Schwindendes Medien-Echo bei leichtathletischen Groß-Events

Regensburg, 30. September 2010 (SPONSORs online) - Man stelle sich vor, bei der Leichtathletik-WM 2011 im südkoreanischen Daegu gewinnen deutsche Athleten Gold und hierzulande bekommt es keiner mit, zumindest nicht im Fernsehen. Genau dieses Szenario droht! Die Verhandlungen zwischen dem Rechteinhaber und der Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF stehen vor dem Scheitern. Momentan sieht es danach aus, dass es zu keiner Einigung zwischen der schwedischen Agentur International Events and Communication in Sports (IEC) und SportA hinsichtlich der TV-Rechte bis 2013 kommt. SportA-Geschäftsführer Michael Amsinck sagt gegenüber SPONSORs: „Die Vorstellungen der IEC sind derzeit noch weit von unseren entfernt.“ Im Raum stehen 15 bis 16 Millionen Euro, die IEC für das Paket der Weltmeisterschaften 2011 in Daegu und 2013 in Moskau fordert. ARD und ZDF sollen lediglich bereit sein, die Hälfte zu zahlen. Bei der Bewertung der Rechte schlage sich laut Amsinck auch nieder, dass die WM 2011 in Deutschland nur zur Mittagszeit gezeigt werden könne. Und eine Weltmeisterschaft in Asien bedeute einen höheren Aufwand als bei einer WM in Europa. Kurzum: Es droht, dass die deutschen Zuschauer keine TV-Bilder von den Titelkämpfen aus Südkorea und Russland bei ARD und ZDF zu sehen bekommen. Ein Horrorszenario für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV). „Höchst unerfreulich“ DLV-Präsident Clemens Prokop bezeichnet die Angelegenheit als „höchst unerfreulich“ und „offenkundig schlecht für die Fans“. Auch habe er bereits beim Weltverband IAAF interveniert und gebeten, zu helfen, dass doch noch eine Einigung erzielt wird. Prokop erinnert an die aus seiner Sicht erfolgreiche Leichtahletik-WM 2009 in Berlin „mit Reichweiten bis zehn Millionen Zuschauern“. Was die Sportart damals an Boden gut machen konnte, könnte jetzt wieder verspielt werden. Laut Amsinck könne es noch zu einer Einigung kommen. „Noch ist die Chance da.“ Allerdings müsse eine Entscheidung in den nächsten zwei, drei Monaten fallen, sonst sei es zu spät, um die notwendigen Planungen für das Event im weit entfernten Südkorea noch umsetzen zu können