungsprozess jene "Winner-Typen" gesucht werden, die sich in internationalen Meisterschaftsvorläufen richtungsweisend fürs Finale durchsetzen können. Die vom Dachverband EAA für Europameisterschaften ausgesetzten 3:42 würden völlig ausreichen, die ständig völlig verkrampften Normhatzen aufhören, der Wettkampf wieder im Vordergrund stehen und die oft bizarren Hasen-Einlagen ad absurdum geführt werden.

Dem Florian Orth ist jene verbandstechnische Winkelschieberei wohl im Augenblick völlig "wurscht". Er freute sich einfach über seine Leistungssteigerung und bedankte sich deshalb auch schon recht professionell via Platzinterview bei seinem Regensburger Publikum: "Regensburger, ihr seid einfach klasse!" Genauso groß ist natürlich die Freude bei den Telis-Machern. Schließlich ist Florian Orth wieder einer jener jungen Sternchen, das den Sprung in die nationale Spitze gemacht hat, später vielleicht sogar international punkten könnte.