Telis-Mittelstrecklerin will bei Junioren-EM ist Ostrava auf’s Trepperl

Harrer_team-EM11_vorschau_wotruba-fotoRegensburg, 12. Juli 2011 -  Erst zwanzig Jahre und doch schon erfahren ist Regensburgs Mittelstrecken-Ass Corinna Harrer (LG Telis Finanz) wenn es um das Thema Europameisterschaften geht. Am 14. Bis 17. Juli diesen Jahres finden im mährischen Ostrava die U23-Europameisterschaften statt und die Wenzenbacherin zählt zum Favoritenkreis über 1500 m. Kontinentale Entscheidungen sind für sie nichts Neues mehr, fünfmal war sie inzwischen bei den verschiedensten Meisterschaften wie Crosslauf (3x), Team-EM oder U20-EM dabei, meist sprang eine Medaille heraus. Dies ist auch heuer wieder ihr ausgemachtes Ziel: „Ich will auf’s Trepperl, dafür werde ich mein letztes Hemd geben.“

Die Regensburgerin hat 2011 einen Lauf, der ständig bisher nach oben zeigte. In den deutschen Frauenbestenlisten führt sie in ihrer Paradedisziplin, den 1500 m, mit ihren Pfingsten in England erzielten 4:09.63 das Gesamtklassement an. So schnell ist in Deutschland seit 2005 kein weibliches Wesen mehr gewesen. Über 800 m, 3000 m und 10.000m liegt sie jeweils auf Platz zwei. Gerade der letzte Test in Neustadt mit fabelhaften 2:01,85 hätte ihr wohl auch über die zwei Stadionrunden in Ostrava gewisse Medaillenchancen eröffnet.

Von Anfang aber war klar. In diesem Jahr sollten es die 1500 m sein. Da steht sie in der U23 europaweit derzeit an dritter Stelle hinter einer Türkin und der Britin Stacey Smith, die am letzten Sonntag in Birmingham eine 4:06,81 ablieferte. Angst und Schrecken jagt diese Zeit der Telis-Läuferin nicht ein: „Stacey habe ich in Watford bei weit schlechteren Bedingungen hinter mir gelassen, die Pace müssen die anderen machen, im Spurt traue ich mir einiges zu.“ Wer daran noch Zweifel hat, möge sich das Video von den Deutschen Juniorenmeisterschaften anschauen. Da lief die Regensburgerin die letzte Runde in 57,8 Sekunden und allen davon, auch den Sujew-Twins, die immerhin mit 4:10,80 und 4:11,21 zu Buche stehen und das deutsche Aufgebot komplettieren.

„800 m in meiner jetzigen Form waren einfach, die 1500 m sind da schon ein wenig schwieriger. Da musst du dir genau überlegen, wo du den finalen Schlag ansetzt. Trotzdem freue ich mich riesig auf die EM, ich bin schon ganz heiß, wenn es für mich endlich am kommenden Samstag um 10 Uhr am Morgen los geht“, fabuliert das Telis-Ass über das kommende Ereignis. Der Morgen ist nicht unbedingt Harrer’s Zeit. Um fünf Uhr will sie deshalb schon aufstehen, damit sie wirklich wach ist. Eurosport wird’s live übertragen und Regensburg fiebert mit - hoffentlich dann auch noch am Sonntagnachmittag im Finale. Ist die Regensburgerin hier auf den letzten zweihundert Metern noch dabei, ist ihr alles zuzutrauen.