„Die Mädels und Jungs sehen den Staffeleinsatz recht locker. Als Team sind sie in diesem Jahr noch ungeschlagen und an einem guten Tag müsste diese Linie beim starken Geschlecht auch mit der Langstaffel zu schaffen sein. Bei den Frauen fehlt uns aus verschiedenen bekannten Gründen derzeit die dritte ganz starke Läuferin. Mal schauen, was die anderen machen“, gibt sich Telis-Teamchef Kurt Ring gelassen ob der momentanen Situation. So unrecht hat er mit seinen Prognosen nicht, steht doch mit Gabriel Genck einer auf eins, der über 800m eine 1:50 glatt laufen kann und die beiden weiteren Positionen mit Olympiastarter Florian Orth, immerhin über 1500m mit einer 3:34 ausgestattet, sowie mit dem Deutschen 800m Meister Benedikt Huber, der seit heuer eine 1:46,57min stehen hat, besetzt sind. „Ist der Beni auf den letzten 120 Metern noch in der Spitzengruppe dabei, wird keiner mehr an ihm so leicht vorbeikommen“, ist sich Kurt Ring sicher.

Verwunderlich ist das Prozedere der Meisterermittlung, das angewandt werden soll: Man setzt die Staffel entsprechend ihrer Vorleistungen aus diesem und dem letzten Jahr in zwei gleichberechtigte Zeitendläufe und es ist durchaus möglich, dass die jeweiligen Medaillengewinner aus verschiedenen Läufen kommen, vieles also dem Zufall der jeweiligen Laufzusammensetzungen unterworfen ist. Deutschlands Mittelstreckenelite schüttelt derweil über solche Funktionärsscharlatanerie nur noch den Kopf: „Warum nicht wie im Vorjahr Vorlauf und Endlauf?“ Der Regensburger Teamchef sieht dies, wie so manch anderes aus der Zauberkiste der DLV-AG Wettkampfwesen inzwischen mit Galgenhumor: „Man muss sie nicht verstehen, man muss ihre Tollereien einfach nur ertragen und das Beste draus machen.“

Tim Englbrecht hat sich in diesem Jahr veritabel auf 1:52,10min gesteigert und wäre damit in so manch anderem Jahr sogar ein Medaillenanwärter gewesen. In diesem Jahr ist alles ganz anders. Gleich drei Mann sind mit Robert Farken (SC DHfK Leipzig – 1:46,65min), Pascal Kleyer (LG Region Karlsruhe – 1:48,50min) und Dennis Biederbeck (LG Ahlen – 1:48,53min) deutlich unter 1:49 gelaufen, ein weiterer mit dem Rehlinger Christian von Eitzen unter 1:50, sowie zwei weitere mit Zeiten schneller als 1:51min. Da wird es schon in den Vorläufen hart hergehen bei der Ermittlung der 10 Finalplätze. Trotzdem, am Ende entscheidet nicht immer die schnellere Vorleistung, sondern oftmals die bessere Taktik und da ist der spurtstarke Regensburger nicht der schlechteste.