Teil 1: Januar bis März

zieglermanuel2_blv-jugendhalle09_kiefnerfotoRegensburg, 25. Dezember 2009 (orv) – Wenn man Läufer/Innen im Club hat, werden Pausen in einem Jahr rar. Vom Januar mit den Hallenmeisterschaften auf Landesebene bis zu den Cross-Europameisterschaften Mitte Dezember ist ein weiter Bogen zu spannen. Letztendlich liegen nur knapp vier Wochen zwischen alter und neuer Saison. Die Bilanzen sind gemacht, die Medaillen gezählt, Zeit also, jetzt noch einmal auf das wohl erfolgreichste Jahr in der fast nun schon 40-jährigen Geschichte der Regensburger Leichtathletik Gemeinschaft, die nun seit zwei Jahren LG Telis Finanz heißt, zurückzuschauen.

Der Januar – ein völlig unerwartetes Hallen-Outing auf Landesebene

Die Halle war noch nie ein Terrain, auf dem Regensburger Leichtathleten so richtig Fuß fassen konnten, fehlen doch in heimatlichen Gefilden jene Anlagen, die man für ein erfolgreiches Indoor-Abschneiden braucht. Sicher, die Asse der letzten Jahre haben immer einmal gepunktet, so richtig mitmischen wollten die Domstädter aber weder in Fürth noch in München. 2009 war plötzlich alles ganz anders. Trotz Absagen einiger Titelanwärter/Innen zwecks anderer Ambitionen trumpften die Telis Asse wie nie zuvor auf. Manuel Ziegler und Amelie Garatva gaben bei den Jugendmeisterschaften in Fürth mit den Titelgewinnen im Dreisprung bzw. Weitsprung (15,63/6,97) und mit dem Stab (4,00) die Vorlage und neun Goldmedaillen folgten acht Tage später in München. garatvaamelie5_blv-jugendhalle09_kiefnerfotoDer schönste wohl der in der 4x200 m Staffel der Frauen, bei der ein Junioren-Jugend-Quartett mit Susi Zimanyi, Vera Stelkens, Julia Liedl und Corinna Harrer den Rest Bayerns eindrucksvoll düpierte. Manuel Ziegler gewann erneut (15,46), diesmal bei den Männern, Elena Horn machte es bei den Frauen mit 3,70 Amelie Garatva nach, Pamela Spindler deutete bei ihrem Sieg in 8,32 (60 m H) erstmals höhere Hürden-Ambitionen an, Mittelstreckler David Lorbacher landete einen Doppelsieg (1500 m – 3:55,88/3000 m – 8:33,59), Veronika Ulrich wies über 3000 m mit 10:09,42 die bis zu zwanzig Jahre jüngeren Konkurrentinnen in ihre Schranken und Corinna Harrer begann in einer anderen Liga über 1500 m (4:33,67) zu laufen. Da bliebe dann noch Nesthäkchen Theresa Piendl, die völlig überraschend über 1500 m in 4:48,00 den einzigen Telis-B-Jugendtitel holte. Jeweils sieben Silber- und Bronzemedaillen wanderten ebenfalls noch in Telis-Vitrinen. Nachwuchs-Mehrkämpfer Igor Rud beschloss in Hamburg den Januar mit einem erfreulichen siebten Rang bei den Deutschen Hallenmehrkampfmeisterschaften im Siebenkampf (mJA – 4879 P.). Dabei lief keineswegs alles nach Maß: Langstreckler Philipp Pflieger laborierte erneut am maladen Knie herum, Amelie Garatva fiel nach ihrem Jugendtitel im Training über ihren eigenen Stab und damit für den Rest der Halle aus und Stefan Matula verzichtete genauso wie Susi Lutz auf eine Hallensaison.

