Telis-Athleten immer auf der Höhe des Geschehens

volke_pyka_hofmann1_dm-marathon2010_kiefnerfotoRegensburg, 28. Dezember 2010 (orv) – Im Mai nimmt die Leichtathletik immer erst richtig Fahrt auf. Dies taten die Telis-Langstreckler gleich am Ersten des Monats kräftig: Corinna Harrer wurde Deutsche Jugendmeisterin über 5000 m und das Gespann Susi Lutz und Philipp Pflieger überzeugte als jeweilige DM-Fünfte über 10.000 m. Der Spannungsbogen war 2010 ein idealer. Mitte August schloss die hiesige Bahnsaison mit reibungslos ausgerichteten Deutschen Juniorenmeisterschaften im heimischen Uni-Stadion ab.

Mai – Corinna Harrer und Dennis Pyka werden Deutsche Meister

pyka_dennis1_dm-marathon2010_kiefnerfotoVon wegen Saison-Vorgeplänkel: In Ohrdruf am Tag der Arbeit treten die Telis-Langstreckler/Innen gleich kräftig in die Pedale. Corinna Harrer beherrscht das Meisterschaftsfinale bei den Deutschen Langstreckenmeisterschaften im 5000 m Lauf der weiblichen Jugend A nach Belieben und beendet das Rennen im Alleingang als abermalige Titelträgerin in 16:47,04. Die Zeit ist allerdings nicht berauschend, der Abiturstress hat seine Spuren hinterlassen. Für das Duo Susi Lutz und Philipp Pflieger reicht es bei kräftiger Steigerung ihrer jeweiligen Bestleistungen auf 34:11,45 und 29:13,42 zu Platz fünf. Eine Woche später holen drei Telis-Langstaffeln Landesgold: Christophe Chayriguet, Philipp Pflieger und Sebastian Zundler gewinnen mit 7:20,45 die 3x1000 m der Männer, die Junioren mit Felix Plinke, Jonas Zweck und Florian Orth bleiben als Meister in ihrer Altersklasse mit 7:24,07 lange im Windschatten. Die 3x800 m der Frauen sind eine sichere Beute von Corinna Harrer, Susi Lutz und Christiane Danner (6:41,89). Drei weitere Landestitel kommen wenige Tage später durch Rieke Mayer-Tancic (Marathon Frauen – Würzburg 16.5.) und die beiden Junioren-4x400m-Staffeln in den Besetzungen Vera Stelkens, Julia Liedl, Christiane Danner, Corinna Harrer sowie Johannes Graf, Felix Plinke, Lukas Zweck, Florian Orth (München, 22.5.) hinzu.
Für das absolute Highlight im Mai sorgen allerdings am 9. Mai bei der Marathon DM in Mainz Dennis Pyka, Fakja Hofmann und Steffi Volke. Dennis Pyka wird erstmals Meister mit 2:20:09. Fakja Hofmann (2:48:23) und Steffi Volke (2:51:49) vervollständigen den Medaillensatz mit nie erwartetem Silber und Bronze. Die Frauenmannschaft mit der tapfer laufenden Margit Mauren als dritter Frau schafft zudem Platz drei. Das Watter-Sportfest am 15. Mai glänzt wieder einmal mit fast 700 Teilnehmern als das Eröffnungsmeeting in Bayern.

Juni – Eine erneut glänzende Sparkassen Gala steigt zum drittbesten deutschen Meeting auf

