Wenn erste Plätze nicht ausgelaufen werden

lutz-harrer1_sportlerehrung09_lutzfotoRegensburg, 23. November 2010 (orv) – Leichtathleten sind es gewöhnt, den Sieg im direkten Vergleich auszumachen. Am Ende steht ein Ergebnis, manifestiert mit genauer Leistungsangabe in Minuten und Sekunden oder aber auch in Metern und Zentimetern. Kaum kommt der Winter, geht’s mit den leidigen Sportlerwahlen los und das zum Überdruss noch Sportart übergreifend. So manches Sportlerherz ist auf Grund der oder jener Nominierung dann tief getroffen, weil sein Name nicht dabei ist, obwohl selbst objektive Betrachter dies anders sehen.

Dies gilt wohl auch in diesem Jahr wieder zur großen Regensburger Kür der Mittelbayerischen Zeitung zum „Sportler des Jahres 2010“. In einer „Freude-Friede-Eierkuchensportstadt“ wie Regensburg ist außerdem Sportpolitik oft wichtiger als der reine Leistungsvergleich, sofern er denn überhaupt möglich ist. Es muss eben der Proporz zwischen den Sportarten und auch den Vereinen stimmen und außer der heiligen Kuh „SSV Jahn 2000“ ist dann schon vieles möglich. Der dafür zuständige Redakteur bei der MZ hat unter diesen Gesichtspunkten oft die Qual der Wahl, weil in der einen oder anderen Kategorie meist die Zahl der benötigten Sportler/Innen nur mit Müh und Not qualitätsbezogen die benötigte Zahl Fünf erreicht und bei den Teams sowieso immer nur der Dreikampf Baseball-Fußball-Eishockey im Vordergrund steht, ganz gleich wie die Jahresleistungen ausfallen.

Die Regensburger Leichtathletik war in den letzten Jahren immer gut vertreten und hat stets in der Regel gut abgeschnitten, auch wenn so manches Ergebnis selbst bei der olympischen Sportart Nummer eins Schmunzeln erzeugt hat. Was für die Sportart in der Domstadt super ist, in diesem Fall aber ein großes „leider“ beinhaltet, ist die Tatsache, dass die Leichtathleten hinsichtlich des sportpolitischen Proporzes einfach zu viel des Guten liefern.Trotzdem ist es ein wenig schade, dass national renommierte Asse wie Philipp Pflieger und Marathonmeister Dennis Pyka trotz überragender Einzelergebnissen durchs Sieb gefallen sind.

Bei den Damen haben es wieder zwei Telis-Läuferinnen in die engere Auswahl geschafft. Susi Lutz, 2005 schon einmal Sportlerin des Jahres, und die in den letzten beiden Jahren in der Nachwuchskategorie erfolgreich gewesene Corinna Harrer werden sich allerdings wohl gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Aber so ist es halt mit den Wahlen.Genießen wir also die Qual der Wahl mit all ihrer Spannung bis zum Januartermin, wenn die Feier aller Feiern wieder einmal im Cinemaxx vonstattengeht. Die dann Unzufriedenen mögen sich trösten: Sportlich abgerechnet wird allemal noch immer im Stadionrund, im Schwimmbecken oder auch im Rennen zum Berggipfel. Und da wollen alle Regensburger Fans Regensburger wieder siegen sehen.