Teil 4: Oktober bis Dezember

heissmonika1_blv-halbmarathon09_kiefnerfotoRegensburg, 28. Dezember 2009 (orv) – Wer auf einen ruhigen Telis-Herbst getippt hatte, irrte. Es gibt einfach keine ruhigen Monate mehr. Dennoch, der Oktober blieb relativ relaxt, weil nur noch die Bayerischen Halbmarathonmeisterschaften in Ruhstorf auf dem Programm standen und sich dorthin letztendlich nur Mikki Heiß hin verirrte, weil sie erstens noch nie Bayerische Meisterin über die 21,1 km geworden war und zweitens den 60. Landestitel des Jahres klar machen wollte.

Der Oktober – auch er sollte für das Telis-Team ein goldener werden

Athletin des Monats sollte jedenfalls Mikki Heiß werden. Quasi mit einer hunderprozentigen Ausbeute kehrte die Telis-Langstrecklerin von Ruhstorf zurück. Als einzige Telis-Starterin holte sie zwei Mal Gold. Mit 1:20:49 gewann sie überlegen die Frauenwertung und zugleich auch jene der W35. Das waren dann exakt der 60. und 61. bayerische Meistertitel diesen Jahres für das Telis-Team. Für eine Saison, in der man ausdrücklich nicht auf die Landesmeisterschaftsbilanz achten wollte, eine absolut gigantische Ausbeute! Dennis Pyka erprobte sich nochmals über die Marathon-Distanz. pykadennis_dm-hm09_kiefnerfotoBeim Essen-Marathon verfehlte er die 2:20er Barriere nur knapp und gewann souverän. Veronika Ulrich, die Bergziege, tat sich die inoffiziellen Langstrecken-Berglaufweltmeisterschaften (Marathon-Distanz) an und gewann in Söll/Österreich mit der deutschen Mannschaft Bronze. In den deutschen Bilanzen auf leichtathletik.de wurden Susi Lutz und Philipp Pflieger in ihren Disziplinen 3000 m Hindernis und 5000 m in die Top-drei gesetzt und Manuel Ziegler bzw. Corinna Harrer beim Dreisprung und auf der Mittelstrecke als Deutschlands Hoffnungsträger gehandelt. Lutz, Pflieger, Neuzugang Florian Orth, Manuel Ziegler (als einziger deutscher Athlet im Dreisprung überhaupt!) wurden wieder in den B-Kader aufgenommen, Amelie Garatva und Corinna Harrer in der C-Kader und Thresa Piendl in den DC-Kader.

