Christiane Danner lässt in Italien Mitelstreckenqualitäten aufblitzen

Ancona, 20. Januar 2008 (orv) – Nach einem Crosslauf im Dezember und dem ersten Abtasten in der Halle Mitte Januar hat TELIS FINANZ Läuferin Christiane Danner erstmals in dieser Saison richtig hingelangt. Bei einem abermaligen Indoor-Meeting in Ancona pulverisierte sie ihre bisherige 1500 m Bestleistung von 4:48 als damalige süddeutsche B-Jugendmeisterin mit einer nie erwarteten Steigerung auf 4:38,24. Damit setzt sie konsequent die Verwandlung von der Langhürdlerin im Jugendalter zur hoffnungsvollen U23-Mittelstrecklerin fort.

Nach einem völlig verpatztem Wintertraining 2006/07, das mehr Arztbesuche als effektive Trainingseinheiten enthielt, kam die Oberbayerin im damaligen Domspitzmilch-Trikot nur sehr schwer in die Saison. Als alle schon an ein Übergangsjahr glaubten, setzte sie ganz zum Schluss als Vierte der Deutschen Juniorenmeisterschaften mit ihrer 800 m Steigerung auf 2:08,37 doch noch eine deutliche Mittelstrecken-Duftmarke.

Dann wurd’s erneut still um die Geißacherin. Nach ihrem erfolgreichen Abiturabschluss hatte sie sich zu einem Aupair-Aufenthalt ins Italienische entschlossen, genauer gesagt ins hügelige San Leo nahe San Marino. Alternativ brauchte sie in diesem Herbst dann Gott sei Dank nicht mehr trainieren, die so störrische Kniesehne machte diesmal keine Probleme. Alternativen beim täglichen Training waren dennoch gefragt, weil es in San Leo eigentlich nur steil bergauf oder bergab geht. Irgendwie hat es die Neu-Regensburgerin aber dann mit ihrem Coach Kurt Ring via Fernbetreuung geschafft, sich mit viel Phantasie fit zu machen.

Nach einem Crosslauf im Dezember, den sie quasi konkurrenzlos gewann, sollten weitere Querfeldeinprüfungen folgen. Die gibt’s aber in dieser Gegend zumindest im Januar nicht. So wurde denn das erste Mal eine Hallenbahn unter die Beine genommen und der primäre Versuch, ein 800 m Lauf, endete mit einem lockeren Sieg in durchaus passablen 2:16. Weil einmal meist keinmal ist, warf sich Christiane Danner acht Tage später gleich wieder ins Geschehen, diesmal über die für sie noch ungewohnten 1500 m. Den telefonischen Rat des Trainers, doch in Richtung 4:45 anzulaufen, quittierte sie mit der ungläubigen Bemerkung „das ist doch viel zu schnell für mich“.

Was dann kam, war eine echte Geduldsprobe. „Da war wohl ganz Italien nach Ancona angereist. Unendliche Sprintläufe und Hürdenläufe sorgten für eine satte Verschiebung um nahezu drei Stunden verbunden mit einem dreimaligen Aufwärmen“. Wenn man dann die Konkurrenz nicht kennt, lässt man sich leicht zu leichtsinnigen Aktionen hinreißen. „Die 63er Angangsrunde war dann doch ein wenig zu schnell für mich, immerhin hat die Erste des Rennens am Schluss eine 4:20 abgeliefert“, so Christiane Danners Umschreibung einer kleinen persönlichen Harakiri-Anlauftaktion. Immerhin kam die Telis Finanz Frau dann letztendlich mit 4:38,24 als insgesamt Dritte ins Ziel, was Athletin und den telfonisch verständigten Coach im gleichen Maße verblüffte.

Nun steht der Einzug ins Regensburger Athletenhaus am 9. Fewbruar auf dem Programm und man möchte es nicht glauben … die ehemalige Langhürdlerin freut sich tierisch auf die dann anstehende Crosssaison.

Fotos: Christiane Danner bei "gymnasischen Übungen" in der Adria und mit italienischen Freunden (Fotos privat)