Neues zum Ausbau der Regensburger Stadien

Regensburg, 29. Januar 2012 (MZ/Scharf) - Für den Fall, dass der SSV Jahn Regensburg heuer in die 2.Liga aufsteigen sollte, wäre für Sportbürgermeister Gerhard Weber der Ausbau des Stadions in Prüfening die „allererste Option“. Die zuletzt ins Spiel gebrachten Alternativen – ein Umzug in eine andere Stadt oder ein anderes Regensburger Stadion – sollen sicherheitshalber auch geprüft werden. „Aber eins ist doch klar: Es wäre eine Katastrophe, wenn der Jahn aufsteigt und in einer anderen Stadt, etwa in Ingolstadt, spielen müsste.“

Mit diesen Aussagen gegenüber der MZ fährt Weber einen anderen Kurs als Oberbürgermeister Hans Schaidinger. Dieser hatte vergangene Woche öffentlich erklärt, dass der Ausbau des Jahn-Stadions die unwahrscheinlichste aller Möglichkeiten im Fall des Aufstiegs sei. Die Deutsche Fußball-Liga fordert hier unter anderem eine Erhöhung der Zuschauerkapazität und eine Rasenheizung. Laut Schaidinger könne derzeit niemand sagen, ob man zur Umsetzung dieser Auflagen überhaupt eine Baugenehmigung für das Areal in Prüfening bekomme. Mehr Chancen räumte er einem Umzug ein. Als Beispiel für ein alternatives Regensburger Stadion führte Schaidinger das Uni-Stadion an. Hier könne man zumindest eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur nutzen.

Laut Weber kämen in Regensburg neben Prüfening drei Stadien infrage: Kaulbachweg, Weinweg und Universität. „Bei allen drei haben wir aber das Problem, dass das meiste, was wir für die 2. Liga bräuchten, nicht vorhanden ist und alles nachgerüstet werden müsste.“ Deswegen sollte prinzipiell der Ausbau des Jahn-Stadions angestrebt werden: „Dort schlägt das Herz der Regensburger Fußball-Fans. Auch meins schlägt dort seit vielen Jahren.“ Er sei sich bewusst, dass es viele Probleme zu überwinden gelte. Aus diesem Grund habe er beim Jahn vorgefühlt und eine Kontaktaufnahme mit der DFL angeregt. „Nur wenn wir rechtzeitig wissen, was verlangt wird, können wir im Fall der Fälle reagieren. Von heute auf morgen geht das nämlich nicht.“

Eine problematische Konfliktlinie zu Schaidingers Aussagen sieht Weber aber nicht. „Ich denke nicht, dass wir hier letztlich so weit auseinander sind.“ Der Oberbürgermeister sehe laut Weber „die baurechtlichen Probleme eben sehr deutlich. Und darauf hat er hingewiesen“.

Übrigens: Eine Steilvorlage für die Leichtathletik lieferte Oberbürgermeister Hans Schaidinger jüngst bei der Sportler-des-Jahres-Gala der MZ. Dort forderte er, dass man in der Sportstadt Regens¬burg von einem „Entweder-oder-Denken" hin zu einem „Und-Denken" kommen müsse. Die Stadt habe für den Fußball mit dem Bau des neuen Stadions ein großes Projekt vor sich, andere Sportarten dürften darunter aber nicht leiden. Als Beispiel nannte er explizit den Bau einer Trainingshalle für die Leichtathleten im städtischen Stadion am Weinweg. Diese wird seit vielen Jahren von den Regensburger Leichtathleten gefordert, um auch im Winter trainieren zu können.

Gerhard Weber sagte der MZ, dass das Projekt, welches zwischen eineinhalb und zwei Millionen Euro kosten soll, im Frühjahr fürs Investitionsprogramm der nächsten fünf Jahre ange meldet werden soll. Zudem soll die mit etwa 5oo 000 Euro veranschlagte Generalsanierung des städtischen Stadions von 2015 auf 2013 vorgezogen werden. „Wir werden es versuchen. Ob die Halle aber im Investitionsprogramm drinbleibt und ob wir die Sanierung vorziehen können, muss letztlich der Stadtrat entscheiden.“

Bedeckt hielt sich Weber im MZ-Gespräch bei der Frage zu der Bewerbung für die Leichtathletikjunioren-Europameisterschaft 2015. Hier hatte das Sportamt zuletzt noch nicht klären können, ob das Stadion bereits vor der Bewerbung fertig ausgebaut sein muss.Klarheit soll in dieser Angelegenheit in der kommenden Woche ein Gespräch mit dem Präsidenten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes, Clemens Prokop, und dessen Generalsekretär bringen.