Drei Regensburger Talente haben die Junioren-EM-Norm bereits souverän gepackt

pflieger_gala09_bruesselfotoRegensburg, 15. Juni 2009 (orv) – Es ist nicht immer leicht, in einem Team der besonderen Art, den Erwartungen gerecht zu werden. Die Rede ist von den Telis U20/23 Junioren/Innen des Jahres 2009. Drei sind derzeit bereits auf dem besten Wege, sich in Europa einen Namen zu machen, die DLV-Normvorgabe für die diesjährigen Nachwuchs-Europameisterschaften in Novi Sad und Kaunas haben sie jedenfalls souverän abgehakt. Corinna Harrer (U20) hatte über 800 m und 1500 m mit 2:04,14 und 4:19,91 keinerlei Mühe die geforderten 2:06,50 und 4:24,00 zu unterbieten, Susi Lutz (U23) packte den 5000 m Wert von 16:30 mit ihrem Junioren-Landesrekord in 16:12,84 ebenfalls auf Anhieb und Philipp Pflieger machte am letzten Freitag das Wunder von Lugano möglich. Nach einer Stressfraktur Mitte März und einer sechswöchigen darauf folgenden Trainingspause zauberte eine ganz vorzügliche 13:54,39 aus dem Telis-Talentsack, beinahe 16 Sekunden schneller als der geforderte Richtwert. Mit diesen fünf Topleistungen zieren die drei derzeit die Spitzenposition in den deutschen Bestenlisten ihrer Altersklasse.

lutzsusi2_koblenz08-lutz-fotoEinem Drahtseilakt kam Philipp Pfliegers Normerfüllung in Lugano gleich. Nach einem Test bei der heimischen Sparkassen Gala fünf Tage vorher, fuhr der Schlacks zwar mit allen guten Wünschen seines Teams in die Schweiz, aber alle dachten eher nur an vielleicht einen Normkratzer, mit viel Glück knapp unter den 14:10. Was der Regensburger dann aus dem Hut zauberte, war vom Allerfeinsten. Unerschütterlich sein Optimismus: „Da ist noch mehr drin.“ Inzwischen ist der gebürtige Schwabe bis auf Platz sieben im europäischen Ranking hochgeklettert und auch seine 8:10,71 von der Sparkassen Gala sind über 3000 m Platz elf wert.

Freundin Susi Lutz entledigte sich ihrer EM-Sorgen auf Grund einer heftigen DLV Norm von 10:00,00 über die Spezialstrecke 3000 m Hindernis mit einem Befreiungsschlag über 5000 m. Zuvor schon war sie deutsche Juniorenmeisterin über die doppelt so lange Distanz geworden und nur ein verbummelter erster Kilometer verhinderte, dass schon in Bremen die EM gebucht hätte werden können. Die damals erzielten 35:00,43 sind trotzdem immer noch Platz eins in der deutschen U23-Bestenliste. Die Hindernisnorm hat sie inzwischen zweimal vergeblich angegriffen. Mit 10:02,57 und 10:06 lag sie nur knapp daneben, befindet sich damit in Europa derzeit auf Platz sechs. Über 5000 m sind sogar nur vier Europäerinnen vor ihr. Schon 2005 mischte sie als U20-EM-Dritte über die Hindernisse bei den Kontinentalmeisterschaften kräftig mit.

harrercorinna4_djm08berlin_kiefnerfotoCorinna Harrer (U20) sammelt und sammelt derzeit Titel, Bestzeiten und Siege. Sie hat einen Lauf. Zuerst der 5000 m Titel in Bremen in 16:48 Minuten. Wären die Gegnerinnen schneller angegangen, wäre schon dort eine EM-Norm gefallen. Dann die Frontalangriffe über 1500 m und 800 m und jetzt der Respekt der gesamten bundesdeutschen Konkurrenz. Die Höhepunkte der Saison können für die Wenzenbacherin kommen. Sowohl über 800 m (Platz vier) als auch über 1500 m (Platz fünf) hat sie sich in der europäischen Spitze eingenistet. Da sie einen ganz harten Endspurt gehen kann, kann einiges passieren in den nächsten Wochen. Abheben wird die Kleine aber nicht. Der Rat des Trainers: „Werd erst mal 23 und erwachsen, zeig wie du mit Rückschlägen zurecht kommst, dann reden wir weiter.“ Und der Telis-Wirbelwind hat immer ganz große Ohren wenn ihr Coach was sagt.

