Vier Titel bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften und zwei weitere EM-Qualis

pfliegerphilipp2_dm-jun09_kiefnerfotoGöttingen, 28. Juni 2009 (orv) - In einen wahren Goldrausch verfielen die Telis-Asse bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften in Göttingen. Mit den Siegen von Dreispringer Manuel Ziegler (15,63), 800 m Läuferin Corinna Harrer (2:04,84), 5000 m Mann Philipp Pflieger (14:08,41) und der Hindernisläuferin Susi Lutz (10:06,64) holten die Regensburger kaum für möglich gehaltene vier Titel. Dazu kam noch, dass sich die als Dritte über die Hindernisse einlaufende Julia Kick und Manuel Ziegler mit ihren 10:34,39 und 15,63 im letzten Moment auch noch für die U20-EM in Novi Sad qualifizierten. Eine weitere Bronzemedaille steuerte die 3x1000 m Staffel der LG Telis Finanz mit Dominik Jakob, Jonas Zweck und Sebastian Zundler bei (7:26,35). Knapp am Stockerl vorbei schrammte das vorher in den Einzeldisziplinen schon stark beanspruchte 4x400 m Telis-Quartett Vera Stelkens, Julia Liedl, Christiane Danner und Corinna Harrer mit Platz vier und neuem Hausrekord von 3:45,70. Zehn Minuten vorher war deren Nummer drei Chrissy Danner bereits im 1500 m Finale mit 4:23,43 knapp am Edelmetall als Fünfte vorbeigelaufen. Vera Stelkens (400 m) und Sebastian Zundler (1500 m) wurden mit 55,67 und 3:50,50 (pB) jeweils Achte.

ziegler_dm-jun09_lutzfoto"Nach den gleich im ersten Versuch erzielten 15,63 war die Luft raus, die Spannung weg", so der neue Dreisprungmeister Manuel Ziegler zu seinem Sieg. Nachdem sein ärgster Konkurrent Matthias Uhrig an diesem Tag in den weiteren fünf Versuchen nichts Nennenswertes zustande brachte, baumelte auch noch Gold am Hals des frisch gebackenen EM-Teilnehmers, der sich nun ganz auf Novi Sad konzentrieren will. Kaltschnäuzig dann der Auftritt der Telis-Mittelstrecklerin Corinna Harrer. "Nachdem sich keine im Feld für die Tempoarbeit zuständig fühlte, habe ich diesen Teil einfach auf der letzten Runde selbst übernommen", erklärte sie ihren Parforceritt auf der zweiten Runde. Mit einer ständigen Tempoverschärfung machte sie alle ihre Gegnerinnen mürbe und blieb am Ende mit 2:04,84 zum zweiten Mal unter den 2:05. "das ist mein erster deutscher Einzeltitel, da wollte ich mich am Ende nicht lumpen lassen", strahlte ein restlos überzeugender Philipp Pflieger bis weit über beide Ohren hinaus. harrer1_dm-jun09_lutzfotoMit einer harten Tempoverschärfung ließ er auf den letzten zwei Kilometern den ebenfalls für die U23-EM qualifizierten Erfurter Rico Schwarz nicht den Hauch einer Chance und blieb mit 14:08,41 erneut unter der Kaunas Norm. "Ich wollte mein Ding durchziehen und mich nicht im Feld verstecken", so die neue Hindernismeisterin Susi Lutz Zwei Kilometer lang klebte der Chemnitzer Shootingstar des letzten Jahres Julia Börner an ihren Fersen, um am Ende von der Regensburgerin mit einem starken letzten Kilometer noch völlig aufgerieben zu werden. Ihr vorzeitiges Ende brachte dann auch noch die Telis Nummer zwei Julia Kick nicht nur auf EM-Spur sondern auch in die Medaillenränge. Ihren Endspurt hinter dem letzten Hindernis zog die Kelheimerin allerdings ein wenig zu spät an. Am Ende fehlten nur 16 Hundertstel zu Silber.

lutzsusi1_dm-jun09_lutzfotoUntröstlich war letztendlich nur Chrissy Danner. "Ich kann das besser, ich kann auch unter 4:20 laufen". In einem taktisch ausgerichteten Rennen fehlte ihr noch die Erfahrung in solchen Rennen und der letzte Kick auf der Zielgeraden, nachdem sie das Rennen lange mitbestimmt hatte. Auch nach der 4x400 m Staffelentscheidung, knappe zehn Minuten nach dem 1500 m Finale, musste die völlig ausgepumpte Telis-Läuferin nach ihrem bravourösen Einsatz auf Position drei zur Kenntnis nehmen, dass es erneut nicht zum Edelmetall gereicht hatte. Teamkollege Sebastian Zundler, ebenfalls kurz zuvor im 1500 m Finale mit persönlicher Bestzeit von 3:50,50 und Platz acht "postiv" gestresst, hatte dann im 3x1000 m Finale mehr Fortune. Nach guter Vorarbeit von Dominik Jakob und Jonas Zweck lief er auf den erhofften Bronzerang ein.

dannerchristiane2_dm-jun09_kiefnerfotoMit dem Glück haderten auch die drei Telis-Springerinnen. Für Amelie Garatva (13./3,80) und Elena Horn (10./3,90) blieb im allgemein irgendwie nicht in die Gänge kommen wollenden Stabhochsprungwettbewerb die Latte bei ihren Versuchen über die vier Meter nicht oben liegen. Somit war der angepeilte Top-ten-Platz auch weg. Das ganze Brett verschenkte Weitspringerin Michelle Weitzel beim dritten Versuch auf 5,89. Diese zwanzig Zentimeter mehr wären der Endkampf gewesen und die in diesem Jahr so selbstverständlichen sechs Meter. So blieb auch sie am Ende auf einem undankbaren 10. Platz hängen. Überzeugend dagegen der gleiche Platz für Judith Lutz mit neuem Hausrekord von 17:44,33 und auch jener 12. von Anna Katharina Plinke (beide LG Telis Finanz) über 1500 m mit 4:43,24, nachdem sie sich schon im Vorlauf auf eine neue persönliche Bestleistung von 4:42,43 gesteigert hatte. Teamkollegin Liesa Gläß verzichtete nach guten 4:45,51 im Vorlauf auf das Finale. Auch Julia Liedl konnte im 400 m Vorlauf mit 57,48 eine neue persönliche Bestleistung markieren.