Ein Kommentar von Lothar Pöhlitz

35073_gess_c_djhm12_foto_gantenbergRegensburg, 20. Februar 2012 (Lothar Pöhlitz) – Neben dem allgemein positiven Fazit bei leichtathletik.de „Youngster überzeugen bei der Jugend-Hallen–DM“ hob bei seinem Fazit der Titelkämpfe Dietmar Chounard, im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) für den Nachwuchs der Altersklassen U20 und U23 zuständig, besonders die Leistungen der beiden Diskuswerferinnen hervor und gab damit gleichzeitig die Orientierung vor: „Wir haben ein Niveau gesehen, auf dem bei Junioren-Weltmeisterschaften die Medaillen vergeben werden“. 58 m sind ja auch ein Lob wert. Weiter liest man: „Zu den Höhepunkten der Titelkämpfe zählten für den Bundestrainer auch der Sieg von Franziska Hofmann (LAC Erdgas Chemnitz) über 60 Meter Hürden in 8,28 Sekunden sowie das spannende 60-Meter-Finale der weiblichen Jugend. Hier bezwang Alexandra Burghardt (LAZ Inn; 7,42 sec) die bis dahin Jahresbeste Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge; 7,44 sec). Lob verteilte er außerdem an Patrick Domogala (MTG Mannheim) für seinen Sieg über 60 Meter der männlichen Jugend (6,78 sec)“.

DLV - Hallenbestleistungen in den Läufen

Männliche Jugend Weibliche Jugend
800m 1:47,49 min Keiner 2008                 2:03,6   min Hübner 1980
1500m 3:44,69 min Keiner 2008 4:14,02 min Pfeifer 1983
3000m 8:04,6   min Kunze 1976


Dass die Läufer in dieses Lob nicht eingeschlossen waren, ist natürlich der Leistungen ge-schuldet und muss nicht besonders schrecken. Im Vergleich zu den Vorjahren sind leider keine Sensationen zu vermelden. Ein Sebastian Keiner oder Robin Schembera ist derzeit nicht im Angebot. Es bewegte sich alles im Gewohnten. Von den DLV – Hallenbestleistungen (siehe Tabelle) weit entfernt, war besonders auffällig dass der Abfall von Platz 1 zu Platz 8 (Übersicht unten) den derzeitigen Talentbestand an der Schwelle zum Anschlusstraining in den Mittel- und Langstrecken widerspiegelt. Für die Zukunft darf deshalb nicht nur die Frage nach der Qualität sondern in diesem Altersbereich mehr noch nach der Quantität gestellt werden. Auch unter Berücksichtigung der Tatsache das Siegleistungen bei Deutschen Meis-terschaften in den Läufen meist taktikbetont in ihrem wahren Wert schwer einzuschätzen sind, muss man hoffen, dass das Arbeitsergebnis des Wintertrainings für 2012 bis zum Sommer für den einen oder die andere noch richtigen Fortschritt bringt. Die Experten haben sicher gesehen, dass es „zwischendrin“ richtige Leistungsgewinne gegenüber dem Vorjahr Einzelner gibt, das eine unserer Hoffnungen für mehr, Christine Gess, nur das Notwendigste für einen überzeugenden Sieg tat, aber 2:08,93 zeigt doch, wie es dahinter aussieht und die Achte dieses Finals lief 2:15,35! Dabei waren es doch Deutsche Meisterschaften. Leider gilt das für alle Laufdisziplinen!

Auch wenn Dietmar Chounard sicher froh ist dass die 3000 m der Mädchen nicht zum Meis-terschaftsprogramm gehören, weil sich dann die zu wenigen sich bewerbenden Teilnehmer-rinnen für 1500 m oder 3000 m entscheiden müssten und die Qualität der Läufe zusätzlich leiden würde, muss man doch die Frage an die Verantwortlichen stellen dürfen, welchen Unterschied es in dieser Frage zwischen Jungen und Mädchen gibt und mit welcher trai-ningsmethodischen Begründung zukünftige Langstrecklerinnen nicht Deutsche Meisterin über 3000 m werden dürfen? Ein großes Loch in der Nachwuchsarbeit, das man sicher am liebsten nicht thematisieren würde?

Ergebnisanalyse DM Jugend – Halle 2012 (1. / 8.Platz) :

800 m mJ       1. Platz     1:53,33                    800m wJ      1. Plaz      2:08,93
8. Platz 1:57,36 8. Platz 2:15,35
1500m 1. Platz 3:53,54 1500m wJ 1. Platz 4:35,44
8. Platz 4:03,22 8. Platz 4:42,42
3000m 1. Platz 8:26,09 3000m wJ ----
8. Platz 8:45,13