pfliegerphilipp1_gala10-kiefnerfotoAnfang Juni schaut inzwischen ganz Leichtathletik-Deutschland nach Regensburg. Die Sparkassen Gala, diesmal am 5. Juni im Uni-Stadion, wird immer mehr zur ersten Leistungsschau der nationalen Leichtathletik. Erneut konnte ganz Leichtathletik-Deutschland am Bildschirm zusehen: Über 5 Stunden wurde mit 5 Kameras und einem eigenen Moderatoren-Team via livestream übertragen und mehr als 10.000 User nahmen das Angebot begeistert an. Viele, viele Ergebnisse haben den Weg in die endgültigen Deutschen Bestenlisten gefunden, darunter auch die bombige Steigerung von Mittelstreckler Florian Orth als 1500 m-Zweiter auf 3:40,60 und Susi Lutz erster Hindernislauf unter zehn Minuten (9:58,60).
Philipp Pflieger glänze über 5000 m mit 13:52, lief aber dann in Heusden bei einer Bullenhitze mit 13:46,04 noch einmal schneller. Nesthäkchen Corinna Harrer patzte über 1500 m. Für die Junioren-WM-Qualifikation reichte die 4:20er-Zeit dennoch dicke. Weitspringerin Michelle Weitzel bestätigte mit deutlichen Sätzen über die sechs Meter ihre inzwischen manifestierte Angehörigkeit zur deutschen Spitze. Eindrucksvoll ließ sie wenig später in Dillingen mit 6;49 die gesamte deutsche Konkurrenz hinter sich. Zwei Landestitel durch die U23-Leute Judith Lutz und Jonathan Schaible über 10.000 m wurden da schon zur Randnotiz, die 9:58,60 von Susi Lutz waren ebenfalls Landesgold wert. International verlagerten sich Corinna Harrers Interessen durch zwei wertvolle 800 m Siege in Mannheim und später dann im belgischen Heusden (zweimal 2:04er Zeiten) in Richtung der zwei Bahnrunden. Bei den Deutschen Berglaufmeisterschaften am 6. Juni in Müllheim wurde Veronika Ulrich Vierte und im Team mit Michaela Schedler und Rieke Mayer-Tancic Zweite.

Juli – Meisterschaftsmedaillen in Hülle und Fülle und ein gelungener Harrer-WM-Auftritt

lutz_susi1_dm-aktive-kiefnerfotoWährend Christiane Danner (1500 m U23/4:38,12), Lukas Kellner (3000 m U20/8:52,01), Manuel Ziegler (Drei U23/15,68) und Stefan Matula (Stab und Weit U23/4,90 bzw. 6,99) mit 5 Titeln bei den Bayerischen Jugend- und Juniorenmeisterschaften in Hof glänzten legten Philipp Pflieger und Corinna Harrer im holländischen Oordegem bzw. im belgischen Heusden den Grundstock für höhere Ziele. Pflieger setzte sich mit einer 3000 m Zeit von 7:55,99 in Holland an die Spitze der deutschen Besteliste und gab diese Position dann nie mehr ab. Eine Woche später in Belgien lief er 5000 m Jahresbestzeit (13:46,04) bei schier unmöglichen Temperaturen (nachmittags um 17 Uhr hatte es noch 40 Grad) und seine Teamkollegin Corinna Harrer gewann ein internationales U23-Rennen mit 2:04,60. Die anschließenden Deutschen Meisterschaften im Braunschweiger Eintracht-Stadion waren die Titelkämpfe der Susi Lutz. An der Stätte ihrer größten Niederlage, packte sie die Gelegenheit beim Schopf und feierte mit dem Gewinn des Deutschen Meistertitels über 3000 m Hindernis ihren größten Triumpf. Im 5000 m Finale drückte Philipp Pflieger dem Rennen seinen Stempel auf. Am Ende lagen nur Arne Gabius und Filmon Ghirmai vor dem Regensburger, Noch-Europameister Jan Fitschen aber dahinter. Im schnellsten Meisterschaftsfinale der letzten zehn Jahre – unter anderem auch Verdienst des Regensburgers – ließ er sich am Ende mit seiner vierten 13er-Zeit des Jahres (13:54,03) und einem letzten Tausender in 2:30 Bronze umhängen. Florian Orth belegte über 1500 m mit 3:48,35 nur knapp hinter Artur Lenz Platz vier, Manuel Ziegler wurde Sechster im Dreisprung mit 15,55 und eine durch viele Verletzungspausen gebeutelte Christiane Danner ergatterte über 1500 m mit Jahresbestleistung von 4:25,10 noch Rang acht. Weitspringerin Michelle Weitzel versuchte alles, eine hartnäckige Verletzung ließ aber nur ein kurzes Einspringen zu.  Bei den Bayerischen Meisterschaften der Aktiven und Schülerklassen war am Monatsende dann nur noch ein Telis-„Notaufgebot“ am Start. Philipp Pflieger und Christiane Danner sorgten mit ihrem 1500 m bzw. 800 m Sieg für die einzigen Goldmedaillen bei den „Großen“. Anne Lotter (300 m/W15/41,51) und Franziska Reng (2000 m/W14/6:47,06) ließen sich bei den „Kleinen“ mit ihren Siegen nicht lumpen. Den krönenden Abschluss des Monats feierte jedoch Corinna Harrer bei der Junioren-WM U20 im kanadischen Moncton. Nach dramatischen Vor- und Zwischenläufen, in denen sie jeweils an ihre persönlichen Grenzen gehen musste, gelang ihr im Endlauf dann letztendlich noch Platz sechs mit Jahresbestzeit von 2:04,28.

