Corinna Harrer holt über 1500 m Silber mit 4:19,76

harrer_kesselring3_dm09_kiefnerfotoUlm, 5. Juli 2009 (orv) - Nach ihrer Gala Vorstellung letztes Wochenende bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften mit vier Titelgewinnen und zwei Bronzemedaillen glänzen die Telis-Youngster nun auch bei den "Großen" in Ulm mit einer tollen Bilanz: Silber für DM-Nesthäkchen Corinna Harrer in einem Spurtkrimi mit neuem Hausrekord von 4:19,76, drei vierte Plätze für den ebenfalls noch der U20 angehörenden Dreispringer Manuel Ziegler (15,56), die 1500 m Läuferin Christiane Danner (4:22,53) und die 4x400 m Staffel mit Vera Stelkens, Julia Liedl, Christiane Danner sowie Corinna Harrer am Schluss mit einer Steigerung ihrer Bestmarke auf nunmehr 3:43,24. Drei völlig unerwartete achte Plätze durch 800 m Mann Sebastian Zundler (1:50,24 - Vorlauf 1:49,81), Michelle Weitzel (Weit - 6,30, persönliche Bestleistung) und Philipp Pflieger (1500 m - 3:47,29, persönliche Bestleistung) runden mit dem sechsten Platz von Pamela Spindler (100 m Hürden - 13,43 - Vorlauf 13,34, persönliche Bestleistung) runden das Ganze zur besten Regensburger DM-Bilanz aller Zeiten ab.

dannerchristiane1_dm09_kiefnerfotoDas 1500 m Finale der Damen war nichts für schwache Nerven. Von Anfang an belauerten sich das Quartett mit der Favoritin Denis Krebs (Wattenscheid), der Fürtherin Anne Kesselring und den beiden Telis-Frauen Corinna Harrer und Christiane Danner ohne an ihre Geschwindigkeitsgrenzen gehen zu müssen. Als es dann 300 m vor dem Ziel in die entscheidende Phase ging, spielte Denis Krebs ihre volle Routine aus und durcheilte die letzte Kurve schon mit einem kleinen vorsprung von ein, zwei Metern und auch Anne Kesselring nutze die winzige Unentschlossenheit der beiden Regensburgerinnen um sich Platz zwei zu erobern. Furios dann wieder die letzten hundert Meter von Corinna Harrer. Noch zehn Meter vor dem Ende fast hoffnungslos hinter Kesselring sprintend, moblisierte sie noch einmal alle ihre Kräfte, um quasi auf dem Zielstrich an der Fürtherin vorbeizuschießen. Bestzeit mit 4:19,76, Silber und die Erkenntnis auch bei den Frauen in Deutschland mithalten zu können - was will man mehr. Christiane Danner war mit ihrem vierten Platz in einem für sie "ideal gelaufenen Rennen" natürlich auch hoch zufrieden.

weitzelmichele1_dm09_kiefnerfoto"Das hat gepasst, alle Sprünge waren auf einem hohen Niveau, mit einem achten Platz hatten wir nie gerechnet", zeigte sich auch Telis-Trainerin Steffi Pietsch hocherfreut ob der wirklich famosen Leistung iher Weitspringerin Michelle Weitzel, die nach 6,28 im ersten Versuch diesen Coup mit einer nochmaligen Steigerung um zwei Zentimeter im zweiten Versuch dingfest machte und am Ende sechs Mal über 6,11 sprang. Für Stabhochsprung-Küken Amelie Garatva war Ulm noch eine Lehrstunde. Mit ihrer bisherigen Bestleistung von 4,10 gerade noch ins Teilnehmerfeld gerutscht, überquerte sie die Anfangshöhe von 3,80 auf Anhieb, scheiterte aber im Anschluss an den 3,95 drei Mal.

pfliegerphilipp1_dm09_kiefnerfotoNach seinem Quantensprung im Vorlauf stand 800 m Mann Sebastian Zundler im hochklassigen Finale von Anfang an ein wenig auf verlorenem Posten, zumal die Protagonisten für den Titel auf den den ersten 400 m schon zügig Druck machten. Dennoch zog er sich als Achter mit seiner weitaus zweitbesten Zeit seiner noch jungen Karriere (1:50,24) hervorragend aus der Affäre. Sein Teamkollege Philipp Pflieger lernte ebenfalls den besonderen Charakter von Meisterschaftsendläufen auf der Mittelstrecke kennen. Beim Geschiebe um die besten Positionen auf den ersten drei Runden hielt er sich zunächst klug im Hintergrund, musste dann aber in der letzten Runde feststellen, dass dann auch leicht eine Lücke aufreißen kann. Solch Ungemach widerfuhr dem Telis-Schlacks in der letzten Kurve. Mit der schnellsten Zielgerade aller Finalisten von Platz drei bis acht konnte er die dann fast noch schließen, aber eben an keinem mehr vorbeilaufen. Mit Wehmut sah er dann das eher schwache 5000 m Finale: "Das wär mein Ding gewesen, aber EM und DM auf der langen Strecke ist mit meiner derzeitigen Verfassung eben noch nicht machbar."

Versöhnlicher Abschluss eines großen Telis-Nachmittages dann die 4x400 m der Frauen. Die "Steinbockstaffel" - alle vier Läuferinnen sind im Sternzeichen des Horntiers geboren - musste wieder einmal auf der Außenbahn ins Rennen gehen, weil Startläuferin Vera Stelkens nun seit über einem Jahr bei wichtigen Rennen auf diese Bahn gelost wird. Was aber letztendlich iher guten Vorstellung mit Rang zwei im ersten Zeitlauf hinter dem späteren Vizemeister SC Potsdam keinen Abbruch tat. Julia Liedl bestätigte auf zwei erneut ihren Ruf als Klasse-Staffelfrau und die bereits 1500 m-geprüften Mittelstrecklerinnen Christiane Danner und Corinna Harrer machten den Sack zu für einen neuen Oberpfalzrekord, fast zweieinhalb Sekunden schneller als der gerade mal eine Woche alte von den Juniorenmeisterschaften. Leider war's wie schon 2008 bei den Juniorinnen und im Jahr darauf in Göttingen erneut nur der undankbare vierte Platz.