Der DLV fordert von den U18-Hindernisläuferinnen für die WM eine 6:35

heuberger-sisters1_opening05Regensburg, 13. Mai 2009 (orv) – Ein Blick in die Normen und Richtwerteveröffentlichung des DLV hat wohl alle jungen Hindernismädel, die sich ernsthaft mit dem Gedanken an eine Teilnahme bei den in diesem Jahr in Brixen stattfindenden U18-Weltmeisterschaften beschäftigten, kräftig ins Schlucken gebracht. Eine 6:35 fordert der Verband für die Teilnahme am 2000 m Hindernis Wettbewerb, der internationale Verband setzt dagegen eine moderate 7:15 an. Die Vorgeschichte: 2007 in Ostrawa wurden die Hindernisse für Mädchen erstmals ausgetragen. Dazu wurde ein Elitefeld der besten Läuferinnen der Welt eingeladen, Norm gab es noch keine. Das Ergebnis mit deutscher Beteiligung war exzellent. Mit einer 6:36,25 und einer 6:37,90 belegten Diana Sujew und Sarah Cornelsen die Plätze sieben und acht. Die Hindernisse der Mädchen hatten sich somit auch in der U18 etabliert. Das Folgejahr ohne Weltmeisterschaften fiel aber dann schon ein wenig moderater aus: Die Poleposition in der Weltbestenliste wurde mit einer 6:34,37 erreicht, der zweite Platz mit einer 6:38,11 belegt. Verständlich daher die Aussage eines namhaften Nachwuchstrainers: „Du musst als Athletin anscheinend Weltmeisterniveau anbieten können, um in Brixen für Deutschland an den Start gehen zu können.“

Das Profil: In Deutschland kennt man im Nachwuchs drei Hindernisstrecken (1500 m Hi für die U18, 2000 m Hi national für die U20 und international für die U18, 3000 m Hi international für die U20 und national für die U23). Die nationalen Rekorde über die 1500 m Hindernis (U18) und 2000 m Hindernis (U20) halten Susi Lutz (4:48,67) und Julia Hiller (6:31,01). Susi Lutz lief als 17-Jährige auch schon die 3000 m Hindernis in einer 10:41. Spannt man nun Lutzens 4:48 und 10:41 in eine Relation, käme für die 2000 m Hindernis eine Zirkaleistung von 6:40-42 heraus, durchaus ansehnlich für B-Jugendliche. In diesem Spektrum bewegten sich auch Diana Sujew und Sarah Cornelsen beim extraordinären Rennen in Ostrawa, mit Platz sieben und acht durchaus im Dunstkreis der erweiterten Nachwuchs-Weltelite. Überhaupt sind in Deutschland bisher nur die beiden U20-Läuferinnen Susi Lutz und Julia Hiller unter jenen 2009 bei der B-Jugend geforderten 6:35 geblieben. Beide konnten international ihre Tauglichkeit mit Platz drei und fünf bei der U20 Junioren-EM 2005 und Platz sieben (Hiller/Lutz dabei aber erkrankt) bei der U20 Junioren-WM nachweisen. Um überhaupt mit der Ausgangsposition „Deutscher Rekord U18 – 4:48“ eine Zeit unter 6:35 anbieten zu können, muss auch auf den 3000 m Hindernis bereits die Fähigkeit zu einer Zeit unter 10:15 vorhanden sein. Lutz und Hiller konnten das, aber eben erst in der U20.

Die Aussichten: Sollte ein Mädel sich im Bereich zwischen 6:35 und 6:45 bewegen, ist es sinnvoller, gleich die Qualifikation über die 3000 m Hindernis bei den U20-Europameisterschaften anzustreben. Eine 10:20-30 ist dann allemal drin und mit dieser 10:20 kann man durchaus auf den Endlauf in Novi Sad hoffen, mit einer den 6:35 adäquaten 10:15-12 sogar nach einer Medaille schielen.