Der Februar – erstmals auch national präsent

spindler_reinelt1__blv-halle09_kiefnerfotoZunächst einmal schlug Anfang des Monats im Telis-Lager die Grippe-Welle zu, was letztendlich dann doch noch positive Auswirkungen haben sollte. Die beiden jungen Wilden der Mittelstrecke, Corinna Harrer und Christiane Danner entschlossen sich mangels anderer Wettkampfmöglichkeiten im garstigen Winterwetter nach Leipzig zur Hallen-DM zu fahren. Dort deutete Christiane stark gesteigertes Potential auf. Ständig über 1500 m auf Position drei laufend, fehlte lediglich die letzte Runde. Mit Platz neun blieb sie letztendlich ein wenig unter Wert. Nesthäkchen Corinna Harrer hingegen irrte zunächst im kompakten Feld wie ein Suchender in der Wüste herum, um dann am Schluss mit neuer Bestzeit von 4:27,71 bis auf Platz vier vorzustürmen. Nach einem Disqualifikations-Hickhack der Dritten gab’s dann sogar Bronze, kurz darauf bittere Tränen weil dem Protest von Kristina Schadt stattgegeben wurde und ganz am Ende doch noch ein zufriedenes Lächeln. Manuel Ziegler machte dort weiter, wo er im Januar aufgehört hatte: Zuerst der DM-Jugendtitel in Neubrandenburg mit bayerischem Rekord von 15,72, dann Platz vier bei den Aktiven mit 15,70. Für Pamela Spindler sprang ein beachtlicher sechster Rang über 60 m Hürden in 8,38 heraus. Manuel Ziegler nahm am Ende des Monats dann auch noch den U20-Länderkampf in Metz mit, bei dem ihm mit 15,32 aber nur wenig gelang.

Der März – Zeit der Crossläufer

pflieger_leichtathletik-de__crossdm09_foto_kiefnerExakt am Ersten des Monats schlugen die Telis-Crossläufer in Markt Indersdorf mit 11 Goldmedaillen wieder einmal gewaltig zu. Corinna Harrer (wJA), Philipp Pflieger (Junioren), Veronika Ulrich (Frauen-Mittelsrecke, W40) und völlig überraschend Christiane Danner (Juniorinnen) holten die Einzeltitel. Sechs Teamtitel (Frauen Lang- und Mittelstrecke, Juniorinnen, wJA, Junioren und W14/15), sowie 6x Silber und 4x Bronze kamen noch dazu. In Ingolstadt, 14 Tage später bei den mustergültig ausgerichteten nationalen Titelkämpfen ließen die Telis-Läuferinnen auch auf Bundesebene deutlich was von sich hören. Zuerst der beherzte Alleingang einer Corinna Harrer vom Start bis zum Ziel, was Heiner Weber, Trainer von Sabrina Mockenhaupt, zu der Bemerkung hinriss: „Mocki, die Kleine läuft wie du, von Anfang an Vollgas.“ Dann der wunderbare Lauf des Philipp Pflieger bei den Junioren, bei dem nur noch der haushohe Favorit Alexander Hahn (Leverkusen) am Ende knapp vor ihm ins Ziel kam. Weiterer Lohn: Mannschafts-Gold mit Sebastian Zundler und Jonas Zweck. Dann der über überlegene Teamtitel der wJA mit Corinna Harrer, der auf Platz sieben weit vorne einlaufenden Julia Kick und der auf Rang 17 einkommenden B-Jugendlichen Theresa Piendl. Veronika Ulrich holte W40-Gold. Um ein Haar wären es sogar sechs Titel geworden, weil den Juniorinnen mit der auf vier einkommenden Susi Lutz und den bravourös laufenden Christiane Danner bzw, Judith Lutz gegen die weitaus stärker eingeschätzte Konkurrenz aus Kassel (1.) und Fürth (3.) nur ein Pünktchen zum Sieg fehlte und jenes Pünktchen eben auch den Frauen (Lutz, Danner, Ulrich). Silber ging auch an das Seniorinnen-Trio mit Veronika Ulrich, Melanie Hohenester und Rieke Mayer-Tancic. Damit war man zum erfolgreichten Verein der Meisterschaften aufgestiegen, sozusagen in Deutschland angekommen. Und der Cross sollte im weiteren Jahresverlauf keine Eintagsfliege bleiben.