Neue Zulassungsbestimmungen für Meisterschaften stellen Athleten vor Probleme

Regensburg, 13. Januar 2011 (orv) – Viele Athleten/Innen, die sich verlassen haben, wie in den letzten Jahren auch über ihre Vorjahresleistung für die Deutschen Hallenmeisterschaften zu melden, mussten bei Jahreswechsel kräftig umdenken. In einer Nacht- und Nebelaktion hatte die AG Wettkampfwesen im November beschlossen, für 2011 nur noch in der aktuellen Hallensaison erzielte Qualifikationsleistungen  gelten zu lassen. Dies den Vereinen sofort mitzuteilen, wurde versäumt, die Ausschreibung selbst erst kurz vor Weihnachten kommentarlos und hinter mehreren Links versteckt im Internet veröffentlicht. Klaus Hartz, einer der entscheidenden Männer in diesem Verbandsgremium, musste folglich in einer telefonischen Anfrage einräumen, dass der  DLV hier „große Kommunikationsprobleme“ hat, er zudem dies auch in den nächsten Tagen nicht veröffentlichen kann, „weil beteiligte Funktionäre in solch kurzer Zeit dazu nicht in der Lage sind.“

Wie es zu dieser Änderung der Zulassungsbestimmungen gekommen ist, konnte weder Klaus Hartz noch die Geschäftsstelle in Darmstadt sagen.  Es könnte sein, dass man für alle Deutschen Meisterschaften unisono dieselben Bestimmungen schaffen wollte. Diese Vermutung teilt auch Klaus Hartz, musste aber dann einschränken, dass schon bei den ersten Titelkämpfen des Jahres, den Deutschen Hallenmehrkampfmeisterschaften eben diese Regelung nicht zum Tragen kommt.

Wer nun genau wissen will, wie es sich im Sommer verhält, bekommt  derzeit noch keine Aufklärung. Fakt ist, die gesamten Ausschreibungen für die nationalen Titelkämpfe auf der Bahn sind noch nicht veröffentlicht, existieren derzeit nur als internes Papier beim DLV selbst. Eine Ausschreibungsbroschüre wird es in diesem Jahr erstmals nicht geben, die Ausschreibungen werden ausschließlich im Netz veröffentlicht. Der Zeitpunkt steht noch nicht fest. Eines ließ Klaus Hartz allerdings schon durchdringen: bei den am 7. Mai in Essen stattfindenden Langstreckenmeisterschaften über 10.000 m (Männer, Frauen, Junioren- und Altersklassen)  und 5000 m der weiblichen Jugend werden die altbewährten Zulassungsbestimmungen des Vorjahres zur Anwendung kommen. Das heißt, die 10.000 m Leistungen des Vorjahres entsprechend der Ausschreibung 2010 zählen auch 2011.

Für die Hallenmeisterschaften im Februar kann es aber durchaus zu Engpässen kommen. Schaut man sich die derzeitige Hallenbestenliste an, haben nur ganz wenige Athleten/Innen bisher die Normen erfüllt. Meldeschluss ist am 7. Februar, Davor gibt es letztendlich nur zwei reelle Möglichkeiten, dies nachzuholen. Dies sind in der Regel die jeweiligen Landes- und Regionalmeisterschaften in der zweiten Hälfte des Januars. In die Felder der wenigen internationalen Meetings hierzulande reinzukommen, scheint selbst für letztjährige DM-Medaillengewinner sehr schwer zu sein, Platzanwärter sind eh chancenlos. Findige Köpfe haben inzwischen herausgefunden, dass nach den Bestimmungen 2011 im Vorjahr über 3000 m der Männer mit der strammen Norm von 8:14 weniger als eine Handvoll Läufer am Start gewesen wären. Ob das die Leichtathletik attraktiver macht, bleibt an dieser Stelle dahingestellt. Noch dramatischer stellt sich die Frage in den Langstaffeln: Wo soll man denn bitte die 3x1000 m Norm laufen, wenn diese in vielen Landesverbänden nicht einmal ausgeschrieben werden und zum Zeitpunkt der Süd- oder Norddeutschen Meisterschaften in vielen Fällen erst die Einzelnormen eingesackt werden müssen.