Telis-Läufer/Innen demonstrieren bei Landescrossmeisterschaften große Geschlossenheit

Markt Indersdorf, 01. März 2009 (orv) – Die mannschaftliche Geschlossenheit des Telis Läufer/Innenteams bei den Bayerischen Crossmeisterschaften in Markt Indersdorf war beeindruckend. Äußeres Zeichen dafür die aufgemalten Schlammmale des gesamten Frauenteams nach vollbrachter Arbeit. Die Grundlagenausdauer stimmt, das Klima in der Mannschaft auch. 21mal Edelmetall spricht eine deutliche Sprache und ist ein klares Lebenszeichen in Richtung nationale Titelkämpfe in vierzehn Tagen in Ingolstadt. Dort wird eine härtere Klinge geschlagen werden und der Weg zum Trepperl wird ein ganz anderer sein. Trotzdem, die Aussichten sind gut für eine Handvoll Medaillen.

Grund genug, um sich die Telis-Mannschaft einmal genauer anzuschauen. Da wäre das schwache Geschlecht zuerst, das bei den Regensburgern schon seit mehr als einem ganzen Jahrzehnt ein ganz starkes ist. Bemerkenswert dort, dass eine laut Trainer und Ehegatten Rainer noch nicht in Topform befindliche Veronika Ulrich auf der für sie viel zu kurzen Mittelstrecke (zirka 2,5 km) mit einem mutigen Tempovorstoß Mitte der Distanz einen kleinen Vorsprung vor den Juniorinnen herauslaufen konnte, den sie beinhart bis ins Ziel verteidigte. Überzeugend war auch der so nicht erwartete Auftritt von Christiane Danner, die eine Sekunde dahinter in der Juniorinnenwertung gegenüber der höher eingeschätzten Anne Kesselring ein Siegpatt erzwang. Susi Lutz braucht nach einer schwierigen Krankheitsphase im Winter einfach noch ein wenig Zeit, um richtig in Form zu kommen. „Den abrupten Tempovorstoß von Veronika konnte ich einfach mit gerade einmal einer Tempoeinheit in den letzten vier Wochen noch nicht parieren.“ Beide lieferten dann auf der Langstrecke hinter der keineswegs taktisch laufende Julia Viellehner eine kampfbetonte Zusatzeinheit ab, wobei Susi Lutz gegenüber ihrer weit konditionsstärkeren Teamkollegin nur 12 Sekunden verlor. Beiden wird die über fünf Kilometer lange Distanz bei der DM mehr ins Kalkül passen, bei Christiane Danner ist dies aber eher umgekehrt. Trotzdem, die Leistungsfortschritte gegenüber dem Vorjahr sind auch bei ihr unübersehbar. Katharina Zeitler stand auf der bei ihr eher ungeliebten Cross-Langstrecke ihre „Frau“ und kämpfte sich von Kilometer zu Kilometer immer mehr vor. Im Sommer will sie erstmals die 5000 m angreifen. Von den allesamt derzeit noch gesundheitlich angeschlagenen weiteren Telis-Juniorinnen blieb nur noch Anna Plinke im Rennen. Gelingt wenigstens einer des Trios Judith Lutz-Anna Plinke-Liesa Gläß bei den „Deutschen“ eine akzeptable Leistung, winkt in Ingolstadt eine Teammedaille.

