Telis-Langstreckler überzeugt bei der DM mit einem erneuten Lauf unter 14 Minuten

pflieger1_dm-aktive-kiefnerfotoBraunschweig, 18. Juli 2010 (orv) – Philipp Pflieger ist nun wahrlich kein Mensch, dem man Optimismus beibringen müsste. Doch vor dem Meisterschaftsrennen im Braunschweiger Eintracht-Stadion bemerkte man dann doch eine gewisse Anspannung im Gesicht des langbeinigen Telis-Schwaben. Kein Wunder, das Beste, was Deutschland derzeit über 5000 m zu bieten hat, war am Start, darunter auch Europameister Jan Fitschen aus Wattenscheid. Hier der Regensburger Lehrling, der Höhentraining nur vom Hörensagen kennt, dort die Profis, die extra noch einmal drei Wochen in Sankt Moritz waren, um sich für die DM und die anschließenden Europameisterschaften in Barcelona den letzten Schliff zu holen. Schließlich endete die Auseinandersetzung für den Regensburger dann doch noch auf dem Stockerl. Dank seiner forschen Initiative auf dem letzten Kilometer machten sechs Läufer unter 14 Minuten das Finale zum besten des zurückliegenden Jahrzehnts. Und Philipp Pflieger war mit seinem vierten Ergebnis im „13er-Bereich“ mit genau 13:54,03 mittendrin, noch vor Europameister Jan Fitschen und dem EM-Starter Christian Glatting.

orth_florian1_dm-aktive-kiefnerfoto„Es mag vielleicht ein wenig arrogant klingen, aber eigentlich habe ich mit Platz drei gerechnet“, setzte er nach dem Rennen wieder ein typisches Pflieger-Bonmot, als er sich vor Gratulationen kaum retten konnte und sein Auslaufen zum Leidwesen des Coaches x-mal wegen verschiedenster Gesprächsanlässe unterbrach. In der Tat bewies er aber auch eindrucksvoll, dass mit ihm das Zögern in deutschen Langstreckenlaufs bis hin zu den letzten Metern nicht zu machen sei. 2:32 für den letzten Kilometer ist eine Marke, die am Ende nur der alte und neue deutsche Meister Arne Gabius und sein kongenialer Teamkollege Filmon Ghirmai knapp toppen konnten. „Es fehlt halt doch noch ein wenig zum Feinschliff“, so Kurt Ring, Telis-Teamchef und Pflieger-Trainer in einer Person, „das wollen wir in diesem Wintertraining ändern.“

Auch der dritte Telis-Läufer Florian Orth machte sich im 1500 m Finale prächtig. In einem von der Taktik  geprägten Rennen mit einer pfeilschnellen 53er-Schlussrunde zeigte sich der Neu-Regensburger stets auf der Höhe des Geschehens und landete schlussendlich hinter den beiden Barcelona-Fahrern Carsten Schlangen und Moritz Waldmann, sowie auch knapp hinter dem Magdeburger Arthur Lenz mit 3:48,35 auf dem erhofften vierten Platz. Teamkollegin Christiane Danner, im Vorfeld arg von Verletzungen gebeutelt, lief auf der selben Strecke am Ende als immerhin Achte noch Jahresbestzeit in 4:25,10. Für 5000 m Läuferin Veronika Ulrich endete das Finale auf Rang elf mit 17:14,91.

ziegler1_dm-aktive-kiefnerfotoNicht ganz zufrieden war Telis-Dreispringer Manuel Ziegler mit Rang sechs und 15,55. Hauptgrund dafür war wohl die Tatsache, dass Platz zwei mit nur 15,79, gerade einmal zwei Zentimeter weiter als seine eigene Hausmarke, wegging und vor ihm zwei Junioren lagen. Somit wird die Titelverteidigung Mitte August im heimischen Uni-Stadion bei den dann stattfindenden Deutschen Juniorenmeisterschaften auch nicht leichter. Wenig Freude gab’s auch bei Stabhochspringerin Elena Horn. Am Ende ging ein „salto nullo“ bei der Einstiegshöhe von 3,80 ins Ergebnisprotokoll ein.