Der Weg: der Schulsport muss endlich „revolutioniert“ werden

kids-globus08_lutz-tigerKürten, 4. Oktober 2010 (Lothar Pöhlitz) - Das war eine sehr gute Idee von BILD (v. 21.9.2010) 62 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auf einer ganzen Seite eine Plattform unter dem Titel „Meine Ideen für Deutschland“ zu bieten, auf der sie ihre Sorgen, ihre Visionen in ihre Wünsche verpacken und der Öffentlichkeit präsentieren durften. Das zeigte, dass der Bedarf dafür groß ist, da kann man sich nur eine regelmäßige Fortsetzung zum Wohle unseres schönen Landes, zur Konkurrenzfähigkeit in der Welt auf allen Gebieten wünschen. Über die Gesundheit und Zukunft unserer Kinder hat sich leider niemand geäußert. Das hat aber der Bundespräsident Christian Wulff in seiner Rede an die Nation anlässlich der Feiern „20 Jahre deutsche Einheit“ mit dem programmatischen Satz „unsere Kinder sind Deutschlands Zukunft“ nachgeholt. Mit diesem Beitrag möchte ich einmal die Aufmerksamkeit auf dieses große Problem, das aber nicht durch ein kurzes Statement zu lösen ist und einige weitere Facetten lenken, die in meinem privaten Umfeld gegenwärtig heftig diskutiert werden und vielleicht auch „ihre“ Wünsche tangieren.

Von Fotografen, Redakteuren, Moderatoren, Fernsehköchen, Komödianten…….

Wer heutzutage aufmerksam durch die Medienwelt zappt bleibt an vielen aufgeworfenen Fragen hängen und hat es oft sehr schwer auch noch dazu passende Antworten zu finden. In regelmäßigen Abständen fordern sie mehr Geld, dabei könnte man mehr als die Hälfte der TV-Sender schließen, mehr als die Hälfte der schwarzen und bunten Blätter einsparen. Kaum einer würde protestieren! Täglich wundert man sich,  wenn TV-Sender oder Tageszeitungen die gleichen Nachrichten und Bilder verbreiten, Fotografen, Redakteure, Moderatoren, Fernsehköche,  Komödianten usw. überleben können, obwohl die meisten voneinander abkupfern. Was gestern schon auf ….zig Fernsehkanälen verkauft wurde, liest man meist wortgleich morgen in den Kreis-, Regionalzeitungen, bei den Überregionalen oder auch bei BILD. Sie bedienen sich gegenseitig, nennen sich Redakteure oder Journalisten. Von Kreativität und Problembewältigung oft weit entfernt leben sie offensichtlich auch noch sehr gut davon. Sie betreiben meist einseitige politische Meinungsbildung obwohl „unpolitisch - überparteilich“ über ihren Zeitungen steht. Allüberall kämpfen hunderte Foto-Journalisten um das eine zu verkaufende Bild, jagen Paparazzis um die Welt, auch beim Sport. Fußball über alles, offensichtlich werden am ehesten die Berichte abgedruckt, wenn von Flitzern, Toten auf Tribünen, unbewiesenen Dopinganschuldigungen, Verletzten, Motzkis oder Verlierern berichtet wird. Warum wird dies nicht öffentlich hinterfragt, warum müssen wir das täglich über uns ergehen lassen? Ob ein neuer Sarrazin für die Probleme der Medienberichterstattung helfen würde?

