MZ-Redakteur Jürgen Scharf interviewt Telis-Teamchef Kurt Ring

Regensburg, 29. Januar 2012 (MZ/Scharf) - Herr Ring, im Uni-Stadion veranstaltet ihre LG Telis Finanz jedes Jahr eine große Leichtathletik Gala. Oberbürgermeister Hans Schaidinger hat für den Fall, dass der SSV Jahn Regensburg aufsteigt, einen Ausbau des Uni-Stadions für die 2. Liga als Alternative ins Spiel gebracht. Was halten sie von dieser Idee?

Eigentlich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass Herr Schaidinger das so wirklich gesagt hat.

Er hat es aber gesagt.

Hat sich die Uni denn dazu schon geäußert? Meines Wissens hat das Stadion ebenso keine Rasenheizung, keine Zuschauerzäune, keine Schalensitze und nach derzeitigem Stand etwa ein Fassungsvermögen von nur 5000 Zuschauern. Die Aufrüstung müsste doch dann wesentlich mehr als die temporären Umbauten des Jahnstadions kosten, alles vorausgesetzt, dass die Universität einverstanden ist und die Bauvorhaben überhaupt umsetzbar sind?

Außerdem würde wohl die Laufbahn und die Regensburger Leichtathletik darunter leiden, oder?

Ich sehe da keinen Bezug zur Regensburger Leichtathletik und auch keinen Schaden an der Laufbahn

Wo könnte der Jahn aus Ihrer Sicht dann spielen, wenn er aufsteigt.

Das will und kann ich nicht wirklich beurteilen, da ich die Statuten der Deutschen Fußball-Liga nicht kenne.

Der Oberbürgermeister hat bei der Sportler-des-Jahres-Gala der MZ am Montag in Sachen Sportstadt Regensburg angemahnt, vom Entweder-Oder-Denken wegzukommen und zu einem Und-Denken zu gelangen. Also: Alle Sportarten zu sehen und zu fördern. Dabei hat er explizit den Ausbau des Stadions am Weinweg als Leichtathletik-Trainingsstätte als Beispiel genannt. Das ist bekanntlich seit Jahren ein großer Wunsch von ihnen, der sich bislang nicht erfüllt hat. Hand aufs Herz: Glauben sie da noch daran?

Natürlich werde ich daran glauben, wenn es so deutlich angesprochen wird. Von allen hiesigen politischen Parteien wird die Regensburger Leichtathletik so positiv wie nie zuvor beurteilt. Auch der Oberbürgermeister hat sich am Montag zum ersten Mal ganz öffentlich zu diesem Projekt erklärt, das werte ich als sehr gutes Zeichen.