Harrer und Jana Soethout im U23-Silberteam des DLV – Julian Flügel zweitbester Deutscher

Harrer5-Hahner-Anna_cross-EM11_johnfotoVelenje, 11. Dezember 2011 –  Innerhalb eines selten so stark gesehenen deutschen Cross-Team bei den diesjährigen Cross-Europameisterschaften im slowenischen Velenje überstrahlte eine wiederum mal alle anderen: Nach 2005, als Sabrina Mockenhaupt Silber einlief, holte die Regensburgerin Corinna Harrer (LG Telis Finanz) erneut Edelmetall in der Einzelwertung. Mit einem beherzten Finish entriss sie der dreifachen Cross-Europameisterin vergangener Jahre Stephanie Twell auf dem Zielstrich Bronze und konnte ihr Glück anschließend kaum glauben. Damit legte sie den Grundstein für Teamsilber, an dem auch die als 21. einkommende zukünftige Telis-Läuferin Jana Soethout großen Anteil hatte. Bravourös schlug sich auch Telis-Mann Julian Flügel, der knapp hinter WM-Teilnehmer Steffen Uliczka auf Rang 39 als zweitbester Deutscher im 10km-Rennen der Männer einkam. Weniger zufrieden zeigte sich Telis-Junior Florian Orth. Mit einer ordentlichen Schniefnase ausgestattet reichte es für den Telis-Läufer im U23 Rennen nur zu Rang 23 und einem 7. Teamplatz.

Auf der Zielgeraden warf Corinna Harrer alles in die Waagschale und überspurtete hinter den beiden Britinnen Emma Pallant und Naomi Taschimowitz im Kampf um die Bronzemedaille die britische U20-Junioren-Weltmeisterin und dreimalige Cross-Europameisterin Stephanie Twell (Großbritannien). Die Regensburgerin holte nach Sabrina Mockenhaupts Silbermedaille 2005 in Tilburg (Niederlande) wieder eine Einzelmedaille für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) bei Cross-Europameisterschaften. Zum drittenmal hintereinander verbuchte sie die beste deutsche Einzelplatzierungen (2009 U20-Vierte/2010 U20-Fünfte) und stand im Cross nach zwei bisherigen Teammedaillen nun erstmals auch in der Einzelwertung auf dem Stockerl.

Verständlich, dass sie im Zielauslauf zuerst jubelnd wie ein Gummiball herum hüpfte, dann in der Mixed Zone ihren Coaches Doris Scheck und Kurt Ring um den Hals fiel und nicht mehr los lassen wollte. Wieder einmal war die Regensburgerin beim Topereignis topfit und zeigte allen, dass sie auf dem richtigen Weg ist. „Das war wieder einmal die bayerisch-rustikal Kampfsau par excellence“, waren die einzigen Worte die Teamchef Kurt Ring noch herausbrachte, dann war er sprachlos, was im Übrigen recht selten vorkommt. „ Das Geläuf und auch der Rennverlauf kamen mir voll entgegen, die Beine waren im Finish zwar faktisch nicht mehr da, aber es lief einfach trotzdem wie geschmiert. Mit dem ersten Teil der Saisonvorbereitung kann ich nun voll zufrieden sein“, sprudelte es bei der Wenzenbacherin nur so heraus.

Harrer8-teamsiegerehrung_cross-EM11_johnfotoIhre zukünftige Teamkollegin Jana Soethout, nach der Erkrankung von Jana Sußmann plötzlich in die Verantwortung als unbedingt punkten müssende vierte deutsche Läuferin gerutscht, konnte gut damit umgehen und zeigte als insgesamt Einundzwanzigste ein glänzendes Rennen. Damit hatte auch sie maßgeblichen Anteil an noch einer Medaille in diesem über 6.000 Meter führenden Rennen. Zusammen mit Corinna Harrer, den Zwillingen Anna (5.) und Lisa Hahner (14. – beide run2sky.com) sprang Silber in der Teamwertung heraus.

Im nicht ganz überzeugenden DLV-Männerteam überzeugte dennoch einer voll. Mit einem erneut grandiosem Kampfrennen lief Telis-Läufer Julian Flügel bis auf wenige Meter auf den Vorjahreszehnten Steffen Uliczka auf, überspurtete auf der Zielgeraden den weitaus höher eingeschätzten Filmon Ghirmai (LAV asics Tübingen) und finishte als zweitbester Deutscher unter den Augen seines mitgereisten Heimtrainers Jürgen Stephan auf Rang 39. Das Team schaffte immerhin noch Rang acht.

Orth2-Ringer_cross-EM11_johnfotoAls einziger Telis-Athlet nicht ganz zufrieden mit seinem EM-Auftritt war Florian Orth. Mit „Daumen nach unten“ zeigte er sich der Vorjahreselfte Florian Orth sichtlich enttäuscht über seinen 22. Rang. „Da hab ich eine einmalige Chance verpasst“, grübelte er schon ob der sensationellen Vorstellung seines Teamkollegen Richard Ringer auf Platz vier. Das DLV-Team landete auf Rang sieben.

„Die Cross-EM war ein richtiger Schritt für den Sommer“, bilanzierte ein sichtlich zufriedener Bundestrainer Tono Kirschbaum das Auftreten der deutschen Mannschaft insgesamt. „Von den Ergebnissen her können wir sehr zufrieden sein. Wir haben vier Medaillen geholt, das ist mehr als wir erwarten konnten. Unser Team hat sich als Mannschaft gezeigt." Unterm Strich bleibt die beste Bilanz einer DLV-Mannschaft seit es diese Cross-Europameisterschaften gibt.