Winter-Olympiazeit kann auch Lehrzeit für die zu Hause sein

Kürten, 7. April 2010 (pöhlitz) - Da machte wieder einmal eine junge, 22 jährige Schlagzeilen. Frauen - Power im Eisschnelllauf. Diesmal bei den Winter-Olympics 2010 und sie löste sicher auch noch große Verwunderung aus bei den vielen leistungsorientierten Läuferinnen und Läufern die auch gern einmal da nach ganz oben wollen. In diesem Alter Olympiasieger und  2 Silbermedaillen. Eine über 3000 m, wenige Tage später eine zweite über 5000 m und zum Schluß noch Gold mit dem Team! Dabei hätte sie im längsten Frauenrennen schon lieber gegen die derzeit Weltbeste Sablikova (geb. 27.5.1987) um Gold gekämpft. Die übliche Auslosung hat es aber nicht ergeben, so dass Stefanie Beckert (geb. 30.5.1988) es allein gegen die Uhr versuchen musste und auch wollte.

Vom ersten Meter an, beeindruckend, aggressiv, schnell, man bedenke, es war ein Olympia-Finale um eine Medaille, Bestzeit war erforderlich für den Sieg und dann fehlten ihr nach einer auch noch tollen letzten Runde nur 0,46 Sekunden.6 : 51,39 Min. – persönliche Bestzeit um knapp 10 Sekunden verbessert beim absoluten Höhepunkt, den der Sport alle vier Jahre zu bieten hat. Ihre psycho-physische Verfassung war im entscheidenden Moment Top, ihre mentale Stärke, ihre Kampfbereitschaft beeindruckend. „Unglaublich, wahnsinnig, aber sie trainiert auch unglaublich“ stand ihr 19 jähriger Bruder fassungslos an der Bande.

Hinter den Erfolgen von vielen Erfurter Kuvenkünstlern, u.a. Gunda Niemann-Stirnemann, in den Vorjahren und innerhalb der Bande auch in Vancouver zieht Stefan Gneupel, ein ehemaliger Leichtathlet, die Fäden. Ein powerman und Motivationskünstler zugleich. Seit 2Jahren ist er auch Trainer von Stefanie Beckert. Sie lebt gut mit seinem „knüppelhartem Training“ – wie er es selbst beschrieb – ist zu Entbehrungen bereit und schonte sich nie in der Aufbauphase vor Olympia. Nach ihren beiden „Solo - Siegen“ – weil diese Silbermedaillen eigentlich Gold wert sind – erzählte Gneupel noch vor Ort, dass sie im letzten Jahr mit „drei Männern als Trainingsgegner“ – nicht Trainingspartner wie ich es selbst gern nenne – gearbeitet hat und er in der letzten Phase auch noch 2 Holländer – männlich natürlich - „eingeflogen hat“, um Beckert weiter zu pushen!

St.Moritz, Font - Romeu, Klobenstein – die Höhe ist für alle selbstverständlich.Immer wieder Höhentraining im Team war in Vorbereitung auf Vancouver für die Eisflitzer um Cheftrainer Markus Eicher und Erfurt – Couch Stefan Gneupel angesagt. Nach einer Vere¬in¬barung sogar gemeinsam mit dem österreichischen Verband. Gelobt sei was hilft, im Training gemeinsam, im Wettkampf um den Sieg. Bedenken ob des jungen Alters, wie man es oft aus der Leichtathletik hört sind durch Ergebnisse zerstreut.  Eine Qualitätssteigerung für alle war so früh wie möglich das Ziel. Rollschuhbahn, flotte Runden auf der Kleinbahn, Shorttrack-Einsätze, Kraftarbeit beispielsweise, die Sommervorbereitung war vielseitig aber anspruchsvoll. Und die Pässe in der Umgebung, wo sonst die Profis der Tour de France üben, entwickeln die Ausdauer bei kilome¬terlangen Anstiegen auf dem Rennrad.

Hervorragend ausgestattet helfen begleitende Videoanalysen beim Shorttrack zur technischen Optimierung, Lichtschranken beim Sprinttraining, die Pulsuhren, ob der gewünschte Belastungsbereich auch getroffen wurde.Auf der Homepage der DESG wird in einen Bericht von den letzten „Momenten“ vor dem Team-Sprint über 6 Runden im Olympic – Eis - Oval unsere Neugier wie sie es machen, bedient. Zum wiederholten Mal wird die Teamarbeit im Eisschnelllauf unterstrichen: „Die Eisschnelllauf-Wettbewerbe in Richmond lagen in den letzten Zügen…? Von wegen. Frequentierter war die 400-m-Bahn am Frazer River noch nie seit dem Beginn der Spiele. Der abschließende Team Pursuit versammelte die Mannschaften zum kollektiven Rundendrehen, selbst beim Training. Da sausten azurblau gekleidete Dreier- und Viererzüge, Quartetts in orange oder schwarz-rot-gold ums Oval. Ihr Höllentempo wehte den Kiebitzen im Innenraum beinahe die Mützen vom Kopf. Dann folgten Startversuche, die Trainer stoppten die Zeiten, bevor die Speed-Gemeinschaften wieder die Pace herausnahmen. DESG-Bundestrainer Markus Eicher klärte  in intensiven Gesprächen aller Coaches, inklusive Anni Friesingers Betreuer Gianni Romme, die Aufstellung“. Das Ergebnis ist bekannt: Olympic-Champion Germany: und hinter den 4 beteiligten Frauen stehen 3 Heim- und der Bundestrainer.

Gruppentraining wie bei den Läufern in Kenia oder Äthiopien, Partnertraining wie es von vielen Weltklasseläuferinnen genutzt wird, auch beim Eisschnelllauf mehrmals jährlich in der Höhe. Ausländische Trainer, warum nicht. Gemeinsam hatten sie sich gut vorbereitet. Von nichts, kommt nichts.