40 Jahr Feier der LG Telis Finanz mit 200 Gästen

40-jahre_b_lutzfotoRegensburg, 12. November 2010 (orv) –  Wenn dir leichtathletik.de bei deiner eigenen Jubiläumsfeier den Leitartikel am nächsten Morgen abnimmt, dann bist du angekommen in der deutschen „belle étage“ der olympischen Kernsportart Nummer eins. Und das hat vordergründig zunächst nichts damit zu tun, dass DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop aus den LG-Reihen kommt, aber in aller Regel bei solchen Auftritten unter den Alt-Traditionalisten nach wie vor nur als „da Clemens“ gehandelt wird. Der wiederum grübelte dann bei seiner Rede ein wenig über sein Lebensalter: „Ich musste soeben feststellen, dass ich von den 40 Jahren auch nun schon 36 dabei bin.“ Und weil die Regensburger schon immer etwas anders sind, ging’s bei dem abschließenden Jubiläums-Talk, den Stamm-Moderator Florian Weber mit Ehrenpräsident Norbert Lieske und dem „Hansdampf“ und Motor der LG Telis Finanz Kurt Ring führte, weniger um die sportlichen Triumpfe als um viele nette Histörchen aus dem LG-Nähkästchen.

Nach wenigen Minuten hatten sich die beiden so in Fahrt geredet, dass sie schlussendlich fast ihre Olympiateilnehmer Hermann Magerl (1972/4. Hochsprung), Florian Schönbeck (204/12. Zehnkampf) und Jason Stewart (2004/ Vorlauf 800 m) vergessen hätten, namentlich zu erwähnen. „Kinder wie die Zeit vergeht“, ist ein geflügeltes Wort, wenn etwas Ältere, wie die beiden, schon bei der Gründung anwesenden zusammensitzen. Und auch im Saal verging diese wie im Fluge. Als die ersten Gäste sich verabschiedeten, war es immerhin schon kurz vor Zwölf.

„Mir san mia“ kann für die Oberpfälzer auch in der Zusammenarbeit mit ihren bisherigen zwei Namenssponsoren gelten. Als der Marketing-Chef der Domspitzmilch-Werke Otto Prinzig 2005 in Ruhestand ging, packte Teamchef Kurt Ring die Gelegenheit beim Schopf und machte ihn gleich mal zum Geschäftsführer seiner neu gegründeten Veranstaltungs- und Promotionengesellschaft athletics Sport GmbH. „Seitdem geht es bei uns noch einmal steiler bergauf als vorher, wir verdanken ihm sehr viel“, wusste Kurt Ring demnach auch zu berichten.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten die versammelten Gäste auch die witzige und stimmungsvolle Rede von Eugen Hahn, dem Generalbevollmächtigten der Telis Finanz AG. Sponsoren sind im Umgang mit ihren „Kunden“ oft recht zurückhaltend mit überschwänglichen Zufriedenheitsbekundungen. Nicht so der Telis-Boss: „Es ist eigentlich super, wenn aus Partnern Freunde werden.“ Was willst du also mehr oberpfälzisches Leichtathletikherz, bei so viel Sympathie, die dir da entgegenschlägt, nicht zuletzt schon erkennbar an den riesigen zwanzig Quadratmeter großen Transparent der acht Tops, die dafür extra im Vorfeld mit einem professionellen Fotoshooting vom Hauptsponsor beglückt wurden.

Apropos aktuelle Tops von 2010: Die gab’s natürlich auch zu ehren und weil die Regensburger sich inzwischen rausgewurstelt haben aus den unteren Leichtathletikregionen, gehörten sie alle der Medaillenschicht der Männer- und Frauenklasse an und waren samt und sonders auch schon mal Deutscher Meister. Los ging’s da mit dem letztjährigen dreimaligen Deutschen-Nachwuchsmeister im Dreisprung Manuel Ziegler, der heuer Dritter bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im heimischen Uni-Stadion geworden war. Weiter ging’s mit den beiden Marathoni-Damen Steffi Volke und Fakja Hofmann, heuer aus Mainz mit Überraschungs-Bronze und – Silber heimkehrend, zusammen mit Veronika Ulrich auch noch mit Halbmarathon-Teamgold dekoriert.

Im Weitsprung katapultierte sich 2010 Michelle Weitzel in die deutsche Elite, in der Halle im Mehrkampf und in der Spezialdisziplin mit Silber und Bronze belohnt. Er läuft und läuft und läuft … so könnte man vom Telis-Schwaben Philipp Pflieger berichten. Trotz immer wieder mangelhaften, verletzungsbedingten Vorbereitungen, schwang er sich zum konstantesten diesjährigen deutschen 5000 m Läufer auf, zweimal Dritter auf dem Treppchen (5000 m/10 km). Genau so oft stand er mit dem Team ganz oben (Cross/3x1000 m).

40-jahre_lg-101112-0008-12_lutzfotoDas mit dem Team galt auch für seinen Laufkumpel Florian Orth, dem zusätzlich auch noch durch den Juniorentitel mit der 3x1000 m-Staffel das Tripple gelang. Zweimal war hier dabei sein langjähriger hessischer Freund Felix Plinke und eben noch Junior Jonas Zweck. Einzeln stand der Flo dem Philipp auch nicht nach. Zweimal im Winter Dritter (1500 m Halle/Cross), dann der vierte Platz über 1500 m in Braunschweig und letztendlich der Juniorentitel auf der selben Strecke am Unihügel sprechen eine deutliche Sprache. Damit im Team „nur“ die Nummer vier zu sein, ist der Ausdruck derzeitiger Telis-Stärke. Vor ihm rangiert die vierfache deutsche Nachwuchsmeisterin (Cross, 5000 m, 1500 m, 10 km) und Junioren-WM-Sechste Coco Harrer (800 m), die zudem noch das Kunststück fertig brachte, als Mittelstrecklerin bei den Frauen Silber über 10 km auf der Straße abzuzocken.

Die Nummer zwei in der Rangfolge stellte letztendlich der Deutsche Marathonmeister Dennis Pyka dar, der für die Regensburger nach zweimal Zehnkampf-Gold (Florian Schönbeck) und einmal Hochsprung-Gold (Hermann Magerl) nun endlich den ersehnten ersten Lauf-Einzeltitel für das Telis-Team holte. Übertroffen wurde er hier hauchdünn nur noch von Hindernis-Floh Susi Lutz, die gleiches Kunststück über die 3000 m Hindernis als bisher einzige Regensburger Leichtathletik-Frau aller Zeiten schaffte. Was Moderator Florian Weber gleich wieder zur Vermutung verführte, bei Teamchef und Lutz-Trainer Kurt Ring irgendwo sogar feuchte Augen zu ahnen. Der gab denn auch zu, „dass jene Sternstunde im Braunschweiger Stadion dann doch für ihn der emotionalste Augenblick 2010 gewesen war.“