Bei den Titelkämpfen im Gelände wurde wieder einmal ein Schritt rückwärts gemacht

laufeinsamkeit_blvcross1_volkefotoRegensburg, 21. März 2011 (ring) –  Wer kennt ihn nicht, den Sketch von Loriot auf der Pferderennbahn. „Ja, wo laufen sie denn? …“ Genauso und nicht anders ist es vielen Betrachtern bei den diesjährigen Bayerischen Crossmeisterschaften am letzten Samstag in Pfaffenhofen gegangen. Natürlich war die 1,7 km Schleife crossig und anspruchsvoll, nur gesehen haben dies die Wenigsten. Irgendwie war dies wieder ein kräftiger Schritt zurück im jahrelangen Bemühen, ein Filetstück des Laufs attraktiv ans Publikum zu bringen. Den wenigen Fans wurde es sowieso nicht leicht gemacht. Eine Anfahrt zum Crossbereich war nur für Offizielle möglich, der Rest musste von allen anderen einschließlich der Läufer/Innen samt ihrer teilweise schweren Taschen fast einen Kilometer bergauf und per pedes zurückgelegt werden. Das allein war aber längst noch nicht alles bei den von der AG Breitensport ausgerichteten Titelkämpfen.

Apropos Breitensport – Crosslaufen ist ein absolut seriöser Wettkampfsport und verdient deshalb auch das volle Interesse des Verbandes. Der hat für seine Veranstaltungen in der Regel die AG Wettkampfwesen, die dazu da ist, dass alles seinen richtigen Ablauf nimmt. Die Ausrichtung der Meisterschaften außerhalb des Stadions hat sich vor einigen Jahren die AG Breitensport unter den Nagel gerissen. Allein ihr fehlt es an Kompetenz, solche Events auszurichten. Grundlegende Fehler werden nicht einmal, auch nicht zwei Mal, sondern immer wieder gemacht.

engstellen_blvcross1_volkefotoHier eine kleine Sammlung, was damit gemeint ist: Die Regeln der Auswertung bei Läufen mit verschiedenen Altersklassen konnte man in den letzten Jahren nie einhalten, obwohl alles ganz einfach ist, Wort für Wort in der Ausschreibung steht und inzwischen jedem Aktiven klar ist. Die schon fast lustigen Siegerehrungen einer gesonderten Frauenklasse ohne Juniorinnen und Altersklassenläuferinnen müssen regelmäßig wegen der Einsprüche der beteiligten Akteure gecancelt werden. Siegerehrungen finden in der Regel gut zweieinhalb Stunden nach Beendigung des Wettbewerbes statt, der Aushang der Teilnehmer bzw. der Ergebnisse lässt an Unübersichtlichkeit nichts offen. Die Möglichkeit eines live-tickers oder live-Ergebnisse im Internet wird nicht einmal angedacht.

zieleinlauf_blvcross1_volkefotoDass gute Veranstaltungen von der Moderation leben, scheint man in Pfaffenhofen noch nicht gehört zu haben. Der gute Mann am Mikrophon war miserabel vorbereitet, selten im Bilde des Geschehens, schlicht und einfach inkompetent. In den wenigen entscheidenden Momenten der Zielankunft lieferte er sich zudem noch eine Redeschlacht mit den daneben stattfindenden Siegerehrungen. Irgendwann war man froh, wenn beide einfach mal still waren und nichts Unbedeutendes von sich gaben.
Streckenführungen, die hunderte von Metern auf schwierigem Untergrund gerade einmal einen Meter breit sind, Zieleinläufe durch die Hinz und Kunz laufen, weil es eben gar nicht anders geht, wenn man von hier nach dort kommen will, und nicht auf der Startnummer markierte Altersklassenbezeichnungen bei klassengemischten Läufen sind Stockfehler, die einfach nicht mehr passieren sollten.

Breitensportwettkämpfe im Landesverband sind in aller Regel Seniorenwettkämpfe. Den Oldies mag es vielleicht egal sein, welche Außenwirkung jene Veranstaltung außerhalb des Stadions haben, der in der Regel aber zahlenmäßig immer noch größeren Läuferschar aus den Aktiven- und Jugendklassen erweist man mit solchen Events einen Bärendienst. Man degradiert sie zu etwas besseren Hobbyläufern. Das haben jene, die ihr ganzes junges Leben für Jahre dem Sport widmen, entbehrungsvoll bis zu 12 Einheiten pro Woche trainieren, einfach nicht verdient.

Fotos: Kristian Volke