Maren Kock startet in Regensburg durch

Kock4_DM10000m_2012_Schaakefoto_MZRegensburg, 12. Mai 2012 (orv) –  Die Verwunderung in der  deutschen Laufszene war groß, als bekannt wurde, dass Maren Kock 2012 das Trikot der LG Telis Finanz Regensburg anziehen würde. Mit vielem hatte man gerechnet … Wattenscheid, Leverkusen oder vielleicht Hannover? Letztendlich ist die Geschichte nicht von heute auf morgen geboren worden, sondern über einen langen Zeitraum entstanden. Was sich kaum einer vorstellen konnte, dass das Nordlicht in südlichen Gefilden weiter gedeihen könnte, trat trotzdem ein. Heller denn je strahlt sie nun als Langstrecken-Stern des Südens und passt sich nahtlos in ein weißblaues Erfolgsteam ein.

Warum, weshalb, wieso, das alles hat seinen Ursprung in der Sportschule Saarbrücken. Dort trafen viele Jahre hintereinander die B- bzw. C-Kader mit ihren Heimtrainern zusammen. Kock1-start-0000m-2012_volkefotoUnter ihnen auch Arno Kosmider aus Lingen und Kurt Ring aus Regensburg. An den langen Abenden kam man sich näher, eine Sportfreundschaft entstand. Die Trainingsphilosophien waren  beinahe identisch, man wollte weiterkommen mit seinen Schützlingen. Arno Kosmider wusste, Weiterkommen für Maren Kock hieß am Ende auch örtliche Veränderung, sprich Groß-Verein. So prüfte er denn viele Profile und das Regensburger passte am besten.

Der eigentlich „Riechtest“, ob nun das Nordlicht auch in der Praxis in den südlichen Sternchen-Himmel passen würde, erfolgte im italienischen Cervia, 2011 beim Ostertrainingslager der LG Telis Finanz. Mit an Bord Maren Kock und Arno Kosmider. Und siehe da, es kam ein Angebot aus Regensburg und eine Zusage aus Lingen. Norden und Süden trauten sich. Im wirklichen sportlichen Leben zwar weit auseinander sucht man nun die fruchtbare Gemeinsamkeit in vielen Trainingslagern und – was die Trainer betrifft – in vielen fruchtbaren Telefonkonferenzen, was zeigt, dass Miteinander jedenfalls mehr sein kann.

Kock2-soethout-portrait_DM10000m-2012_volkefotoDie beiden Hallentitel haben sich Corinna Harrer, der Ring-Schützling, und Maren Kock, der Kosmider-Schützling, sehr zur Überraschung der Konkurrenz geteilt, eher seitenverkehrt, die Mittelstrecklerin auf der Langstrecke und umgekehrt mit bereits deutlicher Aufwärtstendenz von Maren Kock über 1500m. Corinna Harrer hat dann schon im zeitigen Winter über 10.000m vorgelegt und Maren Kock nun als Deutsche Juniorenmeisterin und Dritte der Frauenwertung mit einem nie erwarteten Debüt in 33:29 nachgezogen. Und wer’s noch nicht glaubt, dass das alles ein bisschen mit Regensburg zu tun hat, sollte mal auf den vierten Platz schauen. Da kommt mit Jana Soethout schon die nächste, ebenfalls sich sensationell auf 33:57 steigernd.

Bei gemeinsamen Rennen steht nun nicht mehr nur Arno Kosmider, vielleicht noch ab und an Marens Eltern, an der Bahn. In aller Regel steht die blaue Telis-Armada rund um das Oval und schreit sich die Kehle heiser. Was vor Monaten noch ein Traum war, bei einer EM mal dabei zu sein, wird immer reeller. Kock1-Kosmider-interview_DM10000m-2012_volkefotoDie 33:29 war schon knapp dran an der internationalen Norm von 33:25 und wäre Maren nicht so vorsichtig angegangen, wär’s vielleicht schon Richtung deutscher Norm von 32:58 gegangen. Nun will sie über 5000m angreifen. In Koblenz (23.5.) will die Emsländerin jene auch wieder mal fast unvorstellbaren 15:35 packen, zuvor noch am 16. Mai in Dortmund über 3000m testen, ehe es bei der heimischen Sparkassen Gala in der Laufnacht erneut über die zwölfeinhalb Runden um alles oder nichts geht. Selbst wenn es für die 21-Jährige heuer noch nicht klappen sollte, in Zürich in zwei Jahren ist sie bestimmt dabei. Darauf kann man getrost wetten.