Der schwierigere Weg führt schneller in die Spitze

dm-cross09-start_foto-grrKürten, 11. Februar 2012 (pöhlitz) - Die Diskussion gibt es in allen Lebensbereichen seit es den Drang der Menschen gibt sich öffentlich darstellen zu wollen, nicht nur in der Politik. Die Leistungsläufer machen da keine Ausnahme. Erst kürzlich wurde ich wieder einmal Zeuge einer Diskussion, dass sich Nachwuchsathleten darüber ärgerten, dass ihnen die „Alten“ immer wieder auf der Bahn oder auch der Straße vor den Füßen rumlaufen und ihnen den Platz auf dem Podium wegnehmen. Die sollten doch lieber aufhören oder ihre Gesundheitsläufe besser im Wald machen, konnte ich hören. Und wenn ihnen dann ihr Trainer auch noch widerspricht, hängt schon mal für ein paar Tage der Haussegen schief. Da müssen sie erst kapieren, dass Trainer nur ihr Bestes wollen, anders ticken als junge, aufstrebende Läufer, die lieber den leichteren Weg gehen, um in der Kreis-.........oder anderer Zeitung zu stehen. Nicht wenige würden es lieber sehen, wenn die Hindernisse auf dem Weg nach oben durch andere weggeräumt würden, als sich besser vorzunehmen, etwas mehr zu tun, um sie mit ihrer Leistung selbst von der Bahn zu fegen.

Für Trainer mit Verantwortung für den Leistungssportbereich gilt das Leistungsprinzip und zwar unabhängig vom Alter. Je besser die Konkurrenzfähigkeit der älteren im Spitzenbereich immer war, umso näher waren sie am nationalen, oder aber auch am internationalen Niveau. Je besser auch ihre Widerstandsfähigkeit, ihre Willensqualitäten im Kampf um Siege oder gute Platzierungen auch gegen junge Talente, umso dankbarer muß man ihnen sein, weil damit die „Lehrzeit“ verlängert wird und die Anstrengungen im Kampf um den Sieg beim nächsten Mal erhöht werden. Ich habe immer gehofft, dass sie nicht so schnell das Feld räumen, weil ich wusste, dass die „Jungen“ sich schneller entwickeln, wenn sie versuchen werden den/die Bessere vor sich/ihnen (im Verein, in der Region, im Land) mit immer neuen Anstrengungen zu besiegen. „Besser trainieren, um nach der Niederlage beim nächsten Mal besser zurückzukommen“ sollte der Trainer argumentieren und gleichzeitig helfen mit seinen Forderungen die mentale Stärke des jungen Wettkämpfers parallel zur physischen Leistungsfähigkeit mit auszuformen. Man sollte besser hoffen, dass die „Alten“ noch einmal ihre Anstrengungen erhöhen und am Ende nicht die Jüngsten sondern die Besten siegen. Diese Erfahrung sollte aber auch gelten, wenn bei Deutschen Meisterschaften die Junioren schneller laufen als die Aktiven.

Und wenn es den Jüngeren eines Tages gelingt dass die Alten nur noch zu den Senioren-Weltmeisterschaften wollen, sind sie die Besten auf einen wesentlich höherem Niveau und gleichzeitig näher dran am nationalen oder besser internationalen Podium oder vielleicht sogar an der Weltspitze und zugleich auf breiterer Front konkurrenzfähig.