Susi Lutz und Coco Harrer debütieren in Bremen über 10.000 m und 5000 m

lutzsusi2_koblenz08-lutz-fotoRegensburg, 25. April 2009 (orv) – Bei den am 2. Mai in Bremen stattfindenden Deutschen Meisterschaften über 10.000 m (Männer, Frauen, U23)  und 5000 m der weiblichen Jugend (U20) debütieren die Telis-Nachwuchshoffnungen Susi Lutz und Coco Harrer und visieren dabei durchaus Medaillenränge an. Beide Läuferinnen klatschen sich ab, die Anstrengung weicht aus ihren Gesichtern. Nach zwölf strapaziösen Arbeitstagen im Telis-Trainingslager an der italienischen Adria bei Cervia sind Susi Lutz und Coco Harrer in den abschließenden Einheiten, Ausdauerprogrammen mit wechselnden Tempi, deutlich unter ihren vom Vorjahr stammenden Wettkampfbestleistungen auf den vergleichbaren Strecken geblieben. Zuversicht macht sich breit. Die DM in Bremen kann kommen, wenn auch die Gedanken noch mehr bei den neuen Geschwindigkeitsmöglichkeiten als beim durchaus wahrscheinlichen Medaillengewinn in der Hansestadt sind.

„Eine 34:45 trau ich mir jetzt über die 25 Bahnrunden zu“, strahlt Susi Lutz über das ganze Gesicht. Dass jene anvisierte Zeit genau die Normleistung ist, die der DLV für eine Teilnahme bei der U23-EM in Kaunas ausgewiesen hat, mag Zufall sein und doch spielt Kaunas im sportlichen Denken der Telis-Läuferin eine große Rolle. Dort hat sie als EM-Dritte über 3000 m Hindernis, damals 2005 in der U20 startend, bisher ihren größten Erfolg gefeiert. Dort will sie wieder hin, notfalls über die Flachdistanzen, nachdem ihr der DLV mit 10:00 min in der Spezialdisziplin mit den Balken eine knallharte Norm vorgesetzt hat. Sollte bei den Hindernissen innerhalb der Qualirennen etwas schief gehen, blieben dann immer noch die Flachdistanzen, wobei sie über 5000 m schon im Vorjahr mit 16:29 unter der aktuellen Qualifikationshürde lag.

harrer_watter08_lutz-fotoCoco Harrer will nach Novi Sad, zur U20-EM im Juli dieses Jahres. Das sicher nicht unbedingt auf der 5000 m Distanz, sondern viel lieber über 800 m oder 1500 m. Die Alleskönnerin, als Schülerin auch mal schon Landeschampion über die 100 m gewesen und auf Grund zweier nationalen Titel über die 400 m noch immer Mitglied des DLV-C-Kaders im Langsprint, ist derzeit aerob so gut drauf, dass plötzlich auch die zwölfeinhalb Runden interessant werden. „Ob ich nun vier Kilometer im Dreck wühle oder fünf Kilometer auf der Kunststoffbahn herunterspule, bleibt sich unterm Strich gleich“, so die amtierende deutsche Crossmeisterin (U20) zum ungewöhnlichen Unterfangen. Furcht vor Neuem scheint das Multitalent nicht zu kennen, auch wenn die Mittelstreckenvorbereitung schon voll im Gange ist.

Wenn dann am Ende eine „34“ und eine „16“ bei der Zeitangabe vor dem Doppelpunkt stehen, ist es für die beiden Laufzwillinge fast schon egal, ob und wo sie auf dem Treppchen stehen. Bremen jedenfalls wird eine Herausforderung im unbekannten Terrain mit vielen Unwägbarkeiten, bei denen man ganz schnell „baden gehen“ kann. Trotzdem mag ein neudeutsches Sprichwort am besten für die beiden Tausendsassas herhalten: No risk, no fun – und Spaß haben Susi Lutz und Coco Harrer am Laufen immer noch in schier ungebändigter Form.