Über 10.000m wird der Regensburger fast von der Bahn geweht

Pflieger-Leiden15 KiefnerfotoLeiden/NED, 13. Juni 2015 (orv) – 10.000m Läufer haben in Europa ganz wenige Möglichkeiten, ihr Können bei adäquater Konkurrenz unter Beweis zu stellen. 10.000m-Läufer brauchen dazu auch ganz spezielle Bedingungen vom Wetter her, um erfolgreich zu sein. Philipp Pflieger von der LG Telis Finanz Regensburg ist so ein Läufer, der einen internationalen Anspruch mit einer Bestzeit von 28:40,27min stellen kann. Er, der bei den nationalen Titelkämpfen Anfang Mai bei der Goldvergabe erkältet zuschauen musste, hatte sich wie schon im letzten Jahr das Gouden Spike Meeting im holländischen Leiden ausgeguckt, um schneller als jene 28:40,27min zu laufen. Es sollte nicht sein: Ein Sturmtief tobte sich aus und blies den Regensburger fast von der Bahn. In einem letztendlich taktisch gelaufenen Rennen verkaufte sich der Telis-Mann aber glänzend und überquerte als bester Europäer und Gesamtsechster mit einem fulminanten letzten Tausender in 2:41min und einer noch schnelleren letzten Runde in 60 Sekunden) mit bestzeitennahen 28:43,33min das Ziel.

 

 Er nützte den Segen einer kompakten Vierer-Verfolgungstruppe – das Rennen ging vorne mit der Weltklassezeit von 27:41,69min an den Eritreer Abram Osman Adem – um im Windschatten der anderen die orkanartigen Böen von weit über 50 km/h einigermaßen zu überleben, ganz gleich, ob das Tempo mal sehr schnell oder aber windbedingt langsam war. „Allein zu laufen, wäre läuferischer Selbstmord gewesen“, sagte er dazu und der Rat seines Trainers Kurt Ring war Gold wert. „Einfach nur ein Rennen laufen, sich möglichst weit vorne platzieren und keinen Gedanken an eine schnelle Zeit verschwenden“, sagte der vor dem Rennen. Philipp Pflieger folgte dem Rat mustergültig, um als weitaus bester der Vierergruppe mit einem sensationellen Spurt auf der letzten Runde noch vier oder fünf Ostafrikaner einzusammeln. „Er kann in der heutigen Verfassung sicher auch die angestrebten 28:20 laufen, aber dazu muss man auch die passenden äußeren Umstände haben. Wenn du nur ein Rennen im Jahr zur Verfügung hast, sind jene glücklichen Umstände eher zufällig und damit halt auch recht unwahrscheinlich“, erläutert Pfliegers Coach am Ende der anstrengenden 25 Runden dann noch.

 

Pfliegers Teamkollegen Stella Kubasch, Benedikt Huber und Florian Orth waren in ihren Rennen ebenfalls extrem windgeschädigt. Benedikt Huber konnte zumindest verbuchen, mit seinen 1:49,37min und Fünfter des 800m-A-Laufs, bester Deutscher vor dem schon mal unter 1:46 laufenden Andreas Lange (LG Braunschweig/ 1:49,45min) bester Deutscher zu sein. Hinter Lange erreichte Florian Orth (LG Telis Finanz) als Siebter in 1:49,72sec das Ziel und „war am Ende froh bei derart forschem Anfangstempo zunächst überhaupt am Ende des Feldes die erste Runde zu überleben. Regensburgs Laufhoffnung auf den längeren Distanzen 1500m und 5000m braucht eben gleichmäßigere Tempi und eben viel mehr Wärme, um an seine 1:47,41min des Vorjahres wieder heranzukommen. Für Stella Kubasch war das 1500m Rennen ebenso unglücklich getimt. Im von der späteren Siegerin Basu Sadu (Äthiopien/4:09,84min) extrem schnell angelaufenen Rennen verlor die Regensburgerin schnell den Kontakt zur Spitze und blieb als Achte in 4:25,24min wie alle anderen Konkurrentinnen weit unter Wert.

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