Trotz extrem frühen DM-Meldetermins halten sich Deutschlands Läufer/Innen noch bedeckt

orthflorian1_gala10-kiefnerfotoRegensburg, 14. Mai 2012 (orv) –  Legendär waren sie, die Läuferabende im Münchner Dante-Stadion vor gut vierzig Jahren, als sich an vielen Mittwochen Lauf-Elite zusammenfand, um auf Bestzeitenjagd zu gehen. Die Kommunikation untereinander klappte auch ohne Facebook und iPhone, man wusste, da muss ich hin, da ist was los und zehn Zeitläufe auf einer Strecke waren keine Seltenheit. Heutzutage hört man allgemeines Wehklagen „es gibt keine Rennen, da komm ich nicht rein, wo soll ich denn meine Norm laufen“. Das Schreckgespenst Meetingsterben geht um, Reisen ins Ausland zumindest für die semiprofessionell tätigen Asse sind fast unerschwinglich. Irgendwie trifft man sich zwar in den Vorbereitungstrainingslagern fast rudelweise, aber das Miteinander scheint verloren gegangen zu sein. Es gibt sie noch vereinzelt, die Lauf-Mekkas, wie zum Beispiel der 5000er in Koblenz, in diesem Jahr am 23. Mai stattfindend. Für eine 10.000 muss man dann aber schon ins Ausland gehen.

Wir schreiben am kommenden Samstag schon den 19. Mai, dann kommt Pfingsten und dann die Sparkassen Gala in Regensburg, inzwischen auch ein kleines Lauf-Mekka in Deutschland. Dann ist Schicht im Schacht für Norm-Erfüller Richtung nationale Titelkämpfe. Die Situation ist prekär: Explizit nur im Jahr 2012 muss jene Richtzeit erfüllt werden. Es gibt zwar eine B-Norm, wer dann aber bei den 24 Auserwählten ist, wird erst das Ranking am 3. Juni zeigen. Selbst für mich als alter Kenner der Laufszene ist es daher verwunderlich, wie gelassen jene Protagonisten, die am 16./17. Juni 2012 in Wattenscheid glänzen wollen, in die Saison reingehen. Jedenfalls ist bisher noch nicht der große Run erkennbar.

Auch das Läufer-Aufgebot beim Rolf-Watter-Meeting am nächsten Samstag im Regensburger Uni-Stadion bei bekannt guter Ausrichtung und strategisch für die DM-Aspiranten „national“ ausgeschrieben, lässt „außerbayerisch“ zu wünschen übrig, obwohl hier auf Grund des starken Landesverbandes und der ebenso mächtigen Lokalmatadoren mit starker Konkurrenz zu rechnen ist. Einer Konkurrenz, die man einfach braucht, um schnelle Zeiten zu rennen. Von Württemberg, Frankfurt, Erfurt sind es weniger als drei Stunden in die Donaustadt und trotzdem, irgendwie hat sich das trotz Facebook und iPhone noch nicht herumgesprochen.

So geht denn mein Appell in erster Linie an die leistungswilligen Läufer/Innen selbst. Man mag noch so viel über die Funktionäre, Ausrichter, Meetings und die Umstände überhaupt klagen, in erster Linie liegt es an euch selber, die Dinge zu richten. Die Möglichkeiten habt ihr, sowohl kommunikativ als auch läuferisch, ihr müsst es nur tun. Redet miteinander, bündelt euch und schlagt zu. Die Frage „Ja, wo laufen sie denn …? wird dann zur Makulatur und gleich wo es geschieht, es wird Besseres als bisher rauskommen.