Das letztjährige schwache Cross-DM-Auftreten der Telis-Mannschaft gründlich revidiert

das siegreiche JuniorenteamIngolstadt, 15. März 2009 (orv) – Wir sind in diesem Jahr angekommen. Den Höhepunkt der Wintersaison, die Deutschen Crosslaufmeisterschaften in Ingolstadt konnten die Läufer/Innen der LG Telis Finanz erfolgreich gestalten. Die Ansprüche, auch im eigenen Lager, waren hoch, die Vorbereitung nicht immer ideal. Besonders freut uns, dass wir als stärkstes Team aus dem Meisterschaftstag herausgingen. Dreimal Gold, dreimal Silber und insgesamt elf Platzierungen unter den besten Acht sprechen eine deutliche Sprache. Das noch blutjunge Team hat sich durchgesetzt und durchaus das nötige Selbstbewusstsein gezeigt.

Im Nachhinein trauern wir natürlich ein wenig den drei äußerst knapp verpassten Goldchancen nach. Aber bei genauerer Analyse der Ergebnisse muss man feststellen: "Wir haben nicht drei Mal Gold verloren, sondern drei Mal Silber gewonnen." Gerade im Falle Philipp Pflieger sollte man die Kirche im Dorf lassen. Der Junge hatte nach einem wirklich formidablen Herbst mit der unvollendeten Geschichte der Cross-EM dann nur noch Probleme. Zuerst die Grippe, wieder einmal eine lästige Sehnenentzündung, der erneute Trainingsbeginn verschob sich auf Mitte Februar. Doch das reichte dem Schlacks, um vier Wochen später einen gestandenen EM-Vierten an den Rand einer Niederlage zu bringen und die gesamte übrige deutsche Junioren-Elite in Grund und Boden zu laufen.

Corinna Harrer, Cross DM IngolstadtOder nehmen wir einmal die Juniorinnenmannschaft. Niemand, selbst die größten Optimisten nicht, hätten geglaubt, dass man das Quelle-Team mit einer Julia Hiller, Anne Kesselring und Lea Süß - allesamt schon mit internationalen Erfahrungen - schlagen könne. Eine alles andere als schon in Topform befindliche Susi Lutz - die Grippe hatte sie im Februar am schlimmsten erwischt -, eine immer noch mit ihrem leicht verletzungsanfälligen Bewegungsapparat kämpfende Christiane Danner - immer wieder ganze Wochen nur im Wasser trainierend - und eine letztendlich über sich hinauswachsende Judith Lutz schafften dieses Kunststück und lagen am Ende nur einen winzigen Zähler hinter dem neuen Meister PSV Grün-Weiß Kassel mit den hochgelobten Hahner-Zwillingen.

Bei den Frauen fehlt uns einfach derzeit noch eine gestandene Crossläuferin, um wieder eine Goldserie starten zu können. Für Mittelstrecklerin Christiane Danner sind die 5 km einfach noch zu lang, die hervorragend debütierende Steffi Volke war einfach noch nicht so weit. Die Kampfansage fürs nächste Jahr ist schon ausgegeben, nach Rostock, Fürth, Köln, Saarbrücken oder wo auch hin immer. Wir möchten aufs oberste Treppchen zurückkehren.

Der Titelgewinn bei den Junioren erzeugte zunächst ungläubiges Staunen. Klar, Philipp Pflieger hatte mit Silber gut vorgelegt, Jungjunior Jonas Zweck im Mittelfeld bestens nachgeholfen, aber der weiter vorne erwartete Sebastian Zundler war nur mit großen Schwierigkeiten ins Ziel gekommen. Es war nicht die für ihn sehr lange Distanz, sondern eine unmittelbar am Freitagabend einsetzende Pollenallergie mit Atemnot und allen unangenehmen Begleiterscheinungen. Dass es am Ende gereicht hat, lag wohl daran, weil kein Verein in Deutschland heuer ein homogenes Team an den Start bringen konnte. Nächstes Jahr werden die Herren Pflieger und Zundler wohl eher zunächst zur Männer-Mittelstrecke tendieren.

Bei den Jungs wussten wir, dass wir in diesem Jahr national nicht konkurrenzfähig aufgestellt waren. Dann erwischte es unmittelbar vor den Meisterschaften die Youngster Johannes Liedl und Lukas Kellner mit einem grippalen Infekt. Lukas Kellner musste sogar während des Rennens passen, die Mannschaft war geplatzt. Trotzdem zeigte sich mit dem Newcomer Dominik Jakob ein Silberstreif.

Über die Mädels der LG Telis Finanz muss nicht viel gesagt werden. Die sind einfach Klasse! Der Mannschaftstitel wurde erwartet und souverän nach Hause geholt. Der Stil, mit dem Corinna Harrer den Rest Deutschlands versenkte, war beeindruckend, Julia Kick hat sich rechtzeitig wieder gefangen und schnupperte zeitweilig sogar an Platz fünf und die blutjunge Theresa Piendl zeigte sich auf Platz 16 schon recht kaltschnäuzig. Dahinter befand sich auch noch die ebenso erst 16-jährige Christina Blößl, mit der es letztendlich auch locker gereicht hätte.

Veronika UlrichVielleicht formiert sich auch in den nächsten Jahren wieder ein akzeptables Männer-Langstreckenteam. Dominik Wagner und Max Meingast sind einfach noch zu jung, um die alten Haudegen der ersten 15 schon erfolgreich angreifen zu können. Mit David Lorbacher wäre der eine oder andere Platz nach vorne noch möglich gewesen. Der war leider wegen eines Auslandspraktikums nicht abkömmlich. Trotzdem geht unser Dank an Straßenläufer René Manthee, dessen Ding der Cross nun wirklich nicht ist.

Früher eine Bank und meistens nur als Mitläufer mitgenommen, macht uns der angepeilte Titel der W35/40 derzeit ein bisschen Sorgen. Wir sehen es aber mit einem kleinen Schmunzeln, weil die Seniorenklassen nun wirklich nicht unser Hauptziel sind. Unsere jahrelange Erfolgsgarantin Andrea Stengel erwartet derzeit ihr zweites Kind, Kathi Kaufmann war im Urlaub und Melanie Hohenester noch müde vom Triathlon-Trainingslager vor vierzehn Tagen, Mikki Heiß wollte ihrem doch schon recht empfindlichen "Gstell" das Watscheln im Morast ersparen. Eine Veronika Ulrich reicht eben dann doch nicht um sich gegen die stärker werdende Konkurrenz durchzusetzen. Beim Halbmarathon in drei Wochen werden die Oldies einen neuen Anlauf machen und wenn Ulrich, Heiß und Mayer-Tancic dann auch nur einigermaßen ins Ziel kommen, müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn dann nicht erneut Senioren-Gold am Halse hängen würde.