Viele Innovationen hatten ihre Geburtsstunde zur Jahrtausendwende in Regensburg

Nils Schumann 2001 bei der Regensburger Cross-DMRegensburg, 13. März 2009 (orv) – Es ist noch gar nicht so lange her, da war es keine Selbstverständlichkeit, dass Crossparcours total einsehbar waren und zudem auf ganzer Strecke abgesperrt wurden. „Der Weg ist dein Ziel“ hieß bisweilen die Devise auf Schleifen bis zu fünf Kilometern und wehe, der Streckenposten musste an einer Weggabelung mal für kleine Jungs, dann war der Lauf-GAU im vollen Gang und die Läufer kamen aus allen Himmelsrichtungen ins Ziel. Inspiriert von einem Video der belgischen Crosslaufmeisterschaften machte sich Kurt Ring in den letzten Jahren des alten Jahrhunderts daran, auch in Deutschland den Crosslauf zu dem Menschen zu bringen und 2001 mit der Ausrichtung der Deutschen Crossmeisterschaften im heimischen Regensburger Uni-Stadion bot sich ihm die Chance, dies im großen Rahmen umzusetzen.

Geradezu überschwenglich berichtete der Cross-Fachspezialist und Beauftragte des DLV in der Fachzeitschrift „Leichtathletik“, Ausgabe vom 6. März 2001: „Regensburg setzt Zeichen im Crosslauf. Dieses uneingeschränkte Lob durfte sich die ausrichtende LG Domspitzmilch auf ihre Fahnen schreiben. Nicht nur, dass die Mannschaft um ihren allgegenwärtigen Chef Kurt Ring eine äußerst selektive, zudem besonders zuschauerfreundliche Strecke auf einer viertausend Quadratmeter großen Wiesenfläche im Uni-Sportgelände kreierte. Mit viel Liebe für’s Detail gaben die Regensburger zudem eine Steilvorlage für Ausrichter der kommenden Jahre.“

crossartige StreckeObjektiver Fakt war, Kurt Ring hatte die zu durchlaufende Runde riguros auf einen guten Kilometer verkürzt, dies mit total einsehbaren Streckenschlängelungen geschafft und alles auch noch links und rechts total abgesperrt, das Ziel vom üblichen „Stauschlauch“ zu einem breiten Einlaufband erweitert, sowie den Zeitplan erheblich gestrafft. Die Zusammenlegung verschiedener Altersklassen zu einem gemeinsamen Lauf, konzentriert auf nunmehr einen Wettkampftag, folgte bei der ebenfalls in Regensburg stattfindenden Neuauflage schon im folgenden Jahr. Das beide Veranstaltungen dann auch noch zum Publikumsrenner mit abertausenden Zuschauern wurden, lag natürlich zum großen Anteil an den beiden Glücksfällen in persona der Olympiasieger Nils Schumann und Dieter Baumann. Die „Baumania“ von 2002 bekam erneut überragende Kritiken. Am Rande sei auch da noch erwähnt, dass auch die inzwischen populär gewordenen Speed-Crossläufe über kurze Distanzen mit Vor-, Zwischen- und Endlauf auf eine Idde des rührigen Regensburger Machers zurückgeht, der sie erstmals 2002 beim in Zusammenarbeit mit dem Landesverband durchgeführten Cross-Festival in Vaterstetten vorführte.

Dieter Baumann im Ziel 2002 von den Journalisten umlagertEs blieb bei der neuen Form des Crosslaufes nicht bei einem zeitlichen Intermezzo: Bad Dürrheim 2003, Bremen 2004, Darmstadt 2005, erneut Regensburg 2006 und Ohrdruf 2007/08 setzten das einmal Begonnene konsequent fort zur Begeisterung aller Cross-Interessierten. Ingolstadt am Samstag wird nun ein weiteres i-Tüpfelchen setzen. Die dortigen Organisatoren um Herold Demel, Helmut Langer und Karl Eberle verstehen sehr viel vom Cross, haben immens in die Veranstaltung investiert, sich so manchen guten Ratschlag auch vom „Vormacher“ Kurt Ring geholt und werden mit Sicherheit erneut in Sachen Crosslauf ein Zeichen setzen, auch wenn sie nicht das Glück zweier teilnehmenden Olympiasieger für sich verbuchen können. Was für sie auf jedem Fall ein ganz großer Pluspunkt ist: Ihr Cross-Terrain liegt im Gegensatz zum Regensburger Uni-Gelände mitten in der Stadt, das heißt die hoffentlich zu Tausenden kommenden Zuschauer haben es zu Fuß nicht einmal weit.