Bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Bremen gehört die Regensburgerin zum Favoritinnenkreis

orth-florian_dm-junioren-2010_kiefner-fotoRegensburg, 20. Juni 2011 –  Corinna Harrer, Regensburger Leichtathletik-Urgewächs von der LG Telis Finanz, eilt derzeit von Bestzeit zu Bestzeit. Wann sie auch antritt, leuchtet meist das „pb“ für personal best hinter ihrem Ergebnis auf. Nun geht es in die Meisterschaftsläufe. Am kommenden Wochenende stehen die Deutschen Juniorenmeisterschaften in Bremen an. Ein Spaziergang wird es für das Telis-Ass nicht, dazu hat die versammelte deutsche Konkurrenz über die 1500 m zu stark aufgerüstet. Ob ihr männliches Pendant Florian Orth, im Vorjahr im heimischen Stadion strahlender Champion, seinen Titel im hohen Norden verteidigen kann, steht noch in den Sternen. Einen Doppelpack mit der Staffel wird’s heuer jedoch nicht geben. Allein Florian Orths gesundheitlicher Status ließe das schon nicht zu. Mit dem Dreisprungmeister von 2009 Manuel Ziegler reist ein weiterer Telis-Trumpf zumindest auf einen Medaillenplatz an die Weser.

harrercorinna5_dmjugend10_kiefnerfoto„Der Titel ist kein Muss. Zwischen Team-EM und Junioren-EM sollte Corinna einfach mal befreit laufen. Die beiden Sujew-Twins mit Bestzeiten im 4:11er-Bereich und Deutschlands neuer Hindernisstern Jana Sußmann (4:16,98) sind gefährliche Gegnerinnen, vor der U23-EM gerade noch einmal eine richtige Herausforderung“, relativiert Harrer-Trainer Kurt Ring die Aufgabe seines Schützlings. Coco Harrer will aber immer gewinnen: „In der Unter- und Oberdistanz stärker, das Duell in Watford gewonnen und erstmals unter 4:10 gelaufen, warum sollte es eigentlich mit Gold nicht klappen. Ich freue mich auf das Finale am Sonntag.“ Wie schnell das Rennen letztendlich wird, wird die Taktik der Gegnerinnen bestimmen.

Für Florian Orth, im letzten Jahr Titelgewinner auf der gleichen Distanz, läuft’s heuer trotz des DM-Titels in der Halle alles andere als rund. Eine ganz ungewöhnliche Verletzung am Rippenbogen hat ihn aus der Bahn geworfen. Ob er in Bremen starten kann, hängt immer noch an einem hauchdünnen Faden. Zudem muss die Quali-Leistung von 3:42,00 für die Junioren-EM her. Das ist die wohl kniffligste Aufgabe, die eines der größten deutschen Lauftalente derzeit lösen muss. Das Staffel-Happyend wie im letzten Jahr fällt dagegen aus, da trotz kompletter Besetzungsoption dieses allein schon an der Causa Orth scheitert, Teamkollege Felix Plinke 2011 über 1500 m so stark ist, dass auch er im Finale vorne mitmischen kann, den Doppelstart aber wohl kaum verkraften würde. In der Halle bereits DM-Fünfter, will er unbedingt wieder möglichst nah an die Medaillen ran.

zieglermanuel3_blv-junioren10_kiefnerfotoWas 2009 fast von selbst ging, fiel Dreisprungspezialist Manuel Ziegler in der letzten Zeit etwas schwerer. Ganz nach oben zu springen ist oft leicht und locker, oben zu bleiben umso schwerer, zumal auch die nationale Konkurrenz nicht schläft. Dauergegner Martin Seiler vom ABC Ludwigshafen hat heuer eine 15,80 stehen, der Regensburger ist vor einer Woche bei 15,66 gelandet. 15,77 lautet seine Bestmarke. Übertrifft er die, ist er bei der Titelvergabe dabei. Teamkollege Stefan Matula kämpft seit Jahren mit seinem sehr sensiblen Körper. Nach einem vergeblichen Anlauf beim Mehrkampfmeeting in Bernhausen, will er nun allein über die 110 m Hürden testen. Für das Finale müsste er um die 14,50 anbieten. Über die Jugendhürden war das kein Problem, die sechs Zentimeter höheren Männerhürden sind jedoch ein ganz anderer Prüfstein.

Zwei Telis-Langstreckler machen sich über die 5000 m Hoffnungen auf einen Top-ten-Platz. Da wäre zum einen Jonathan Schaible, der sich in Koblenz auf fast sensationelle 14:26 steigern konnte, zum anderen der erst 18-jährige Jonas Koller, dem das Rennen dient, weitere Erfahrungen Richtung Deutsche Jugendmeisterschaften zu sammeln. Dort in Jena Anfang August wird’s vielleicht dann sogar für ihn um eine Medaille gehen.