Sieben Telis-Athleten/Innen treten Fahrt zu den nationalen Titelkämpfen nach Braunschweig an

lutzsusi3_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 13. Juli 2010 (orv) – Kurz vor dem nationalen Höhepunkt, den Deutschen Leichtathletik Meisterschaften am kommenden Wochenende in Braunschweig, fühlten sich die Telis-Verantwortlichen wie in den Abzählreim „Zehn kleine Negerlein“ versetzt. Nach und nach fiel fast die Hälfte des ursprünglich geplanten  Athletenaufgebots wegen Verletzungen aus. Erst erwischte es 800 m Mann Sebastian Zundler, dann die Stabhochspringerin Amelie Garatva und ganz zum Schluss noch Hürdensprinterin Pamela Spindler und Weitsprunghoffnung Michelle Weitzel. Jetzt müssen das Läuferquintett Susi Lutz, Chrissy Danner, Veronika Ulrich, Florian Orth und Philipp Pflieger, sowie Dreispringer Manuel Ziegler die Kohlen aus dem Feuer holen. Mit dabei mit weit geringeren Möglichkeiten auf einen der vorderen Plätze ist auch Stabhochspringerin Elena Horn. Die letztjährige 1500 m DM-Zweite Corinna Harrer ist indessen schon auf dem Weg zu den am kommenden Montag im kanadischen Moncton beginnenden U20-Junioren-Weltmeisterschaften.

pfliegerphilipp3_dm-ohrdruf-mai10_kiefnerfoto„Wir lassen uns von all dem Ungemach nicht entmutigen. Schließlich haben sich unsere Asse in diesem Jahr prächtig entwickelt. Florian Orth und Philipp Pflieger haben bereits die internationale EM-Norm über 1500 m und 5000 m gepackt. Wären sie Schweizer oder Österreicher, wären sie in Barcelona dabei. Hindernisläuferin Susi Lutz ist auf dem Sprung, dies in nächster Zukunft ebenfalls zu vollziehen und Michelle Weitzel konnte man vor dieser bedauerlichen Fußverletzung die Steigerung um winzige sechs Zentimeter auch zutrauen. Jetzt hoffen wir auf zumindest einen Stockerlplatz des noch übrig gebliebenen Trios“, so Telis-Teamchef Kurt Ring zur derzeitigen Situation.

In der Tat, die Lage ist weit komfortabler, als sie sich derzeit darstellt. Wäre es bei Philipp Pflieger in Heusden in einigen von ihm nicht bestimmbaren Rennkomponenten besser gelaufen, wäre der Himmelsstürmer schon letzten Samstag ganz nah an jene vom DLV geforderten 13:35 herangelaufen. Dies nun bei den Meisterschaften zu erwarten, ist absolut illusionär, weil das Rennen taktisch geprägt sein wird, zumal erneut für den Sonntag nicht gerade leistungsfördernde sommerliche Temperaturen angesagt werden. Hindernisläuferin Susi Lutz hat mit den fehlenden Wettkämpfen auf ihrer Strecke ganz andere Probleme. Für die durchaus möglichen 9:50 ist ihr einfach noch nicht „das richtige Rennen über den Weg gelaufen“. Mit ihren zwei Dauerkonkurrentinnen Julia Hiller aus Fürth und Verena Dreier von der LG Sieg wird das Unternehmen 9:48 für Barcelona am Sonntag gegen Fünf schon auf Grund der klimatischen Verhältnisse schwer zu lösen sein, eine Medaille könnte aber drin sein.

orthflorian1_gala10-kiefnerfotoFür den Hallen-DM-Dritten Florian Orth zeichnet sich über 1500 m in diesem Jahr eine schwer zu lösende Aufgabe ab. Die Kollegen Schlangen, Lohse und Waldmann haben in Hinblick EM schon kräftig vorgelegt, ein Medaillenrang wie unterm Hallendach scheint daher eher unwahrscheinlich, auch wenn sich der Regensburger inzwischen auf exzellente 3:40,60 gesteigert hat. Seine auf gleicher Distanz startende Teamkollegin Christiane Danner, im letzten Jahr immerhin Meisterschaftsvierte, ist nach einer gerade überstandenen Verletzungspause schon froh, den Vorlauf unbeschadet zu überstehen, um dann im Finale zumindest auf Rang fünf bis acht vorlaufen zu können. Auch für Veronika Ulrich ist jener achte Platz über 5000 m, dazu eine Zeit unter 17 Minuten, voll im Fokus.

zieglermanuel3_blv-junioren10_kiefnerfotoEiner, der in diesem Jahr zunächst schwer in die Gänge gekommenen Athleten ist Dreispringer Manuel Ziegler. In seinem ersten Juniorenjahr hat er sich nun aber im Bereich der 15,70 stabilisiert und hofft auf einen Ausrutscher des 16-Meter-Trios Pohle, Kohle und Gens. Vielleicht kann sich der Telis-Springer nach Braunschweig auch schon zu diesem illustren Kreis zählen. Platz vier ist da kein zu hoher Erwartungsgrad mit Möglichkeiten nach oben, aber auch nach unten, weil hier die Konkurrenz auch nicht schläft. Für Stabhochspringerin Elena Horn geht’s bei der DM dagegen nur um ganz persönliche Ziele. Sie will nach ihren 4,01, im Frühjahr im texanischen Studienort erzielt, nun auch in der Heimat über die vier Meter kommen. Aussichten auf eine vordere Platzierung hat sie damit noch nicht.