Michelle Weitzel, Corinna Harrer und Florian Orth starten bei der DLV Gala

orthflorian1_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 23. Juni 2010 (orv) – Drei Telis-Athleten/Innen haben für den kommenden Samstag eine ganz besondere Einladung bekommen. Sie dürfen bei der DLV Gala in Wattenscheid an den Start gehen. Michelle Weitzel, ursprünglich nur Ersatzfrau für einen Startplatz, ist in letzter Minute ins Weitsprungfeld gerutscht, Nesthäkchen Corinna Harrer darf erstmals über 800 m an die Startlinie und Florian Orth hat sich sein Startrecht über seine famose 1500 m Zeit von 3:40,60 in Regensburg erkämpft. Eigentlich hätten es sogar sechs Regensburger sein können. Langstreckler Philipp Pflieger und Dreispringer Manuel Ziegler müssen heuer aber zugucken, weil die 3000 m und der Dreisprung aus dem Programm gestrichen wurden. Die 3000 m Hindernis, bei denen Susi Lutz eine sichere Starterin gewesen wäre, waren noch nie im Gala Programm. Deshalb hat das Telis-Ass schon lange vorher einen Start im französischen Metz eingplant. Dort will sie am kommenden Dienstag erneut die zehn Minuten knacken, vielleicht wieder ein Stückchen näher an die 9:48 für Barcelona herankommen.

Was Corinna Harrer bisher immer nur auf den längeren 1500 m vollführte, nämlich sich mit der ganzen deutschen Elite zu beharken, wird nun erstmals für die Junioren-Vize-Europmeisterin des letzten Jahres Wirklichkeit auf ihrer eigentlichen angestammten Spezialstrecke, den 800 m. Sieht man von dem einen, nicht gerade repräsentativen Rennen in Rehlingen ab, ist das Telis-Talent auf den beiden Stadionrunden in diesem Jahr noch „jungfräulich“. 2008 stand sie zwar bereits als B-Jugendliche im DM-Finale bei den Frauen, doch seitdem haben sich die Gesichter in der deutschen Spitze geändert und mit Fabienne Kohlmann (in Wattenscheid nicht am Start) besitzt auch schon eine die EM-Norm. Solche Schuhe will sich die Regensburgerin noch nicht anziehen. Wie die bisherige Saison gezeigt hat, fehlt doch noch ein ganzer Sack Erfahrungen bei den Großen.

Michelle Weitzel musste lange um den Startplatz bangen. Am Dienstag kam dann der erlösende Anruf bei Telis-Trainerin Steffi Pietsch an. „Der Bundestrainer will sie unbedingt in Wattenscheid sehen“, orakelte die Weitzel-Betreuerin schon Tage vorher. Auslöser dafür sollte wohl der sensationelle Sieg von Michelle Weitzel über die gesamte Frauen-Elite vor vierzehn Tagen in Dillingen gewesen sein. Sie ziert zwar derzeit lediglich mit einer 6,49 Platz sieben der deutschen Bestenliste, doch vor ihr reihen sich die Konkurrentinnen nur zentimeterweise weiter ein.

Ähnliches gilt für Florian Orth. Mit seinen 3:40,60 liegt er gerade einmal zweieinhalb Sekunden hinter dem mehrmaligen deutschen Meister Carsten Schlangen, 2009 WM-Starter und von vielen als EM-Kandidat gehandelt. Im recht dünnen, aber sehr leistungsstarken Wattenscheider 1500 m Feld sind aber auch kaum schwächere Athleten als der Regensburger gemeldet. Nachdem gleich zwei Tempomacher angekündigt werden, die DLV-interne EM-Norm (3:37) wie ein Damoklesschwert über der deutschen Mittelstrecken-Elite hängt, kann davon ausgegangen werden, dass von Anfang an nicht taktiert wird. Der Telis-Jungspunt muss also sein Herz in beide Hände nehmen und mitrennen.

Philipp Pflieger nutzt indessen sein freies Gala-Wochenende für eine Stippvisite im schweizerischen Nottwill. Dort will der Langstreckler zeigen, dass er über 1500 m zwar kein ausgewiesener Spezialist ist, aber bei einem guten Rennverlauf durchaus Richtung 3:41 laufen kann. Die Reise ins Nachbarland machen auch Felix Plinke, erneut auf 800 m-DM-Normenjagd, seine Schwester Anna und der langsam wieder in Schuss kommende Sebastian Reinwand mit.

Für den jüngeren (U20) und etwas älteren (U23) Telis-Nachwuchs geht’s zum Länderkampf Baden-Württemberg-Bayern-Schweiz-Österreich nach Heilbronn. Für das Team Bayern wurden folgende Telis-Athleten/Innen nominiert: Lukas Kellner (U20-2000 m Hindernis), Julia Kick (U23 – 1500 m), Vera Stelkens (U23-400 m), Susi Zimanyi (U23-4x100 m), Manuel Ziegler (U23-Drei), Jonathan Schaible (U23-3000 m), Jonas Zweck (U23 -1500 m) und Johannes Graf (U23-400 m).