Was ist eine sportmedizinische Leistungsdiagnostik?

lutz-leistungsdiagnostik09Mittels einer sportmedizinischen Leistungsdiagnostik wird sowohl der Gesundheitszustand als auch die Leistungsfähigkeit gründlich überprüft. Während der Belastung werden das Herz-Kreislauf-System (EKG, Puls, Blutdruck), der Stoffwechsel (Laktat = Milchsäure) als auch wahlweise das Atemsystem (Atemfrequenz, Atemvolumina, Sauerstoffaufnahme, Ausmaß der Fettverbrennung etc.) einer gezielten Kontrolle unterzogen. Dieser Test lässt u.a. Aussagen über den aktuellen Ausdauerzustand zu und gibt Hilfe zur optimalen individuellen Trainingssteuerung.


Wie funktioniert eine Leistungsdiagnostik?

Während einer stufenförmig ansteigenden Belastung auf dem Fahrradergometer oder Laufband (ähnlich dem Belastungs-EKG, jedoch immer sportartspezifisch notwendig) wird zusätzlich aus dem Ohrläppchen die Milchsäure (= Laktat) bestimmt. Bei einer Spiroergometrie hat man zusätzlich noch eine Maske auf, über welche die Atmung, der Stoffwechsel als auch die maximale Sauerstoffaufnahme bestimmt wird. Anhand der Messdaten wird anschließend mittels eines speziellen Programms die so genannte Laktat-Leistungskurve erstellt sowie die individuellen Schwellen berechnet. Diese bilden dann die Grundlage für ein gezieltes und effektives individuelles Training.

Welchen Nutzen hat man von der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik?

Aufgrund der Analysedaten kann der Arzt eine genaue Beurteilung des Gesundheitszustandes als auch der momentanen Fitness und  Ausdauer-leistungsfähigkeit geben. Zusätzlich erhält man genau auf die Person zugeschnittene individuelle Trainingsempfehlungen in Abhängigkeit der aktuellen Voraussetzungen und Ziele.Häufig wird im Training entweder mit zu hohen oder zu niedrigen Intensitäten trainiert. Damit bleiben die Trainingsfortschritte aus, auf längere Sicht können sogar  Beschwerden oder Erkrankungen auftreten. Mittels der sportmedizinischen Leistungsdiagnostik werden so für jede Person die für ihn / sie richtigen Intensitäten und Pulswerte für ein gezieltes und effektives individuelles Training bestimmt.

Welcher Puls für wen?

Die individuellen Pulswerte für das Training können sehr stark zwischen den Personen variieren. So können bei einer Person Pulswerte um die 100 Schläge pro Minute für ein Grundlagentraining optimal sein, bei einer anderen Person sind jedoch bis zu 180 Schläge pro Minute notwendig. Die bekannten Formeln für die Berechnung des Trainingspulses wie u.a. 180 – Lebensalter liefern häufig falsche Werte. Über- und Unterforderung sind die Folge. Zudem setzt sich ein intelligentes Training aus mehreren Trainingsbereichen zusammen, die einer bestimmten Abfolge bedürfen.

von Dr. med Frank Möckel