Corinna Harrer, Philipp Pflieger und co. bewältigen die 25 Bahnrunden auf ihre Weise

pfliegerphilipp2_dm-jun09_kiefnerfotoRegensburg, 19. März 2010 (orv) –  Das Ergebnis vom Freitag-Rennen auf der Regensburger Sportanlage am Weinweg liest sich für 10.000 m recht ordentlich. Bei den Männern gewann Philipp Pflieger (30:10,09) vor Sebastian Reinwand (32:23,07), Max Meingast (32:38,72), Jonathan Schaible (33:57,24) und Gerit Wagner (35:05,04). Bei den Frauen hatte Corinna Harrer (35:03,91) die Nase vorn, Susi Lutz wurde Zweite (36:56,76). Beim Jugendtrio hieß die Reihenfolge Lukas Kellner (34:51,62), Jonas Koller (35:04,16) und Johannes Liedl (36:57,09 – alle LG Telis Finanz Regensburg). Schließlich schreiben wir erst Mitte März und die Saisonhöhepunkte liegen noch weit weg. Hinter den Zahlen verbirgt sich dennoch weit Interessanteres, weil die Athleten/Innen besondere Aufgabenstellungen mit auf den Weg bekamen, damit ein besseres Niveau abriefen als die letztjährigen Landesmeisterschaften in Schwandorf.

Dazu Teamchef Kurt Ring: „ Beim Blick in die jeweiligen deutschen Bestenlisten ist uns aufgefallen, dass vor allem bei den Frauen schon eine sehr gute Leistung im bei uns üblichen 10 km-Schwellenprogramm mit acht integrierten 1000ern für einen vorderen Platz reicht. Nun gut, die Spezialistinnen wie Susi Lutz werden im Mai dann um Einiges schneller laufen, aber eine wie Coco Harrer wird sicher in der Wettkampfphase die 25 Runden nicht mehr auf der Bahn unter die Spikes nehmen. Also haben wir das Training als offiziellen Wettkampf angemeldet, eine Zeitnahme bestellt und die Jungs und Mädels einfach mal laufen lassen.“

harrer_corinna_dm-jugend_09-kiefnerDass es dabei nicht gleich um Rekorde geht, dafür hat der Teamchef selbst schon vor über 20 Jahren gesorgt. Sein damaliger Schützling Beate Waeber lief nämlich im selben Alter einer Coco Harrer bei den damaligen Deutschen Meisterschaften der Frauen (die damalige Altersklasseneinteilung führte 19-Jährige bereits in der Frauenklasse) im Berliner Olympiastadion als Vierte eine 34:12. Das ist immer noch bayerischer U20-Rekord auf der längsten olympischen Bahndistanz. Und auch ein Philipp Pflieger wird sich noch strecken müssen, um dem Uraltrekord von Thomas Ertl (28:44) den Garaus zu machen.

Wie gesagt für Philipp Pflieger, Susi Lutz, Max Meingast und Sebastian Reinwand warten die großen 10.000 m Herausforderungen im Mai, wenn es in Ohrdruf (1.5.) um die nationalen Titel geht oder aber auch, wenn an Pfingsten in Schwandorf die Landesmeisterschaften erneut entschieden werden. Da flitzt eine Corinna Harrer schon längst wieder nur noch knapp über zwei Minuten oder knapp über vier Minuten lang um die Bahn, wenn es um schnelle Zeiten auf ihren Paradedisziplinen 800 m und 1500 m geht. Damit das dann auch formidabel geht, braucht es so Tage wie den 19. März, um die aeroben Grundlagen zu schaffen. Das Rennen selbst, die Zeit und auch der Bestenlistenplatz haben absolut untergeordnete Bedeutung – wenn man die Zahlen später liest, sollte dennoch der Hintergrund offensichtlich sein.