Der November – in Erwartung der Cross-EM

Noch nie hatte die LG Telis Finanz so viele Pole-positions in einem Jahr: Corinna Harrer steht in der U20 über 800 m, 1500 m und 10 km ganz oben, Susi Lutz über 3000 m, 5000 m und 10.000 m der U23, Philipp Pflieger über 5000 m und über 10 km in derr U23, Manuel Ziegler im Dreisprung der U20 und U23, die 3x800 m Staffel der Juniorinnen mit Lutz, Danner und Harrer ebenso wie die Halbmarathon-Mannschaft mit Veronika Ulrich, Steffi Volke und Mikki Heiß. Die Auscheidungsrennen für die Mitte Dezember in Dublin stattfindenden Cross-Europameisterschaften sahen nur die „Kurzen“ auf der Erfolgsspur. Corinna Harrer qualifizierte sich als Zweite von Darmstadt ohne Probleme und Chrissy Danner trat nach ihrem vorzüglichen Lauf von Darmstadt (U23-Fünfte) in Roeselare noch sensationeller auf. Als zweitschnellste deutsche Juniorin auf Platz 14 einkommend, buchte sie endgültig die Fahrkarte zu ihrem ersten internationalen Meisterschaftseinsatz. Tags darauf stürmte sie freudestrahlend mit ihrem Trainingsplan zu Trainer Kurt Ring: „Schau, was da steht. Wenn ich mich qualifiziere, trägst du mich mit eigenen Händen aus dem Stadion heraus.“ Sie hatte soeben Unmögliches möglich gemacht. Für die „Langen“ Susi Lutz und Philipp Pflieger wurde die Saison einfach zu lange. Nach einem stressigen Radio-Praktikum im August und September für Lutz und einer zwar leichten, aber lästigen Knieverletzung bei Pflieger wollte die nötige Form einfach nicht mehr kommen. Die Neuen sind da. fiegendavid1_kiefnerfotoGleich sieben Mittelstreckler fanden den Weg in die Domstadt. Dass darunter mit David Fiegen aus Luxemburg ein waschechter Vize-Europameister von 2006 mit einer 800 m Bestzeit von 1:44,83 ist, mag einer glücklichen Fügung zuzuschreiben sein. Seine Freundin Jana Beh, eine Hürdenläuferin mit der Bestzeit von 13,98 studiert seit Oktober in Regensburg Medizin und David verlegte so seinen Lebensmittelpunkt nach Regensburg. Beide werden 2010 das Telis Trikot tragen. Aus Roth kam der neue Mitbewohner für’s Athletenhaus Sebastian Reinwand (5000 m 14:34), aus Aalen Jonathan Schaible (3000 m 8:34), der sich eine Verbindung Physiotherapieausbildung und Leistungssport am besten in der Domstadt vorstellen konnte, aus Furth im Wald Florian Zimmermann (3000 m 8:45), aus Rosenheim Gerit Wagner (3000 m 8:58), der in Regensburg ein Studium begann, sowie der deutsche Jugendmeister von 2008 über 1500 m Florian Orth (800 m 1:49,80 – 1500 m 3:46) und dessen Staffel-Kumpel Felix Plinke (800 m 1:51,47) aus dem Hessischen. Letzte fünf gehören noch dem Juniorenjahrgang 89 an. Auch im Mehrkampf tat sich was: Markus Bösl kehrte von asics Wendelstein zur LG zurück und brachte dabei den Bayerischen Meister Tom Bechert (7200 Punkte), sowie Malte Hartfiel (6800 P.) mit. Ebenso wird Schülerin Katharina Baumann (2000 m 6:56) und Langstrecklerin Anne Haug (10 km 35:09) 2010 das Telis-Trikot anziehen.

Der Dezember – Corinna Harrer holt in Dublin die beste deutsche Platzierung

Ehre, wem Ehre gebührt: Das gesamte Telis-Team rutscht in der deutschen Vereinswertung mit 157 Zählern auf Platz sechs vor, wobei die U23-Juniorinnen mit 34 Platzierungen Platz eins und die Frauen mit 50 Platzierungen Platz zwei in der Teilwertung belegen. harrer-dublin09-rinCorinna Harrer erhält den Preis der German Road Races –Vereinigung als beste Nachwuchsläuferin des Jahres und ihr Coach Kurt Ring wird zum Trainer des Jahres gekürt. Für die Regensburger Sportlerwahl werden Corinna Harrer (Nachwuchs), Susi Lutz (Frauen) und Philipp Pflieger (Männer) von der Mittelbayerischen Zeitung nominiert. Sportlich passierte auch noch einmal Außerordentliches. Bei den Cross-Europameisterschaften am 13. Dezember im Dubliner Santry-Park wuselt sich Corinna Harrer in einer waren Schlammschlacht auf den letzten tausend Metern der 4 km-Distanz von Platz fünfzehn bis auf Platz vier vor, was die EAA-Leute dazu verleitete, auf der offiziellen Live-HP von einer „terrific last lap of Corinna Harrer“ zu berichten. So legt sie den Grundstück für die Bronzemedaille des deutschen U20-Teams. Es sollte die einzige bleiben. Die im U23-Team stehende Chrissy Danner musste, anfangs in der Spitzengruppe mitlaufend, reichlich Lehrgeld bezahlen und wurde bis auf Platz 35 durchgereicht. Das deutsche U23-Team landete damit punktgleich mit dem Dritten Frankreich durch die schwächere dritte Läuferin nur auf dem unglüclichen vierten Platz.