Unsere Kinder sind Deutschlands Zukunft, aber nur wenn sie gesund und fit sind

Es ist ja sehr erfreulich, dass seit Jahren aus Berlin und den Landesregierungen immer wieder das Bemühen um mehr und bessere Bildung transportiert wird. In seiner bemerkens-werten Rede zum 20. Jahrestag der deutschen Einheit formulierte Bundespräsident Christian Wulff u.a. : „unsere Kinder sind Deutschlands Zukunft“. Dem möchte man mit Nachdruck anfügen: nur gesunde, fitte und intelligente  Kinder werden Deutschlands Zukunft sichern. In diesem Zusammenhang fragt man sich ob das wirklich für uns alle gut ist, wenn in Abhängigkeit von schwarz-gelb, rot-grün, schwarz-grün oder sonst einer knappen Mehrheits- Kombination aller paar Jahre die Bildungssysteme in den Schulen „revolutioniert“ werden. Rot-Grün in NRW kämpft gerade um die Gemeinschaftsschule mit mittelmäßigem Leistungsanspruch, anstatt Versäumtes der letzten Jahre aufzuarbeiten, sich um Inhalte, die Entrümpelung der Lehrpläne, um die Lehrerqualifizierung oder den Niedergang des Sportunterricht zu kümmern. Im Sinne Wulffs´s Sorgen wäre es doch endlich notwendig auch  den Schulsport zu „revolutionieren“. Am gegenwärtigen Beispiel der Klagen der Wirtschaft wird das Dilemma deutlich. Es fehlt Fachpersonal, es fehlen Ingenieure, Dipl.- Ingenieure; Tausende wurden in der Verantwortung der Vorgängerregierungen nicht ausgebildet! Wie wär´s endlich mit einem Bildungssystem für ganz Deutschland das alle Lebensbereiche auf der Grundlage gesunder Kinder, individueller Intelligenz und Lernbereitschaft bedient? Alle könnten doch einen Arbeitsplatz finden, so sie wenigstens einigermaßen rechnen und schreiben könnten. Die Verantwortung der Landesregierungen muß auf Kontinuität, mit Blick auf das Ganze gerichtet sein und aktuelle politische Interessen hinten anstellen. Auch das Ererbte spielt dabei eine Rolle. Der Exportweltmeister ist in Gefahr, wenn weiterhin die Ausbildung nach Lehrplänen aus der Vergangenheit erfolgt und nicht endlich eine Erneuerung durchgesetzt wird. Es ist doch unfassbar, dass 1 Jahr Gymnasium eingespart wird ohne dass vorher ein überarbeitetes, modernes, den neuen Anforderungen gerecht werdendes, praktikables Konzept für die Schüler erarbeitet wurde. Eine Chance vertan. Oder fehlt die Kompetenz, verhindert die deutsche Kleinstaaterei ein neues Bildungsprogramm, das die Gesundheitsaufgabe einschließt? Es kann doch nicht länger hingenommen werden, wenn die Schüler kaum noch Zeit für Hobbys, für Kreatives oder für den Sport finden, kaum noch Zeit haben um zum Training zu gehen. Lehrer die 13 jährige im Gymnasium ins Wochenende mit einem Riesenberg Hausaufgaben entlassen und noch die Bemerkung hinterherschieben, dass sie ja am Wochenende dazu 3 Tage Zeit hätten sind doch keine Pädagogen! Sie haben offensichtlich ihre Aufgaben in den verflossenen Wochenstunden nicht erfüllt. Entrümpeln ist überfällig. Die klugen Köpfe der Gegenwart sind doch auch unter Bedingungen groß geworden, in denen Sport Bestandteil des Lebens und der Bildung war. In den Köpfen der Kultusminister spielt der Schul-Sport eine sensationelle Nebenrolle. Sie beschäftigen sich nicht mit der Fitness und Gesundheit unserer Kinder, obwohl nicht nur die Ärzte seit Jahren immer wieder auf diese Gesundheitsproblematik, auf immer mehr übergewichtig-fette und kranke  Kinder und Jugendliche hinweisen. Die werden bestimmt nicht Deutschlands Zukunft verantworten, sondern eher die Krankenkassen belasten und die Gesunden zu immer höheren Beiträgen zwingen. In einem gerade veröffentlichten OECD – Bericht las man, dass in Deutschland jeder Zweite unter Übergewicht und jeder Sechste an Fettleibigkeit leidet. Mit der Überfrachtung und Ausweitung des Unterrichts haben sie es aktuell auch noch geschafft den außerschulischen Sport zu verhindern. In einem gesunden Körper ein „leistungsfähiger“ Geist für Deutschland ist offensichtlich nicht ihr Ziel, für tägliche Sportstunden fehlen die Sportlehrer und die Sportstätten an vielen Schulen. Ist es ein Finanz- oder Wissens- oder Überzeugungsproblem? Die Zeit ist reif. Vielleicht könnte ein Volksentscheid in ganz Deutschland zur Rolle von Bildung und Sport für unsere Kinder und Jugendlichen etwas ändern. So kann es doch nicht weitergehen. Wir können doch nicht vordergründig über die Probleme von Migrantenkindern diskutieren und unsere eigenen Kinder einfach in diese Problematik einordnen.

Made in Germany in Wirtschaft und dem Sport wiederbeleben

Auch das Erfolgskonzept der Nachkriegszeit „Made in Germany“ muß wieder in den Mittelpunkt unserer Wirtschafts- und Sportpolitik. Warum stellen die Medien unsere erfolgreichen Sportler den Kindern nicht als Vorbilder vor, warum gibt es keine regelmäßigen Sendungen über praktizierten Kinder- und Jugendsport, aber immer wieder Berichte ohne Neuigkeitsgehalt über Doping oder über Hitler und den 2.Weltkrieg oder immer wieder gewaltverherrlichende Krimis mir Vorbildwirkung? Es muß doch jemand daran Interesse haben. Was machen eigentlich Intendanten? Warum haben die Amerikaner Geld für viel Sport an Schulen und Universitäten und wir nicht? Man hat das Gefühl dass aller zwei Wochen Schauspieler, Moderatoren, Talkmaster, Köche oder Comedians sich gegenseitig mit einem Oscar, einer Henne, einer Taube, einer goldenen Mücke oder sonst einem unbedeutenden Preis auszeichnen, dabei mit immer mehr Unlust nur wegen der dort wartenden Presse über den roten Teppich gejagt werden, um sich danach noch einmal im TV, in Talk-Shows und in der Yellowpress gegenseitig hochzujubeln, zu zeigen in welchem Luxus sie in aller Welt leben können..

Alle sollten sich bewegen und um ihr Vaterland sorgen

Die Sorge um Deutschland, dass es in der weltweiten Konkurrenz überlebt und unsere Enkelkinder gesund, gebildet und fit ihren Beitrag für Deutschland leisten können und wir noch in 20 oder mehr Jahren gegenüber China, Russland, Indien, Japan oder den USA konkurrenzfähig sein können. Ein wenig mehr Stolz auf unser schönes Land und die Leistungsfähigkeit vieler Menschen in Ost und West, von der zu viele Schmarotzer leben, könnte ein neues Bewusstsein in die Köpfe tragen. Auch ein wenig Egoismus könnte uns nicht schaden. Ein Leben lang durfte ich im Rahmen meines Berufs viele  Länder in allen Kontinenten besuchen. Ich war immer wieder froh, stolz und dankbar in unser schönes Land zurückkehren zu können.