Telis Langstreckler will sich in der Schweiz für Junioren-EM empfehlen

pflieger_gala09_bruesselfotoRegensburg, 10. Juni 2009 (orv) - Für Philipp Pflieger (LG Telis Finanz) steht am Freitag viel auf dem Spiel. In Lugano will er die Normvorgabe für die U23-EM in Kaunas knacken. Über 5000 m fordert der DLV dafür 14:10,00. Seine Bestzeit vom letzten Jahr mit 14:05,54 würde reichen. Doch der Regensburger geht am Freitagabend mit einem Handicap ins Rennen. Nach einer sechswöchigen Pause trainiert er erst wieder seit dem 6. Mai, sehr wenig für die strapaziösen zwölfeinhalb Runden.

Mitnichten zeigt der Sunnyboy Zweifel an seinem gewagten Unternehmen: "Die Zeit hab ich drauf. Erst recht seit Sonntag." Damit meint er seinen 3000 m Sieg von der Sparkassen Gala in ganz vorzüglichen 8:10,92, immerhin Platz elf in der aktuellen europäischen U23-Bestenliste. Mal sehen, was diese Zeit auf der fast doppelt so langen Distanz wert ist. Die letzte Chance ist Lugano aber für den Regensburger nicht. Endgültigt nominiert wird erst bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften Ende Juni in Göttingen. Das Manko dort: Meisterschaftsrennen sind nicht selten taktische Rennen, nicht unbedingt geeignet für schnelle Zeiten.

Ganz schnell sein will am Wochenende Teamkollegin Corinna Harrer. Nach souveränen Normerfüllungen für die U20-EM in Novi Sad gleich zwei Mal über die 800 m und ein Mal über die 1500 m, beziehungsweise einem dritten und einem vierten Platz im kontinentalen Ranking, kehrt das Multitalent bei der DLV Junioren Gala in Mannheim wieder zu ihrer Ausgangsstrecke, den 400 m zurück. Nach einem Vorgeplänkel Mitte Mai im heimischen Uni-Stadion mit einer 56,05 soll's nun in Richtung Bestzeit 55,18 gehen und damit auch in Richtung 4x400 m EM-Staffel. Druck deswegen hat die Regensburgerin aber nicht. "Wenn sie mich brauchen. lauf ich gern, ich bin ja sowieso dabei." Mit von der Partie in Mannheim auch die Stabi-Jugendliche Amelie Garatva (LG Telis Finanz) die jene 4,05 für Novi Sad noch nicht gepackt hat, zudem noch vier deutsche Konkurrentinnen vor sich weiß. Für den Telis U20-Dreispringer Manuel Ziegler soll sein erster Dreisprung dieser Sommersaison im Mannheimer Stadion gleich der Hüpfer nach Serbien sein. 15,72 hat er im Winter angeboten, das würde allemal reichen. Die Form ist inzwischen besser als damals, sagt sein Vater und Trainer Manfred Ziegler.

Für weitere Telis-Talente gilt es, bei den Bayerischen Nachwuchs-Hindernismeisterschaften in Schweinfurt die Böcke zu bewältigen. Favoriten bei den A-Jugendlichen sind Lukas Kellner und Johannes Liedl (beide LG Telis). Ersterer hat die DJM-Norm von 6:15 für die 2000 m bereits in der Tasche, seinem Teamkollegen fehlt noch gut eine Sekunde. Bei den B-jugendlichen Mädchen wollen  Christina Blößl und Thersa Piendl (beide LG Telis Finanz) über 1500 m Hindernis auf's Treppchen und dabei gleich auch einmal die Qualifikation für die DJM in Rhede schaffen. Die hat die A-Jugendliche Julia Kick (LG Telis) bereits über die 500 Meter längere Distanz in der Tasche. Ob sie bei der Titelvergabe am Start sein wird, ist eher unwahrscheinlich. Ein Infekt hat schon am vergangenen Sonntag das anstehenden EM-Qualirennen für Novi Sad vereitelt. Jetzt muss sie wahrscheinlich ganz auf Göttingen setzen. Der Bundestrainer beantragt dafür wegen den von ihr in diesem Jahr noch nicht gelaufenen 3000 m Hindernis eine Sondergenehmigung. Auch für die Telis-Jugendliche Julia Liedl geht es bei ihrem ersten Saisonauftritt über die 400 m Hürden um eine Qualifikation für die DJM in Rhede. Dafür aber hat sie noch länger Zeit als ihre Teamkollegen Katharina Zeitler und Sebastian Zundler, die auf ihren Spezialdisziplinen 1500 m und 800 m ganz nahe an den geforderten Zeiten von 4:34,00 bzw. 1:51,80  für die DM in Ulm dran sind, in Schweinfurt jetzt drunter bleiben wollen. Juniorin Anna-Katharina Plinke testet ihre Form im Unterfränkischen über die 800 m.