LG Telis Finanz ab Samstag traditionell im italienischen Trainingslager

trainingslager07_schattenspiele_tl_2005Regensburg, 27. März 2010 –  Seit 1999 reisen nun Regensburgs Leichtathleten an die italienische Adria; um sich dort für die neue Saison fit zu machen. In den wichtigsten Trainingsmonaten März und April kommt ihnen die „Klausur“ in Cervia gerade einmal recht, um den ersten Schliff in Richtung Sommer anzulegen. Wer den hinbekommt, kann eigentlich ruhig auf die Saisonhöhepunkte warten, der Grundstock ist dann allemal gelegt. Auch in diesem Jahr hat die LG Telis Finanz bis auf Mehrkämpfer Stefan Matula (er schlägt mit Trainervater Alfons Matula sein Camp auf Teneriffa auf) und Dreispringer Manuel Ziegler (er ist mit dem DLV-Kader unterwegs) alle Asse an Bord, von denen die Topgruppe der Läufer/Innen um Vize-Europameister David Fiegen, Susi Lutz, Corinna Harrer, Florian Orth und Philipp Pflieger gleich zwei Wochen im Italienischen bleibt.

Mit Urlaub hat so ein Trainingslager nichts zu tun. Punkt sieben steht die Truppe zum alltäglichen 20-minütigen Morgenlauf auf der Matte und nach einem ausgiebigen Frühstück folgt um 10 Uhr Einheit zwei bzw. nachmittags bis auf wenige Ausnahmen um 16 Uhr Einheit drei. „Den Rhythmus hast du schnell drauf: Trainieren, essen, schlafen und als freudige Abwechslung alle zwei Tage eine Massage …“, so Trainingslager-Profi Susi Lutz. Eigentlich ist das für die Novizen oder Ein- bis Zweijährigen fast ein wenig Furcht einflößend. Doch fragt man einige der „Kleinen“, kommt unisono die gleiche Antwort: „Wir können es kaum mehr erwarten.“

Für die Asse geht’s natürlich schon ganz schön ans Engemachte. Neben der bisher gewohnten Quantität kommt jetzt auch noch ein Sack Qualität dazu. Schließlich kennt David Fiegen nur ein Ziel. Das sind die Europameisterschaften in Barcelona. Dort gilt es über 800 m die Silbermedaille von 2006 zu verteidigen und der Weg dorthin führt über Cervia und – heuer auch über die Regensburger Sparkassen Gala am 5. Juni.

Es wäre gelogen, würde man behaupten, für einige der übrigen Telis-Asse wäre im Spanischen kein Ziel zu suchen. Philipp Pflieger ist einer, der schon am 1. Mai bei der 10.000 m DM die Norm knacken will. Die steht bei 28:45 und das, was er letzte Woche im Trainingswettkampf mit schweren Turnschuhen und eingestreuten Laufpausen gezeigt hat, lässt nichts mehr als unmöglich erscheinen. Unmöglich erschien wohl auch Weitspringerin Michelle Weitzel vor der Hallen-DM jeder Gedanke an Barcelona. Seit Karlsruhe weiß auch sie, dass ganz große Weiten möglich sind. Und Nesthäkchen Corinna Harrer spricht solche Geheimnisse gleich rotzfrech aus: „Eigentlich will ich gar nicht nach Kanada zur Junioren-WM, eigentlich will ich zu den Großen, zur EM.“ Bliebe da noch Hindernisfloh Susi Lutz, der man im Winter nie zutraut, was sie dann im Sommer leistet. Ihr Geheimrezept ist ganz einfach: „Ich habe mir die 9:48 über meine Zimmertür geschrieben, damit ich sie jeden Tag sehe. Das hat bisher immer geklappt.“

Wie stark die Regensburger Leichtathletik dank LG Telis Finanz inzwischen geworden ist, zeigt, dass Namen wie Sebastian Zundler, Florian Orth, Manuel Ziegler, Stefan Matula, Christiane Danner und Amelie Garatva direkt schon in der Warteschleife hinter den vorher Genannten warten. Deshalb steht für Teamchef Kurt Ring schon vorher fest: „Der Teamgeist, den wir jedes Jahr von Cervia mitbringen, verleiht uns in der Saison Flügel“, und wie ein Schelm fügt er hinzu, “und bei der heimischen Sparkassen Gala am 5. Juni im Uni-Stadion werden wir dann zum ersten Mal fliegen.“