Veronika Ulrich, Susi Lutz und Philipp Pflieger in Ohrdruf bei den nationalen 10.000m Titelkämpfen

harrer_bremen09_henselfotoRegensburg, 28. April 2010 –  Läuferinnen und Läufer haben es in Leichtathletik-Deutschland nicht gerade leicht: Ein Meisterschaftstermin jagt den anderen. Am Samstag geht’s in Ohrdruf um die Deutschen Meistertitel über die 10.000 m. Die Favoriten sind Europameister Jan Fitschen (TV Wattenscheid), der nach zweijähriger Vlerletzungspause ein Comeback startet, und Sabrina Mockenhaupt (Kölner Marathon Verein), als einzige deutsche Bahnlangstrecklerin der internationalen Klasse praktisch ohne Konkurrenz. Die beiden Regensburger Topläufer Susi Lutz und Philipp Pflieger (LG Telis Finanz) wollen mit neuen persönlichen Bestleistungen in Stockerl-Nähe kommen. Bei den integrierten 5000 m Meisterschaften der weiblichen Jugend A muss Telis-Talent Corinna Harrer trotz Abitur-Stress ihren Titel vom Vorjahr verteidigen. Mit am Start über 10.000 m ist auch noch Telis-Oldie Veronika Ulrich.

lutzsusi1_bremen_dm10tausend09_boydefotoSeit 2003, das Jahr ihres ersten DM-Titels, damals noch in der B-Jugend, holt Susi Lutz bei nationalen Titelkämpfen Medaillen in Serie. 19mal ließ sich die Regensburgerin Edelmetall bei den verschiedensten DM-Enscheidungen umhängen. Jetzt wird’s eindeutig schwerer. Die Juniorenjahre hat sie inzwischen hinter sich gelassen. Was jetzt in aller Regel auf sie wartet, ist das Beste, was Lauf-Deutschland zum jeweiligen Zeitpunkt bei den Frauen aufbieten kann. Mit der Nummer eins Sabrina Mockenhaupt braucht sie sich im Thüringischen gleich gar nicht lang beschäftigen. Die wird weglaufen, Susi Lutz und das übrige Feld in aller Regel ein- bis zweimal überrunden und am Ende mindestens zwei Minuten eher im Ziel sein. Dahinter könnte es aber durchaus spannend werden, weil die Damen Simret Restle (GW Kassel) und Ingalena Heuck (LG Stadtwerke München) zwar von einer 33er Zeit träumen, bisweilen auch darüber reden, sie aber keineswegs noch stabil anbieten können. Hier sieht die Telis-Frau ihre Chance. Patzt die eine oder andere, möchte sie mit einer satten Steigerung ihrer bisherigen Bestleistung von 35:00,54 parat stehen für einen Platz auf dem Trepperl.

pfliegerphilipp1_dm09_kiefnerfotoPhilipp Pflieger, der meist strahlende Berufsoptimist im blauen Telis-Trikot, will auf jeden Fall in seinem ersten 10.000 m Rennen auf der Bahn Richtung 29 Minuten laufen, wobei er mit seinen Gedanken oft seinen noch recht empfindlichen Beinen weit voraus ist. Dann aber haut er wieder mal so ein Ding wie im vorigen Jahr mit seinen 13:54 über 5000 m hinaus und macht es sofort zur Selbstverständlichkeit. Keiner braucht also am Samstag erwarten, dass der Regensburger bei seiner 25-Runden-Premiere lange abtastet. Der wird voll angreifen – no risk, no fun! Die Form ist jedenfalls respektive der frühen Jahreszeit da, was letztendlich dann rauskommt, wird die Ergebnisliste spätestens am Samstagabend schwarz auf weiß rauswerfen. Mindestansatz ist jedenfalls ein Top-fünf-Platz.

Ihr Jahrgang macht es möglich, dass unter normalen Umständen Titelverteidigerin Corinna Harrer über 5000 m schon fast eine Überlegenheit in Mocki-Manier genießt. Die schärfsten Konkurrentinnen des letzten Jahres sind alle ein Jahr älter und jetzt in der U23. So muss die Regensburgerin ihr Ding wohl von Anfang an alleine schaukeln, helfen wird ihr keine der meist jüngeren Konkurrentinnen. Ungefährlich ist das allemal nicht, weil Leistungssprünge in diesem Alter auch bei der Konkurrenz nichts Ungewöhnliches sind. Es wäre für Corinna Harrer das achte Einzel-Gold nach zwei 400 m Siegen in der B-Jugend, zwei 800 m Siegen bei der A-Jugend und den Juniorinnen, zwei Cross-Siegen in der U20 und eben dem 5000 m Titel vom letzten Jahr.