Maren Kock holt den 3000m Titel, Florian Orth und Corinna Harrer Silber und Bronze

Kock1 DM-Halle14 KiefnerfotoLeipzig, 23. Februar 2014 (orv) –  Als DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop in Leipzig die versammelte LG Telis-Führung mit Präsident Norbert Lieske und Teamchef Kurt Ring an der Spitze im VIP-Bereich der Deutschen Hallenmeisterschaften gegen 15 Uhr nach den Auftritten der Regensburger Athleten fragte, mussten die noch passen. Die „blaue“ Stunde hatte hier und heute noch nicht stattgefunden. Sechs Regensburger von der LG Telis Finanz waren angereist und fünf davon sollten erst zwischen 16.15 Uhr und 16.45 Uhr in den Finals über 1500m der Frauen und Männer, sowie über 3000m der Frauen an der Startlinie stehen. Corinna Harrer, Maren Kock und Florian Orth wollten dort sogar ihre Hand nach Medaillen ausstrecken.


Was dann kam raubte nicht nur dem zahlreich angereisten Regensburger Anhang restlos den Atem. Es waren Herzschlagfinals mit Freudentränen, tiefer Enttäuschung, Ratlosigkeit und trotzdem eben auch mit den drei ersehnten Medaillen in Gold, Silber und Bronze. Telis-Trainerin Doris Scheck meinte dazu treffend: „Das hält ja kein Mensch aus, das macht mich fix und fertig.“ Dreimal Edelmetall war insgeheim erwartet worden, drei Medaillen sind es letztendlich auch geworden. Doch wie sie entstanden, war in Entscheidungen der Finten und Finessen, der taktischen Geplänkel, der brutalen Tempoverschärfungen in den letzten Runden von einer ganz eigenen Dramaturgie.


Heim1 DM-Halle14 KiefnerfotoBegonnen hat das Ganze mit dem 1500m Finale der Frauen, für das sich Thea Heim über einen souveränen Vorlauf qualifiziert hatte, dass man ganz leise hoffte, sie könnte sogar in Podestnähe kommen. Da die Favoritinnen Annett Horna und Denis Krebs, am Ende auch Erste und Zweite, keinerlei Interesse zeigten, etwas für das Tempo zu tun, schob sich das Feld eher verhalten über die Runden, Thea Heim dabei stets in guter Ausgangsposition. Als die Post dann endgültig abging, war die junge Regensburgerin noch dabei, am Ende aber dann doch ein wenig überfordert mit der knallharten Hallensituation. Platz sechs bei für allen indiskutablen, eben der Taktik geschuldeten Endzeiten war so gar nicht nach ihrem Geschmack. Die Enttäuschung war ihr deutlich anzusehen. Es war nicht das gezogene Temporennen des letzten Jahres, als sie schon einmal als DM-Nesthäkchen Sechste geworden war, es war eine Ausscheidungsschlacht auf lediglich zweihundert Metern. Eine Runde eben, die über Sieg, Platz und Glück entschied.


Orth1 DM-Halle14 KiefnerfotoWie die Damen so die Herren: Vorausfavorit Homiyo Tesfaje hatte auch hier bei stressigem Doppelprogramm, bei dem sein Heimtrainer und zugleich DLV-Teamleiter Wolfgang Heinig die WM-Belastung von Sopot vorab schon proben wollte, keinerlei Interesse, das Rennen schnell zu machen. „Ich war schon sehr müde“, sagte er nach dem Rennen zu Telis-Teamchef Kurt Ring. Dieser stand genau dort, wo Tesfaje seinen finalen Blitzangriff einleitete und dabei taktisch günstig hinter Florian Orth lag, der sich kurz davor noch im Geplänkel um eine günstige Ausgangsposition mit drei Wattenscheidern herumgeschlagen hatte. Rings Warnung kam lautstark zum genau richtigen Moment. Florian Orth hörte sie auch, reagierte vielleicht ein paar Hundertstel oder vielleicht auch nur eine zu spät und handelt sich dabei gleich vier bis fünf Meter Rückstand ein, gebremst auch noch von dem vor ihm dahinstürmenden späteren Dritten Christoph Lohse. Am Ende kam der Regensburger noch einmal ganz nahe ran an Tesfaje, konnte ihn aber dann doch nicht mehr ernsthaft gefährden. Silber war ein verdienter Lohn für den entthronten Titelverteidiger.


Harrer1 DM-Halle14 KiefnerfotoWenige Minuten später erreichte dann die Spannung seinen „blauen“ Höhepunkt. Thea Heim hatte sich im 3000m Finale extra nochmals die Spikes angezogen, um das Rennen auf den ersten tausend Metern mit einem schnellen Anfangstempo zu entzerren. Corinna Harrer, Favoritin und Titelverteidigerin, sollte eigentlich der unbedingt die Hallen-WM-Norm laufen wollenden Elina Sujew die Rolle dahinter zugestehen. Die kam aber gar nicht dazu, weil die Regensburgerin sofort wieder direkt hinter Heim in Front stürmte, deren 3:00-Tempo aber nicht annahm, im Gegenteil Lokomotive für Sujew und Teamkollegin Maren Kock spielte, der das etwas verminderte Tempo knapp über drei Minuten bestens entgegenkam. Als Heim aus dem Rennen ging, verschärfte Harrer dieses peu à peu, aber eben nur so minimal, dass die beiden Verfolgerinnen zwar mit Mühe, aber dennoch dran bleiben konnten. Noch einmal tat die Hamburgerin Coco Harrer den Gefallen und übernahm vor dem letzten Kilometer die erneute Führung. Die Regensburgerin konterte erneut. Von allem unbeeindruckt, sparte dahinter Maren Kock klug ihre Kräfte, um sie explosionsartig eingangs der letzten Runde in die Waagschale zu werfen. Im Nu war sie einige Meter weg und hinterließ zwei ratlose Konkurrentinnen, die sich am Ende selbst ins Aus manöveriert hatten. Die eine Regensburgerin weinte vor Freude, die andere konnte nur schwer die Tränen der bitteren Enttäuschung zurückhalten. In der emotionsgeladenen Stimmung unmittelbar nach dem Rennen, war dann fast untergegangen, dass die dritte Regensburgerin Anna Plinke mit ihrem siebten Platz in 9:50,72 ihren wohl bisher größten Erfolg feiern konnte.

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