Doping und Dr. Helmut Stechemesser sind in Österreich immer wieder Thema

Kürten, 22. April 2010 (Kommentar von Lothar Pöhlitz) - In den letzten Jahren hatte man aus der Distanz das Gefühl, dass Doping in Österreich durch die „Blutbeutel-Affäre“ des ehemaligen Skilanglauftrainers Walter Mayer bei den Olympischen Winterspielen in Turin 2006 ernsthaft nur den Wintersportbereich tangiert.  Jetzt hat Marathonläuferin Andrea Mayr in einem Interview in DiePresse.com vom 17.4.2010 unerwartet noch einmal sehr pointiert auf den damals sensationellen, überraschenden Steffi Graf-Rücktritt aus dem Winter 2003 /2004 verwiesen und führte u.a. aus: „Steffi Graf und Doping waren in Österreich zum Beispiel jahrelang ein Tabuthema. Das hat man nicht in den Mund nehmen dürfen! In ihrem Fall stört mich, dass sie sich oft öffentlich äußert. Es ist ja auch sehr österreichisch, dass sie zwar als Aushängeschild der Sporthilfe – Antidopingaktion offensichtlich untragbar ist, aber trotzdem weiter im Vorstand bleibt. Österreich will Erfolge haben, egal wie sie zustande kommen. Solange die Öffentlichkeit glaubt, die Sportler seien sauber und es keinen Skandal gibt. Angeschmiert sind jene, die sauber sind“.

Als Stephanie Graf, eine der weltbesten 800 m – Läuferin, die größte Läuferin die Österreich jemals hatte, damals via email aus ihrem Trainingslager in Südafrika – sicher mit dem Ziel bei den Olympischen Spielen 2004 noch einmal richtig zuzuschlagen – mitten im Winter das Handtuch in den staunenden Ring warf, waren alle, auch ich überrascht. Österreich hatte ihre größte Medaillenhoffung verloren, Manager Robert Wagner eine seiner besten Athletinnen, weil nicht nur sie damit auf viel Geld verzichten mußte. Da konnte man schon ins zweifeln kommen.
In den Diskussionen in Trainer - Fachkreisen waren damals natürlich Türen und Tore weit offen und man fragte sich, ob sie nicht nach einem Test einen Tip bekommen hatte, nach dem Prinzip wer nicht vorgeführt wird kann nicht angeklagt werden!

Wenn nun heute Andrea Mayr sicher nicht nur ihre eigenen, sondern auch die Vermutungen des „Laufpersonals“ noch einmal so kritisch und fordernd äußert, könnte doch was dran gewesen sein. Noch dazu, wo sie den gleichen Trainer und Sportmediziner hatte wie Susanne Pumper und Jolanda Ceplak (2007) die beide positiv aus dem Lauf – Verkehr gezogen wurden, Dr. Helmut Stechemesser. In „Die Presse.com“ vom 26.7.2007 fanden wir dazu die folgenden Ergänzungen: „Sie hat am 3. März 2002 bei der Hallen-EM in Wien mit Gold in der Weltrekordzeit von 1:55,82 Minuten den Traum von Stephanie Graf auf den Titel vor Heimpublikum zerstört, jetzt ist die Slowenin Jolanda Ceplak laut einem Bericht der französischen Sporttageszeitung "L'Equipe" in die EPO-Dopingfalle getappt. Die 800-m-Läuferin, die auch für den LCC Wien startet und vom früheren Graf- und Theresia Kiesl- sowie aktuellen Susanne-Pumper-Coach Helmut Stechemesser betreut wird, gab die Probe bei einer unangemeldeten Kontrolle vor einigen Wochen in ihrem Wohnsitz in Monaco ab. Laut "L'Equipe" sind in A- und B-Probe Spuren von Erythropoietin“.

In einem Medien-Info vom 15.7.2005 (Landeskorrespondenz Oberösterreich) erfahren sie mehr über den deutschen Dr. Helmut Stechemesser: „Dr. Helmut Stechemesser ist seit 1984 Facharzt für Sportmedizin, wobei sein Schwerpunkt in der Leistungsdiagnostik von Ausdauersportarten liegt. Seit 1991 ist er im Reha Zentrum "Revital Aspach" in erster Linie für die Rehabilitation nach Sport- und Unfallverletzungen sowie im sportmedizinischen Bereich tätig. Sehr erfolgreich war er in seiner Funktion als Trainer von Theresia Kiesl, Stefanie Graf und Susanne Pumper“ Dem kann hinzugefügt werden dass er noch 1978 in den Kaderlisten des DDR-Leichtathletikverbandes und des Forschungsinstitutes für Körperkultur und Sport (FKS Leipzig) als 1500 m Läufer geführt wurde.

Stechemesser unterlag als Privatankläger gegen Wilhelm Lilge

Im team2012.at vom 16.6. liest man: „Stechemesser unterlag mit seiner Privatklage gegen Mag. Wilhelm Lilge (LCC Wien) wegen angeblicher Rufschädigung und musste die Verfahrenskosten bezahlen. Im Umfeld des Privatanklägers gab es mit Ausnahme von Steffi Graf nur Sportler, die gedopt waren und überführt wurden. Da er nur Spitzensportler betreut bzw. betreut hatte trifft die Bezeichnung „Doping – Hintermann“ zu, nämlich im Sinne eines Trainers, in dessen Umfeld gedopt wird bzw. Doping-Fälle publik wurden.“