Experte Stephane Franke äußert sich zu Deutschlands Langstreckler im Leichtathletik Magazin

flgeljulian1Regensburg, 26. April 2011 –  1993 machte Schildkrötenblut Chinas Langstrecklerinnen ganz schnelle Beine und deren Trainer Ma Junren wollte uns weismachen, dass zur exorbitanten Leistung nur diejenige fähig ist, die im angeblichen Läuferinnen-Bio-Rhythmus von sechs Stunden trainiert. Deshalb jagte er schon mal seine Schützlinge auch nachts um zwei durch Chinas Straßen. So schnell, wie sie gekommen waren, so schnell verschwanden Chinas Wunderläuferinnen dann auch wieder. Experten vermuteten, dass das chinesische Wunderwerk ganz einfach auf der Basis von unerlaubten Mitteln entstanden war und deren zwischenzeitliche Nachweisbarkeit einen weiteren Einsatz unmöglich machte.
Zehn Jahre später endeten die Karrieren zweier Wunderläuferinnen ebenso auf wundersame Weise. Österreichs Mittelstrecken-Botschafterin Steffi Graf wurde in Paris von einer einfachen Glasscherbe für immer von der internationalen Bühne verbannt und eine Gabriela Szabo wurde dort auch nicht mehr gesehen, nachdem sie französische Polizisten mit einer Autoladung von illegal eingeführten Medikamenten, erwischt hatten.
Nun will uns Stephane Franke, selbst einmal Weltklasseläufer, seine Wundermittel für die Gesundung des deutschen Laufs verkaufen. Ausgerechnet jener Stephane Franke, der sich als Aktiver und als Trainer mit seiner HES-Geschichte am Rande des Doping-Sumpfes befand und nach dem Setzen jenes Verschleierungsmittels auf die Dopingliste, fortan persönlich als auch bei seinen Schützlingen nur noch geringen Erfolg mehr nachweisen konnte.

„Die deutsche Langstreckenelite möge sich doch vermehrt um Vergleiche mit der Weltspitze bemühen, die Einfachheit des afrikanischen Läuferlebens kennenlernen oder sich einer ausländischen Läufergruppe anschließen“, so Franke in seinen Ausführungen im Leichtathletik Magazin. Einmal abgesehen davon, dass Deutschlands Spitzenlangstreckler auf der Bahn überhaupt nicht in die Toprennen reinkommen, wird sie die Erkenntnis vom eigenen guten Leben im Gegensatz zum kargen Dasein der Afrikaner leistungstechnisch auch nicht weiterbringen.

Von einem Mann, der sich im schon reifen Alter von 34 Jahren damals auf seiner Unterdistanz 1500m  mit einem vermutlich Langstrecken spezifisch ausgerichteten Training um über vier Sekunden auf 3:38,88 steigern konnte, muss man trainingsmethodisch fundierte Aussagen erwarten. Da wären schon Hinweise auf jene ungewöhnliche Unterdistanz-Steigerung von großem Interesse. Oder ist dies vielleicht auch in die unendliche Reihe jener oben aufgeführten Wunder-Geschichten einzureihen?

Langstrecken spezifisch gesehen schweigt Fach-Deutschland leider schon seit Jahren, sieht man einmal vom ehemaligen Bundestrainer Lothar Pöhlitz ab, der diese Misere immer wieder erfolglos anprangerte und jenen Herren, die hier Handlungsbedarf gehabt hätten, mit seinen Fachbeiträgen auf der Internet-Plattform www.la-coaching-academy.de wiederholt Steilvorlagen gab. Wer sich mit der Methodik des Langstreckenlaufs von Weltklasseathleten beschäftigt, dem eigenen Nachwuchs den Weg dorthin aufzeigt und bereit ist, trainingstechnisch auch auszureizen, bracht keine Wunder. Die solide, langfristig angesetzte Arbeit wird ihm á la longue recht geben.