August – Local hero Florian Orth holt zu Hause zwei Junioren-DM-Titel


orth-florian_dm-junioren-2010_kiefner-fotoZwei Highlights hielt der August noch bereit. Zunächst triumphierte Corinna Harrer bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm erneut. Diesmal holte sie sich ohne größere Anstrengungen den 1500 m Titel in 4:30,58. Den durchaus möglichen Doppelerfolg mit den 800 m als Zweitstrecke verhinderte eine Gegnerin, die ihr mit einem Schlag in die Wade im 800 m Vorlauf das verletzungsbedingte Aus bescherte. Im letzten Wettbewerb, der 3x1000 m Entscheidung der Männer, kam dann doch noch zweites Telis-Gold dazu: Das Trio Felix Plinke, Philipp Pflieger und Florian Orth hielt mit dem neuen bayerischen Rekord von 7:12,30 alle weiteren deutschen Staffeln überraschend in Schach. Ein fünfter Rang von Lukas Kellner über 3000 m der mJA in 8:48,26 vervollständigte die Ulmer Bilanz. Die eine Woche später im Regensburger Uni-Stadion stattfindenden Deutschen Juniorenmeisterschaften (14./15.8.) waren die Titelkämpfe des Florian Orth. Zuerst rannte er über 1500 m in 3:55,05 in einem reinen Spurtrennen zu Gold, kaum eine Stunde später führte er das 3x1000 m Trio mit ihm am Schluss, Felix Plinke in der Mitte und Jonas Zweck am Start in 7:18,94 ebenfalls auf das oberste Treppchen. In einem Dreisprung-Medaillenkrimi hatte diesmal Titelverteidiger Manuel Ziegler das schlechtere Ende für sich. Wenige Zentimeter hinter Gold und Silber blieb „nur“ Bronze übrig (15,65), wobei sein letzter Sprung, hauchdünn übergetreten, der sichere Sieg gewesen wäre. Susi Zimanyi steuerte über 200 m in 24,58 Platz sieben bei und Julia Kick landete über 3000 m Hindernis mit 11:22,04 auf Rang acht. Mit der Erkenntnis, dass auch sie keine Maschine ist, musste Titelverteidigerin Corinna Harrer über 800 m in diesen Tagen umgehen. Nach einem souveränen Vorlaufsieg, warf sie am Sonntag eine gesundheitliche Unpässlichkeit aus der Bahn. Ihr achter Platz in völlig indiskutablen 2:12,27 hatte da nur noch statistischen Wert. Am Ende des Monats fügte Mehrkämpfer Tom Bechert bei den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften in Potsdam im Zehnkampf der Männer einen durchaus nicht erwarteten vierten Platz mit 7023 Zählern hinzu.