Kosten für gemeinsame Fußball- und Leichtathletikarena belaufen sich auf 41 Millionen

Erfurt, 30. Januar 2009 (dpa/orv) – Die Heimstätte von Fußball-Drittligist Rot-Weiß Erfurt und Austragungsstadion der Leichtathletik-U23-Junioren-Europameisterschaften 2006 bzw. Deutschen Leichtathletik Meisterschaften 2007 wird für 41,7 Millionen umgebaut. Nach hitzigen Debatten gab eine Mehrheit im Stadtrat von Erfurt „grünes Licht“, die Kommune beteiligt sich mit acht Millionen Euro. Ein ebenfalls diskutierter Neubau ist vom Tisch. Die genehmigte Hybrid-Variante – sie sieht ein gemeinsames Stadion für für Fußball und Leichtathletik vor – soll zu Beginn der Saison 2011/12 fertig sein.

Welche Kommune schmückt sich nicht gerne mit dem Prädikat „Sportstadt“. Für die Thüringische Landeshauptstadt Erfurt mit zirka 200.000 Einwohnern war dies schon vor dem Stadionumbau nicht nur ein schmückendes Attribut. Vom Komplex der Landesregierung heraufkommend betritt man ein Sportzentrum, das jetzt schon vom Feinsten ist. Rechts die supermoderne Gunda Niemann-Stirnemann-Eishalle mit dem 400m-Oval, auf dem an diesem Wochenende der Eischnelllauf-Weltcup stattfindet, links die Leichtathletikhalle mit allen Einrichtungen, die der Hochleistungssport braucht, in Front das ehrwürdige Steigerwaldstadion mit erneuerten acht Rundbahnen, gut genug für das europäische Nachwuchschampionat 2006 und die nationalen Leichtathletikmeisterschaften 2007. Kein Patchwork, alles sinnvoll kombiniert zum modernen Sportzentrum. Doch das genügt den Erfurtern nicht, sie investieren nun weiter.

„Alles Gelder von uns“, so die ewig gestrigen Uralt-Wessis, dabei verkennend, dass die Erfurter Kommune mit einem Federstreich selbst satte acht Milluonen verbrät. Und – vor allem keine leeren Worthülsen und zeitundefinierten Absichtserklärungen. 2011 soll das Ding stehen. Andernorts braucht man schon dreimal so lange für die Grundstückssuche. Entgegen dem Trend setzt man auf eine multifunktionelle Arena, nimmt damit vielleicht auch ein wenig den Druck vom Drittliga-Fußball. Alltagsgeschäft mit den regelmäßig fälligen Liga-Spielen und Highlights, eventuell sogar einmal mit Leichtathletik-Europameisterschaften sollen weiterhin möglich sein. Sportlich gesehen sind die Erfurter eben weltmännisch und zu solch Denken gehört eben auch die olympische Kernsportart Nummer eins, die Leichtathletik.

Auch dann, wenn man in der momentan nicht gerade so erfolgreich ist. Man erinnere: Der beste Erfurter Club ist 2008 im DLV-Ranking erst auf Rang sechzehn zu finden, die Tendenz eher abfallend. Trotzdem setzt man auf Strukturverbesserung, wohl wissend, das jene in Zukunft mit Sicherheit Früchte tragen wird. Erfurt weiß, was es an der Leichtathletik hat und die Leichtathletik weiß nicht erst seit gestern, was es an Erfurt hat.