Bei den Männern überzeugte vor allem das Duo Philipp Pflieger/David Lorbacher. Ersterer, gerade wieder einmal vier Wochen im Aufbautraining, braucht anscheinend ganz wenig, um ganz vorne mitzulaufen. Jedenfalls hatte der haushohe Vorausfavorit Sebastian Hallmann zumindest im Spurt alle Hände voll zu tun, um den von hinten heranbrausenden Jungspunt um eine Sekunde abzuweisen. Wieder eine Sekunde dahinter dann schon der in diesem Jahr deutlich verbesserte David Lorbacher, der allerdings wegen eines Auslandspraktikums auf die Cross-DM verzichten wird. Für Mittelstrecken-Bahnspezialist Sebastian Zundler ist das tiefe Geläuf immer wieder eine harte Herausforderung, auf dem er seine Spurtqualitäten noch nicht so recht umsetzen kann. Neu-Junior Jonas Zweck, unauffällig, aber geschickt von hinten heraus laufend, musste erkennen, dass im Männerbereich eine ganz andere Musik spielt. Die bei der DM gelaufene Langstrecke über mehr als 7 km kommt für alle drei noch zu früh, mannschaftlich gesehen haben sie dennoch einen Stockerlplatz im Visier. Die Newcomer auf der Männer-Langdistanz Dominik Wagner und Max Meingast fehlten in Markt Indersdorf aus gesundheitlichen Gründen. Mal sehen, wie sie in vierzehn Tagen auf dem „ganz langen Haken“ zurecht kommen, vielleicht dann erneut mit René Manthee im Dreierverbund, der als Straßenspezialist den Cross eher als Abwechslung sieht.

Im Nachwuchsbereich muss sich Corinna Harrer auf Landesebene immer mehr auf einsame Rennen einstellen. Markt Indersdorf war für sie ein individueller Härtetest, bei den „Deutschen“ wartet aber eine Handvoll bisher noch leicht stärkerer Gegnerinnen. Die Regensburgerin freut sich dennoch auf den harten Schlagabtausch mit der Konkurrenz. „Hauptsache, nicht wieder alleine herumkurven.“ Teamollegin Julia Kick lief dahinter ein geschicktes Rennen gegen Dauerkonkurrentin Lea Süß, deutete sichtbaren Formanstieg an und hofft nun bei der DM auf einen einstelligen Platz. Für die dauerinfektgeplagte Laura Biehler musste Nesthäkchen Christina Blößl einspringen. Bis zu vier Jahre jünger als die Konkurrenz hielt sie sich mit Platz fünf, nur eine Sekunde hinter der vierten und mit Sichtweite auf Bronze prächtig und muss wohl auch in zwei Wochen ran, um die exzellenten Mannschaftsmöglichkeiten des wJA-Teams umsetzen zu helfen. Einzige Starterin bei der B-Jugend war die unglücklich kämpfende Theresa Piendl, die mit ihren langen Beinen mutig nach der ersten Runde auf die Spitzengruppe auflief, explizit in diesem Moment strauchelte und hinfiel. Der Kampf ums durchaus mögliche Stockerl war genau hier gelaufen, der Einlauf auf Platz sechs durchaus ehrenwert. Bei den Jungs bröselte die Mannschaft schon im Vorfeld. Johannes Liedl musste mit Halsinfekt zu Hause bleiben, Lukas Kellner, gerade einmal genesen, konnte zu keiner Zeit als 18. seine Möglichkeiten abrufen, lediglich Cross-Newcomer Dominik Jakob lief ein fulminantes Rennen. Den vierten Platz, nur acht Sekunden hinter Titelverteidiger Brenner auf dem Bronzerang, hatte ihm im Vorfeld niemand zugetraut. Hier musste eine klare Goldchance in der Teamwertung ausgelassen werden.

Im Schülerbereich glänzten vor allem die Mädchen wieder. Debütantin Sabrina Lang lief in der W15 bis auf den Silberrang vor, was alle Telis-Verantwortlichen gehörig verblüffte. Anna Lotter, der W14 angehörend und genauso wie ihre tapfer laufende Mannschaftskollegin Maria Piendl letzte Woche noch im siegreichen Mehrkampfteam stehend, verlor bei Streckenhälfte einen Spike, lief dennoch aufopferungsvoll, auf Platz acht direkt hinter Maria Piendl einkommend, fertig und durfte sich am Ende die wohl verdiente Goldmedaille umhängen lassen.