Bayern geht gestärkt in die Hallensaison

weitzelmichelle2_blv-halle11_kiefnerfotoRegensburg, 17. Januar 2011 (orv) –  Selten hatten Landestitelkämpfe in der Halle mit so viel Glanz und Glamour als jene am Wochenende in der Münchner Werner-von-Linde-Halle aufzuwarten. Tobias Unger mit Teamkollege Marius Broening (beide LG Stadtwerke München) gibt sich im Sprint die Ehre, mit David Fiegen (LG Telis Finanz Regensburg) feiert ein ehemaliger Vize-Europameister über 800 m sein Comeback, mit Malte Mohr, Fabian Schulze und Tim Lobinger greifen drei ganz Große ihrer Disziplin zum Stab und Acht-Meter-Springer Oliver König (alle LG Stadtwerke München) will an alte Zeiten anknüpfen. Bei den Frauen wollen Anja Wurm (LG Stadtwerke München im Sprint und die letztjährige Hallen-DM-Dritte Michelle Weitzel (LG Telis Finanz Regensburg) mit deutlichen Sätzen über sechs Meter glänzen. Die Regensburger rechnen sich auch noch über 1500 m sowohl bei den Frauen mit Corinna Harrer als auch bei den Männern mit Florian Orth Titelchancen aus.

Die Landeshauptstadt hat in Form ihres Eliteclubs LG Stadtwerke aufgerüstet. Das merkt man der Teilnehmerliste der Bayerischen Hallenmeisterschaften dieses Jahr deutlich an. In wie weit die Asse dann wirklich antreten, wird der Samstag und Sonntag zeigen. Nicht zu verstecken brauchen sich die Regensburger von der LG Telis Finanz. Ausnahmeläufer David Fiegen ist derzeit bestens in Form und mit Tempomacher Jimmy Lomba aus Frankreich will das Trio Fiegen, Orth (bei LG Telis Finanz) und Martin Conrad (LAC Quelle Fürth) Zeiten unter 1:50 ansteuern. Auch wenn Florian Orth dann vielleicht auf die 1500 m verzichten würde, stehen mit Felix Hentschel und Felix Plinke zwei Asse in den Telis-Reihen, die durchaus um den Titel mitrennen können. Über 3000 m gilt der Fürther Falko Zauber als Favorit, ohne Chancen ist Felix Hentschel aber auch hier nicht. Völlig überraschend steht über 400 m der Regensburger Johannes Graf mit seinen 49,04 ganz oben in der Nennliste.

Im Sprungbereich müssen die Domstädter auf Titelverteidiger  Manuel Ziegler verzichten. Ein Bänderriss hat ihn um das fast sichere Gold gebracht. Für einen anderen, der im letzten Jahr Gold holte, wird der erneute Griff danach fast unmöglich. Philipp Sellack (LG Telis Finanz) hat mit dem Stab nur Titelchancen, wenn die Münchner Prominenz doch nicht antreten sollte.

Im Sprintbereich der Frauen hofft die wiedererstarkte Telis-Athletin Susi Zimanyi über 60 m und 200 m auf einen Stockerlplatz. Auch Teamkollegin Pamela Spindler, heuer in der Halle nur „flach“, das heißt ohne Hürden unterwegs, will dort hin. Die Mittelstrecken waren schon von jeher eine Domäne der Regensburgerinnen. Auf Grund der Trainingsumstände in Regensburg setzen Corinna Harrer und Susi Lutz (beide LG Telis Finanz) auf die längere Kombination 3000m/1500m. Lediglich Chrissy Danner zieht neben den 1500 m die 800 m vor. Letztendlich geht es den Dreien weniger um die Titel, als um adäquate Testnachweise für bisher geleistetes Training und um Normerfüllungen für die Hallen-DM fünf Wochen später in Leipzig.

Michelle Weitzels 6,50 Sprung als Dritte der letztjährigen Hallenmeisterschaften hat Erwartungen ausgelöst. Gebremst durch eine länger andauernde Verletzung im letzen Sommer sind daraus noch nicht mehr geworden. „Michelle ist derzeit besser denn je“, so ihre Trainerin Steffi Pietsch zur derzeitigen Lage, „und außerdem absolut fit“. Warum soll das Hallenmärchen dann in München nicht weitergehen, zumal die nationale Konkurrenz in diesem Winter sich merklich zurückhält.

In den Jugendentscheidungen (U18 und U20-1500m) traut man der Telis-4x200 m Staffel der Mädchen mit Luka Krampert, Mona Fischer, Leonie Wagner und Anna Lotter, sowie dem 3000 m Meister von Fürth, Telis-Läufer Jonas Koller (1500m U20) am ehesten den Sprung aufs Treppchen zu.