garatva_bischofshofspringen09_lutzfotoAmelie Garatva (U20), die Überfliegerin mit dem Stab, freute sich über ihre 4,10 im Stabhochsprung riesig. Normerfüllung, Einstellung der persönlichen Bestleistung und Platz dreizehn in Europa. Sie hat aber das Pech in einer deutschen Paradedisziplin an den Start zu gehen. Gleich vier Mädels ihrer Altersklasse springen derzeit höher und drei dürfen nur mit nach Novi Sad. Der EM-Kuchen wird aber erst in Göttingen bei der Junioren-DM verteilt. Die Regensburgerin kann nun aus dem Hinterhalt angreifen, zehn Zentimeter mehr sind keine Unmöglichkeit und Amelie ist eine Wettkämpferin par excellence.

zieglermanuel1_dmjun08_gantenberg-fotoDreispringer Manuel Ziegler (U20) schlich nach dem Mannheimer Wettkampf wie ein Geprügelter von dannen. Eigentlich ohne Grund. 15,48 beim Saisonauftakt, Platz neun in der europäischen Bestenliste und mit Abstand Platz eins in der deutschen sollten Hoffnung machen. 12 Zentimeter fehlen noch und selbst wenn er die nicht schafft, ist noch nicht alles aus, weil der Verband bei seiner Nominierung auch die Platzierung unter den Top-12 berücksichtigt. Und da ist der Neustädter immer noch dicke dabei.

Julia Kick, die Hindernisläuferin mit vorjährigen WM-Erfahrungen hat derzeit die Seuche. Immer, wenn es darauf ankommt, kommt etwas dazwischen. 10:35 wollte sie bei der Sparkassen Gala anbieten, zugleich der Richtwert für die EM und dann kam ein Infekt dazwischen. Startverbot und das lange Warten auf Göttingen in Folge. Drei Plätze sind zu vergeben. Die deutsche Situation kennt über die Hindernisse kein Luxusproblem. Sarah Cornelsen aus Württemberg sollte durch sein, Julia Kick könnte die Vierte von Coach Kurt Ring für höhere Aufgaben sein.

danner_kesselring1_watter09_kiefnerfotoGroßartig das Auftreten von Mittelstrecklerin Christiane Danner (U23), die derzeit trotz einem Flow vor allem über die 1500 m (4:20,82 – in Europa 19.) hat, über die DLV-Norm von 4:16 aber gar nicht nachdenken will. „Gesund bleiben und immer schneller werden“, heißt die Devise von ihr, in den letzten Jahren gebeutelt von Verletzungen wie keine Zweite. Ihr Mut nach vorne zu gehen, fordert Bewunderung ab. Erst kürzlich bei der Sparkassen Gala stellte sie dies erneut unter Beweis, allein der Kick auf den letzten dreihundert Metern fehlt noch.

Für Zehnkämpfer Stefan Matula (U20) ist die Saison 2009 nach einer Stressfraktur Mitte Mai im Mittelfuß vorbei. Nach zwei Jahren ständiger Verletzungen will er seinem Körper jetzt erst bis September eine Auszeit geben und dann voll in die neue Saisonvorbereitung einsteigen. Dann gehört er der U23 an und muss bei den Erwachsenen antreten. Dass er zur europäischen Spitzenklasse gehört hat er schon als U18-Mann mit seinem 5.Platz bei der damaligen WM in Ostrawa bewiesen.