Wo andere müde passen, legen die beiden Telis-Mädel Susi Lutz und Corinna Harrer immer noch zu

danner-harrer-lutz_blvhalle11_johnfotoRegensburg, 4. Februar 2011 (orv) – Es kommt nicht selten vor, dass die Patienten im Regensburger Rückenfortbildungszentrum, kurz RFZ genannt, des öfteren mit erstaunten Mienen ihr Training vergessen und gebannt Richtung der beiden Laufbänder schauen. Dort legen zwei zierliche Mädels ein Tempo vor, welches sich Otto-Normal-Verbraucher so eigentlich gar nicht vorstellen kann. Und das nicht zehn oder zwanzig Minuten, sondern meist gut eine Stunde. Die Rede ist hier von den Telis-Assen Susi Lutz und Corinna Harrer, die in ihrer noch jungen Karriere bisher nicht weniger als 18 nationale Einzeltitel und sechs internationale Nachwuchsmedaillen geholt haben.

lutz1_kaunas-emu20-09_lutzfotoDabei ist das Laufband meistens nur Mittel zum Zweck, wenn Dr. Frank Möckel wieder einmal zur Leistungsdiagnostik ruft, oder Notnagel für unbelaufbare Trainingswege in den harten bayerischen Wintern. Der hauptsächliche Wert des RFZ, auch Nebenstelle des Olympiastützpunktes  Bayern als Diagnose und Therapiezentrum liegt aber ganz woanders, weil der Leiter des Instituts, Philipp Weishaupt ein ausgemachter Experte in Sachen Kraft ist. Er kennt die beiden schon seit vielen Jahren, im zarten Schüleralter hat sie LG-Coach Kurt Ring schon angeschleppt.

Wer die beiden laufen sieht, so zart und oft auch so leichtfüßig, fragt sich, warum um Gottes Willen hier die Kraft so eine Rolle spielen soll. Wer Susi Lutz dann aber im Wettkampf einmal bei ihrer Spezialdisziplin 3000 m Hindernis beobachtet, sieht, welche Kräfte auf den Lauffloh besonders am fast vier Meter langen Wassergraben einwirken. Diese 3000 m über 7 Gräben und insgesamt 28 sperrige Hindernisse läuft sie schon seit dem 16 Lebensjahr. Ernsthaft verletzt war sie in all den Jahren genauso wie Teamkollegin Corinna Harrer noch nie. Und das, obwohl die beiden auch im Vergleich zu den Jungs die höchsten Umfänge und die härtesten Serien im Training laufen.

harrer9_cross-em10_johnfotoDas Geheimnis dafür sieht Coach Kurt Ring unter anderem in der ganz am Anfang ihrer Leistungskarriere durchgeführten peniblen Kraftanalyse im RFZ, bei der alle Schwachpunkte in der so wichtigen Rumpfmuskulatur aufgedeckt wurden und dann peu à peu über Jahre verbessert und stabilisiert wurden. Inzwischen trainieren die Mädels neben ihrem umfangreichen sonstigen Programm zwei Mal die Woche Kraft in den Räumen des RFZ und LG-Konditionstrainerin Doris Scheck nimmt sie zusätzlich an den anderen Tagen auch noch mit Athletik-, Circuit- und Stabi-Einheiten nach dem Laufprogramm her. In dieser Beziehung stimmt’s denn auch bei den Regensburger Läufer/Innen und selbst die Neuen gewöhnen sich immer schnell an die für sie noch ungewohnten Einheiten.