Der Streit der Münchner Stabis mit ihrem Club eskaliert und wieder einmal bleibt die Sportart auf der Strecke

Regensburg, 31. Januar 2011(orv) –  leichtathletik.de hat den immer mehr eskalierenden Streit der Münchner Leichtathletik-Stars mit ihrem Club inzwischen zum Thema der Woche stilisiert und die Chancen stehen nicht schlecht, dass jenes derzeit stark brodelnde Gemenge zum Thema des weißblauen Leichtathletik-Winters wird. Zu beneiden sind die Macher der LG Stadtwerke München derzeit nicht. Wieder einmal zeigt sich das sportlich gesehen in der Weltstadt mit Herz letztendlich nur der Profifußball gut gedeiht, weil jenes verwöhnte Klientel eben stets den Duft der Weltklasse mit allen dazugehörigen Histörchen und Skandälchen braucht.

Im Zeitalter der Quotenjagd passt sich da die Medienlandschaft nur an. Geschichten sind gefragt und seien sie noch so absonderlich, das reine Berichten von Sport-Events ist eben megaout. So merken denn auch Leichtathletik-Enthusiasten von der LG Stadtwerke, wie hart die Regeln des Münchner Geschäfts sind. Es reicht nicht, einfach ein paar Stars zu kaufen, den Rest mit der üblichen Ware zum Ramschpreis aufzufüllen, von einem ehrgeizigen Talentmodell zu sprechen, um sich ruhig zurückzulehnen in der Erwartung der freudigen Dinge, die von nun an auf sie zukommen werden. München ist sportlich unersättlich, will immer mehr und mehr und das auf allerhöchstem Niveau. Wenn da nicht ein Uli Hoeneß vom FC Bayern mit ein paar Milliönchen wie unlängst bei den Basketballern dem „Randsport“ unter die Arme greift, wird dieser bis in alle Ewigkeiten am Rande bleiben.

Es war schon richtig, Stars wie Unger, Lobinger, Schulze, Mohr und co. an die Isar zu locken, die egozentrische Eigenschaften der meist alternden Meistros wurden in ihrer Gefährlichkeit jedoch total unterschätzt. Jene Profis haben in erster Linie nur eins im Sinn: Möglichst für sich immer nur das Beste herauszuholen. Es ist ihre legitime Existenzgrundlage, die eben nur eine kurze Phase in ihrem Leben funktioniert. Das sind die Regeln im kurzlebigen Profigeschäft und als solche auch verständlich. Nicht umsonst waren Unger und seine Spezies vor ihrem Wechsel lange Zeit wohl feil und eigentlich leicht zu haben, weil sich inzwischen kaum mehr ein Leichtathletik-Verein in deutschen Landen solch teure Ware leisten kann.

In der überschäumenden Freude, mit den Stadtwerken endlich einen Sponsor gefunden zu haben stürzte man sich ins Geschäft, als wollte man Rom in einer Woche neu erbauen. Vielleicht konnte oder auch wollte man nicht an die Pleiten der vergangenen Jahrzehnte denken, als ein LC Olympiapark München auch nur wenige Sommer strahlte. Jener Unsinn, aus einer erst zu schaffenden Münchner Talentschmiede bereits für 2012 aus dem eigenen Umland Olympiakandidaten zu generieren ist selbst an leichtathletische Laien nicht zu vermitteln.

So braucht denn auch die Münchner Leichtathletik ihr ganz besonderes Profil, um auf hohem Niveau überleben zu können. Ein tragfähiges Fundament forderte Thomas Hahn am vergangenen Freitag in der Süddeutschen Zeitung ein. Stein für Stein und das braucht Zeit. Dann kann darauf ein schönes Haus entstehen, sofern sich endlich in der Münchner Leichtathletik der richtige Architekt findet, der das auch bauen kann. Die Erfolge werden letztendlich dann von selber kommen.